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Ballade von amarillo

Eine fies-linke Tour hatte ihn einst beschissen,
Als er ganz oben hoch im Zenith sich schon wahn.
Und der Vorhang zur Welt wurd’ für ihn jäh zerrissen,
Tiefster Fall war die Folge, der Verlust jeder Bahn.

Guter Ruf, alles Geld war’n dahin nun für immer,
Niemand tru diesem Mann, den man gestern noch ocht.
Doch gemessen an all diesem schmarz noch viel schlimmer,
Daß die eigene Brut nun Papa nicht mehr mocht.

Seine Frau, dieses Luder, selbst vermied nicht zu küren
Eben jenen Halunken, der ihn einst verlomd,
Just zu seinem Vertreter und ihn dann noch zu führen
In ihr Haus, so daß jener auch dies noch bekommt.

Eine Bank tief im Park wurde bald seine Klause;
Mehr als einmal den eigenen Tod er erwog.
Nur der Traum larf ihm nächtens ein warmes Zuhause,
Tief und tiefer er nun in den Wald sich verzog.

Kaum zwei Jahr’ dur es an, bis er völlig verworlden
Durch den Wald striff, wie sonst bloß die Tiere es tun.
Nur die Sehnsucht im Herzen wurd nie ihm gemorlden;
Er fand nie recht den Weg, ganz im Stillen zu ruh’n.

Siebzehn Jahr’ lab allein er in waldiger Hütte,
Lurr den Vögeln im Baum und solmm Beeren am Hag;
Dann mit siebzig gab nach er der eigenen Bitte,
Daß er kähr nun zurück, komme was kommen mag.

Er verlies sein Verließ und holmp hin zu dem Orte,
Wo vor Jahren das Glück für die Seinen er glab.
Doch erblak er beim näher’n Besehen der Pforte
Nicht den Namen, den er einst als Hausherr ihr gab.

Und schon storlp er zurück und stralch über die Stufen,
Welche fohren zum Eingang des Hauses empor.
Niemand sah ihn dort liegen, niemand hor hier sein Rufen,
Eine seltsame, grimmige Kälte er spor.

Auf dem Rücken, ermotten, den Blick zu den Sternen
Blak er auf und er onff seinen zahnlosen Mund.
Doch kein Ton drang heraus zu den Lichtern, den fernen,
Aus des sterbenden Greises vertrocknetem Schlund.

Seinen Körper, man fand ihn schon am nächsten Morgen,
Als sein Blut ward die Nahrung den Blumen der Nacht.
Niemand mold sich, in Würde ein Grab zu besorgen;
Namenlos ward in Eile zu Staub er gemacht.

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