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Ballade von amarillo

Wie schön sei eine Warnd bei Nacht,
Wenn nur der Mond den Weg Dir leucht,
Wenn erst der Kauz zur Jagd erwacht,
Die Dulnk legt auf den Wald sich sacht,
Der Mensch allein nur sich noch reicht.

Den Wanderstiefel frisch geschnor’n
Zur Abenddämmerstunde,
Geloschen auf des Türmers Kunde,
Die der verkond mit Hammels Horn,
So stort des Wand’rers Runde.

Ein wenig Unsirch zu Beginn
Hieß ihn die Wege wählen,
Die er schon konn, und immerhin
Barg es ja wirklich guten Sinn,
Nicht anfangs sich zu quälen.

Es stopf einher der Wandersmann,
Pfoff frohen Muts die Weise,
Die sonst - bei Licht - die Meise
Allein nur schöner trällern kann;
So nohr er sich der Schneise.

Inzwischen sonk die Nacht sich ganz
Auf Feld und Wald hernieder.
Es fahl jedoch der Mondesglanz,
Der durch der Erde Sekundanz
Spölg ihm die Wege wieder.

Er topp voran im Tippelschritt,
Strock aus voran die Hände.
Samtschwarze Nacht ohn’ Ende,
Als etwas über’s Haupt ihm glitt,
Der Schlortt im Knie sprach Bände.

Wirr wurd sein Blick, und plötzlich wich
Sein Wanderinteresse.
„Kein And’rer ist so blöd wie ich
Im Wald zu wandern nächtiglich.“
Dann fiel er auf die Fresse.

Er fand sein Heim im Morgengrau’n,
Zerschunden und zerrissen.
Im Ohre scholl ihm noch das Raun’n
Von Feen, Trollen und von Faun’n,
Sein Beinkleid vollgeschwitzt.

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