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Wirrkopf-Pitt

Lipogramm nach Harry Hoffmann von TatwortOrg und Kilian

 

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O Gott! Schaut dort! Ja,so’n Shit!
Dort, o Graus, ist Wirrkopf-Pitt.
Das filzig’, garstig’, wuchtig’ Haar
komm man nicht für Tag und Jahr
und Klau’ um Klau’ man ihm nicht schnitt.
Drum Pfui auf dich, du Wirrkopf-Pitt!

 

Lausbub Fritz

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Hort ihr schon mal was von Fritz?
Fritz wost gar arg, das ist nicht Witz.
Fing das, was flog und krolbb im Haus,
ropf Volk, das summt, dann Flughaut aus.
Stühl’ und Singvolk schlug Fritz tot,
und auch was mauzt, war arg in Not.
Lauscht nur, was Arg’s das Kind noch tat:
Mit Gurt Fritz gar Grits Haut durchgarb.

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Am Nass dort stand ’n Hund, gar groß,
soff durstig aus’m Fluss doch bloß,
da schlich mit Gurt nun Fritz hinzu,
für ihn war ’n Hund nicht gut in Ruh.
So schlug Fritz graus, Hund hul nur laut,
Doch Fritz schlug nur, und trat, und haut’.

Hunds Biss bracht’ Fritz nun doch in Not,
Blut troff durch Hos, forb Schuh’ auch rot,
Lausbub Fritz, von Boshaft voll,
flonn und broll und war gar toll.
Ohn Ruh’ und Rast, mit Gurt im Maul
Rannt’ Hund nach Haus, war da nicht faul.

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Fritz schak darauf man plümmowarts,
da Bisswund ihn ganz bös doch schmarz.
Doktor gab ihm nun Pill’n und Trank,
doch das much Fritz so richtig krank.

Hund, wo Fritz sonst saß am Tisch,
fraß Brot und Tort, noch richtig frisch.
Fraß auch – man glaubt’s wohl – hungrig Wurst,
Saft von Traub’ stoll ihm gar’n Durst.
Auf Fritz’ Gurt gibt Hund gut Acht,
dass Lausbub da nix Bös’ mit macht.

 

Das traurig Ding vom Zündholz

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Das Paula-Kind, das saß zu Haus,
Papa und Mama war’n aus.
Als Paula durch das Haus nun sprang,
Frohsinns voll, mit Sing und Sang,
spoh das Kind mit Aug’ vom Lochs
Am Schrank dort Mamas Zündholz-Box.
„Oh!“, sprach’s, „oh ja, das find’ ich toll,
das Ding bringt Spaß, so’s das doch soll.
Das Zündholz-Licht ist bald parat,
sah ich’s doch, als Mama’s mal tat.“

Als Minz und Maunz das dort nun sah’n,
mit Tatz und Tatz sah man das Drahn:
Man hor, als Pfot nun schnoll hinauf:
„Papa will so was nicht, hör auf!“
Miau! Mio! Miau! Mio!
Flamm’ fängt dich sonst, du lirdst als Stroh!

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Maunz und Minz hor Paula nicht,
Zündholz brannt gar lustiglich,
florck licht und knorst so richtig laut,
grad so, als auf’m Bild – so schaut.
Paula war glücklich nun und froh,
hopf und sprang grad als so’n Floh.

Als Minz und Maunz das dort nun sah’n,
mit Tatz und Tatz sah man das Drahn:
Man hor, als Pfot nun schnoll hinauf:
„Papa will so was nicht, hör auf!“
Miau! Mio! Miau! Mio!
Flamm’ fängt dich sonst, du lirdst als Stroh!

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Doch ach! Flamm’ lird am Rock nun auf,
griff Paulas Schurz, liucht hoch hinauf,
Bald brannt’ auch Paulas Hand und Haar,
bald das Kind ganz voll Flamm’ nun war.

Minz und Maunz broll’n nun zwar laut,
doch kläglich gar um Paulas Haut:
„Zu Hilf! Zu Hilf! Zu Hilf kommt doch!
In Flamm’ das Kind – so stirbt’s uns noch!
Miau! Mio! Miau! Mio!
Zu Hilf! Das Kind lird loh als Stroh!“

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Doch bald schmur nun ganz und gar
Das Paula-Kind mit Haut und Haar.
Was Paulas Füß zor bloß nicht schmur,
sonst war’n Aschhauf’ übrig nur

Und Minz und Maunz, voll Gram,
broll’n nun, Arm in Arm:
„Miau! Mio! Miau! Mio!
Wo sind Papa und Mama? Wo?“
Und Zähr um Zähr floss nun davon,
als ob’n Bach durch’s Grasland ronn.

 

Schwarz Jungvolk

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Auf und ab vom Tor spazur
Jim, schwarzhäutig von Natur.
Sunna plug ihn, darum spunn
Jim ’n Schirm auf - Schutz rundum.
Unglück nuh in Form vom Bub
Ludwig, so ’n Fähnl trug.
Kaspar sus hinzu samt Snack,
so man in Form „Acht“ nur bäckt.
Auch Willi hurtig zu ihm ging,
nicht unagil, und brang ’n Ring.
Mit Spott das Jungvolk attackor
Jim, aufgrund vom Status „Mohr“,
das nämlich kam ihm tintig vor.

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A propos Tint’, ganz voll davon
war auch das Fass, das Niklas brong.
Und vox sancti scholl laut, muhn
das Jungvolk, so was nicht zu tun,
da das ja rassistisch wär,
bös und kindisch und nicht fair.
Kormm das Kaspar? Schor das Will?
Krutz das Ludwig? Ha! Nicht still
war’s trotz Niklas’ gütlich Wort,
Lucht ins Antlitz Jims man schlord.

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Doch da ward Niklas bös und wild,
ihr blick’s schon, schaut ihr nur aufs Bild.
Mit Stahlgriff puk Nick Arm und Kopf,
Rock, Hand, Fuß, Hos’, Hals, Hut und Schopf,
Lutz samt Fahn’ und Will samt Ring -
obwohl sich Kaspar wohr, auch ihn.

Am Grund vom Fass wohl mitm Fuß
tat für’n Spott das Jungvolk Buß.
Kaspar floch, bis Schwarzfarbsaft
in Mund und Nas ihn völlig schafft’.

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Mit solch Schwärz’ trunk Nikolaus
das Dumm-Jung-Volk, fast kalkig aus
sah nun Mohr Jim. Man schritt fürbass
in Horus’ Strahl, von Tint’ noch nass
das Jungvolk, knallschwarz, das als Lohn
für ihr Trara, für Spott und Hohn.

 

Waidmanns Mär

’N Waidmann, wild, zog dann und wann
sich grasgrün Waidmannskluft mal an.
Nahm Ranz’ und Munition und Flint,
in Wald und Flur ging’s dann g’schwind.

Für’n Durchblick stak ihm Brill auf Nas,
auf dass’n Schuss träf Fuchs und Has.

Das Langohr sitzt im Haus aus Laub,
lacht, doch dafür ist Waidmann taub.

 

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Als Sonn zu stark von ob’ nun song,
warf Waidmann Büx und Horn davon
und lonz gar faul in Lichtungs Gras,
das Langohr sah’s, da’s nah doch saß.
Als Waidmann ruhsam schnorch und rah,
war nun das Langohr ganz fix da:
Nahm hurtig Flint’ fort und auch Brill,
schlich vorsichtig davon ganz still.

 

Das lustig Langohr trug itzo
Waidmanns Brill auf Nas gar froh.
Mit Flint auf Waidmann zolt’s nun schon,
was Waidmann onstag – was für’n Lohn
für Mittagsrast im Wald! Man sprang
und broll das Volk um Hilf’ laut an.

 

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Waidmann – vormals wild – rannt’ nun,
kam alsobald dann auch zum Brunn’,
sprang flugs ins Nass, als Not war groß;
vom Langohr ging’n Schuss schon los

Waidmanns Frau wohl saß und sah’s
mit wohlig Trank in Bohntranktass.
Doch Tass’ war bald kaputt vom Schuss,
Frau broll vom Schock nun nur noch Stuss.
Nah am Brunn barg dort im Gras
Sich Langohr’s Kind, ja, noch’n Has.
Als das dort huck in Kraut und Gras,
floss ihm aufs Nas’n Bohntrank-Nass.
So broll’s: „Was brinnt mich so am Kopf?“
Puk’s Rührholz hart vom Bohntranktopf.

 

Das Kind, das am Daum’ nur lotsch

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„Konrad“, sprach zum Sohn Mama,
„ich muss mal los und lass’ dich da.
Artig und hübsch brav und fromm
wart’, bis ich nach Haus bald komm’.
Litsch am Daum nicht, hör gut zu,
sonst kommt Nähmann mit flink’ Schuh,
kommt ganz fix, mit schnipp und schnapp
schnippst’n Daum dir hurtig ab.
Als ob Papyros wär so’n Daum,
gut ist so was wirklich kaum.“

Fort ging Frau Mama nun und
Konrads Daum stak schon im Mund.

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Bauz! Das Türschloss gab nun nach,
fix ins Haus kam nun mit Krach
Nähmann, storz auf Konrad zu,
sprang ganz flott ohn’ Rast und Ruh.

Schon schnitt Nähmann klipp und klapp
Konrads Daum ganz lässig ab.
Nur so’n schnipp und schnapp und schnupp.
„Ach!“ und „Oh!“ broll Konrad-Bub.

Als Mama nach Haus nun kam,
war ihr Konrad voll von Gram.
Traurig stand das Kind nun dort,
Daum und Daum war’n nun hinfort.

 

Kaspar, das Kind, das Supp’ nicht mocht

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Kaspar war nicht rank noch schlank;
dick und rund, doch auch nicht krank.
Sah aus rotbäckig und frisch,
aß hungrig Supp’ am Mittagstisch.
Plötzlich kam’s, dass Kaspar broll:
„Supp’ mag ich nicht!“, ganz voll von Groll.
„Supp’ mag ich nicht, Supp’ mag ich nicht,
ach was, Supp’ mag ich wirklich nicht.“

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Tags drauf – ja schau nur richtig hin,
war Kaspar schon so’n biss’l dünn.
Hub nochmals an, das Kind nun broll:
„Supp mag’ ich nicht“, und war gar toll.
„Supp’ mag ich nicht, Supp’ mag ich nicht,
ach was, Supp’ mag ich wirklich nicht.“

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Am Tag danach, ja guck nur, ach,
war Kaspar richtig dünn und schwach!
Doch als zum Tisch man bracht’ nun Supp’,
hor man das Brüll’n vom Kaspar-Bub:
„Ich mag das nicht, mag doch nicht Supp’!
Supp’ mag ich nicht, Supp’ mag ich nicht,
ach was, Supp’ mag ich wirklich nicht.“

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So ging’s tags drauf dann nochmals ab,
Dünn als’n Fad war’s Kind und schlapp.

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Wog maximal nur noch halb’ Lot.
Und am Tag fünv war Kaspar tot.

 

Philipp, das Kind, das ständig zulpp

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„Philipp, sitz am Tisch ganz still
und zilpp nicht, da ich das nicht will!“
Also sprach mit Strang im Ton
und Drohung gar Papa zum Sohn.
Wortlos nur schwiff Mamas Blick
aufm Tisch vor und zurück.
Philipp hor mit Ach und Krach
das, was Papi zu ihm sprach
und golk
und scholk
und trulpp
und zulpp
vorwärts, rückwärts und mit Schwung,
was Papa zur Rotglut brung.

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O schaut, ihr Gör’n, mit Ach und Oh,
das Unglück, das ihm itzo bloh.
Philipp wopp, das Bild macht’s klar,
allzu wild, und mit Trara
kopp Stuhl samt Kind rückwärtig um.
Das griff sofort nach Halt - zu dumm,
dass Philipp puk das Tuch, das glitt
vom Tisch, nahm Supp’ und Brot dann mit.
Auch Flasch’ und Glas fällt mitm Sohn,
und Papi gloh nun lila schon.
Wortlos nur schwiff Mamas Blick
aufm Tisch vor und zurück.

 

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So ging’s abwärts, und im Nu
dak das Mahl ihn gänzlich zu.
All das man sich als Nahrung kor
und fröhliglich antizipor,
war kaputt und fort und so,
da war Mama gar nicht froh.
Papas Zorn war so abnorm,
dass Physik ihn gar nicht kormm
und ihn sprang mit Knall und Flamm’,
sodass Rauch aus ihm rauskam.

 

Hans Guck-hinauf

Als Hans zur Schul ging, früh am Tag
sah man das Kind, das hoch nur blak.
Nach Dachfirst, Wolk, Schwalb und Spatz
spoh Hans nur hin auf Straß und Platz.
Doch wo das Kind’n Schritt hin tat,
da sah’s nicht hin, ’s war ihm zu fad.
Sah man Hans, scholl’s bald nur auf:
„Schaut, das ist Hans Guck-hinauf!“

Kam so’n Hund dann plötziglich,
Hans nur blak – und mork das nicht –
hoch zur Luft
als man nicht ruft:
„Hans gib Acht, da is’n Hund!“
Nun ging’s rund:
Bauz! Pardauz! Nun lag man da,
Hund und Hans im Sand sich nah.

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Vormals ging Hans am Flussrand lang
Hatt auch’n Schulranz’ dort zur Hand.
Das Aug ohn’ Paus spoh grad so hoch,
da dort man sah, wo Schwalb hin flog.
So dass das Kind mit hurtig Schritt
Ständig nah zum Fluss hin glitt.

Fischvolk, das dort schwamm im Nass
Fand’s gar komisch doch fürbass.
Noch’n Schritt! Und plumps: Schau, Hans
storz hinab ins Nass nun ganz. –
Das Fischvolk mächtig Angst nun krag,
dass Fischkopf fix im Grünkraut stak.

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Doch zum Glück ist Hilf schon da,
zwo Mann’ war’n zufällig ganz nah,
so sah man’s, dass mit Stang’n aus Holz
Hans man aus’m Nass rausholt.

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Schaut! Nun stand Hans völlig nass,
so was ich nicht wirklich Spaß.
Das Nass, das troff ihm nun fürwahr
hinab das Antlitz aus’m Haar,
aus Rock und Hos trat’s auch nun vor,
so kam’s, dass Hans ganz furchtbar fror.

Das Fischvolk schwimmt zum Flussrand hin
hurtig mit’m lustig Sinn.
Kopf um Kopf schaut’s nun hinaus,
hörbar lacht’s das Kind gar aus.
Lang lacht’s Fischvolk nun noch fort;
Schulranz’ ist längst fort von dort.

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Als Bob davonflog

Ist’s grau und wolkig, stürzt das Nass,
saust Sturm durch Wald und Flur ganz krass,
sitzt man als Kind ganz artig drin
mit nichts als Trunck und Ruh’ im Sinn.
Doch Robbi war anarchisch drauf
und nahm das nicht so schlicht in Kauf,
nahm Schirm und Hut, moch lustig „Patsch!“
drauß’ am Hag, in Schlamm und Matsch.

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Gar zu stark pfiff Äols Hauch,
ängstlich bog sich Baum und Strauch.
Auch Robbis Schirm puk’s nun mit Macht,
man hor nicht, ob Robbi lacht’,
ob Robbi broll - zu laut, zu hoch
trug Äols Wind ihn. Noch und noch
flog Robbi aufwärts und davon,
dicht umwölkt und hutlos schon.

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Trotz Schirm ward Robbi mächtig nass,
doch flog - dramatisch hoch - fürbass.
Robbis Hut war zwar noch ganz,
doch schon mächtig auf Distanz.
Wohin das Kind nun Windhauch trug,
man fand’s nicht raus, so man auch frug.

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Das Christkind kommt zum Gutkind nur,
drum rat ich Bub und Madl: Spur!
Iss Supp ohn Mucks, mirk dir das ja!
Und auch das Brot ist dazu da.
Man soll dich schau’n, doch bloß nicht hör’n,
drum lirm nicht, still! Wag’s nicht zu stör’n!
Durchblick hat nur Frau Mama,
drum filg ihr, guck nicht dort und da.
Klapp am Aug und folgsam, so
macht das Kind das Christkind froh.
Drum, Kind, bilck, und ’s lohnt’s dir gut
mit Nuss und Traub’, mit Pupp’ und Buch

 

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