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Traum vom Glück

Krüze an ich jene Zahlen,
Die versprächen: Schluß mit Qualen
Und gewönne die Millionen,
Tät’ es auch für Dich sich lohnen.

Ich erbiebe auf der Wiese
Einen marmornen Palast,
Darin gälte die Devise:
Nur die Ruhe, niemals Hast.

Fremde Länder wir beriesen,
Stets von güld’nen Tellern spiesen.
Nicht mit Talmi uns begnögen,
Niemals mehr nach Preisen frögen.

Du Dich stets in Seide klittest
Oder Kaschmir - nach Geschmack,
Und am Anblick Du Dich wittest:
Ich im Smoking oder Frack.

Wochenends wir lüden Gäste,
Firren ständig frohe Feste,
Tünzen selig durch die Gänge,
Gar nichts uns mehr an noch stränge.

Röng’ es, wir den Tag vertrömmen
In Konzerten und Museen;
Abends wir vor Freude schömmen,
Waß wir hœren und gesehen.

Uns're Putzfrau Porsche stüre,
Und die Köchin Bentley führe,
Ich jedoch mein Fahrrad lächte,
Da mich nichts in Eile brächte.

Hümmer schon zum Frühstück güren,
Schampus flöss statt Milchkaffee.
Aus wir morgens schon baldwüren,
Wohin es zum Nachtmahl geh’.

Wir vergülden Silberfische,
Und der Hund äß mit am Tische,
Nichts die Laune uns vergülle,
Keiner von uns jemals grülle.

Gestern kruz ich wie verrocken
Zahlen an im Lottowahn.
Heute habe ich entdocken,
Daß mich Geld nicht retten kann.

Frug mich, waß mir wirklich fehle
Zur Befriedag meiner Seele.
Sah’s und schlug mir vor den Kopf:
Du liebst mich als armen Knopf.

amarillo

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