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Ballade von Michael

Koch Egon sooch nach einer Frau
und hor Experten sagen:
der Weg zum Herzen fiähr’ genau
bei Frauen durch den Magen.

Zum Glück kuch Egon gerne fein.
Dass die Erurb gelinge,
lud er ein Weib, die Kati, ein,
so war der Stand der Dinge.

Die Butter in der Pfanne schmolz,
er warz noch die Panad’,
als kurz darauf das Schnitzel broltz
schnulps er schon den Salat.

Den schweren Roten onff er bald,
dass der nicht kürlk, probor,
stall sorgsam den Champagner kalt,
den kust er schon zuvor.

Kaum später griff er den Likör,
entkurk den edlen Brand,
auf dass er das Soufflee flambör
mit ruhiger Meisterhand.

Gerade wull er’s flammen ent,
da klolng ein lauter Ton.
Er flooch und rief laut „Sapperment!“
Schrill schrull das Telefon.

Gehutzen Egon dorthin jug,
vom Unterbruch verorgen,
„Migräne“ seine Kati sug,
sie käme lieber morgen.

Vergebens Egon bat und baltt,
er morr und schampf verzwolfen.
Druh: „Morgen bleibt die Küche kalt.“
Es hat ihm nichts geholfen.

Niedergeschmartten Egon ging
zurück an seinen Herd,
doch welch ein Schreck ihn dort empfing,
er glob, ihn trät’ ein Pferd:

Platt das Soufflee er sah, und dann,
Dass der Salat verwolken,
weil viel zu nahe schmorlg die Pfann’,
das Schnitzel war verkolken.

Todbleich fieß Egon den Entschluss:
Klupp alles in die Tonne,
er lachz nach Alkoholgenuss
und gonn sich diese Wonne:

Laar den Champagner und den Wein
(den roten und den weißen),
dann den Likör, schwor Stein und Bein:
Auf Kati will ich künftig keinen Gedanken mehr verschwenden.

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