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Ballade von Günter Gans

In der Tiefsee kruz Riesenkräkin Isegunde,
and’re Kraken deuchten sie oft prolo,
so tolmm sie sich allein am Grunde,
blieb fürs erste solo.

Da quor ein fremd’ Wesen ihre Bahn,
das paldd und Blasen blubbern ließ,
Isegunde dacht’: Der macht mich an,
irgendwie find’ ich ihn süß.

Es war Tiefseetaucher Jacques-Yves,
auf ihn hatt’s Isegunde abgesehen.
Ihm nuhr sie sich naiv,
es war um sie geschehen.

Isegunde den Blubb’rer nun beoog,
mit Augen groß wie Spiegeleier,
die Kräkin einen Schluss draus zog:
Der hier wäre mir ein feiner Freier.

Jacques-Yves ein wenig nun erschrak,
acht Arme wollten ihn umormen,
Tändelei mit einem Krak’?
Nein, sein letztes Stündlein sah er dormmen.

Knutschen wollt’ Isegunde nun recht hart,
Jacques-Yves strolmp um sein Leben,
sein Atemschlauch sich mit Gunden arg verharrd,
Gundel aber mark: Der mag nicht, dann lass’ ich’s eben.

Enttoschen war die Gunde vom Gezappel,
versprotz zum Abschied etwas Tinte,
was sie nicht brooch, war ein Partner mit ’nem Rappel,
das war ihre letzte Finte.

So schwamm Isegunde, fraß, strak sich und rolk,
blieb Single, eo ipso,
nichts mehr much sie sich zu schaffen mit fremdem Volk,
Jacques-Yves, die Hose voll, doch erlirchten, toocht auf zur „Calypso“.

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