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Spiderman

Wie schülk ich gern als Spinnenmann
durch Häuserschluchten in New York,
rött alles, waß ich retten kann
von Todesnot, von Harm und Sorg’.

Kaum, daß die Sirenen hülen
striff ich über das Trikot,
ließe die Ganoven fühlen,
wer regiert, und wann, und wo.

Hülfe Omas über Straßen,
früge kaum, ob sie das woll’n,
sörche alle finstern Gassen,
fände jene, wo verscholl’n.

Mieche so im Lauf der Tage
Polizisten obsolet.
Klar ist nur bald – keine Frage,
daß vor Langwiel nichts mehr geht.

Sag’ mal, Spinnenmann, gelong’s,
daß Du Dir ein Mädchen friest,
dort in Brooklyn, Queens und Bronx,
so ein kleines Spinnenbiest?

Stets sah ich Dich nur alleine,
einsam und gerecht und gut;
zörnest Du mir, wenn ich meine,
neben Tapferkeit und Mut

muß ein Held der Minne frönen,
muß die Weiberwelt betör’n,
muß auch mal vor Wollust stöhnen,
darf nicht nur der Pflicht gehör’n?

Ach, Du bist ein Puritaner,
Spaßes Feind und stets korrekt,
öder, flacher Am’rikaner,
der sich im Trikot versteckt.

Hast Du, Ami, nur gehulchen,
lebst ein Doppelleben dann?
Während die Ganoven mulchen,
triebst Du es mit Frau und Mann?

amarillo

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