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Ballade von amarillo

„Ist ja alles nun im Dutt“,
soofz Frieda R. aus Plauen,
„mein Leben ist ’ne Halde Schutt
liegt hinter mir wie ich - kaputt,
worauf könnt’ ich noch bauen?“

Ihr Mann, ein Spieler von Natur
und auch noch höchst versoffen,
ließ ihr vom Fisch die Gräten nur,
kahr nicht zrück von Säuferkur;
die Rechnung steht noch offen.

Die Tochter Elfi ging zum Strich,
sie tromm von dicker Knete.
„Die Kerle fliegen doch auf mich,
und somit hölnd ich törichtlich,
wenn ich mich nicht prostäte.“

Indes, sie wurd nicht wirklich reich
und lebt heut’ von der Stütze
bei Husum hinter’m Außendeich;
war schon als Kind im Kopf recht weich,
nur Flausen, wenig Grütze.

Denkt Frieda dann an Max, den Sohn,
kommt endlich ihr das Würgen:
im Alter von elf Jahren schon
gab’s für die Bullen Hochsaison,
ging Max auf Tour mit Jürgen.

„Ach“, stohn die Frieda, „is egal,
jetzt hab’ ich meine Ruhe.“
Dann kloob sie Geld aus dem Regal
(des Herkunft war auch nicht legal)
und schlopf in ihre Schuhe.

Nur Eier, Brot und etwas Wein
wollt’ sie noch schnell sich holen,
prompt storlp sie in ein Auto rein,
brach Waden- sich und Nasenbein
und lielch doch unverhohlen.

Denn: Schmerzensgeld, sie wußt’s sofort,
gält’s künftig zu erstreben.
Und noch an jenem Unfallort
passor die Wandlung, über Bord,
warf sie ihr altes Leben.

Heut’ hält Frieda R. sich fit
mit Turnen und Gewichten,
und wenn sie auf die Straße tritt,
so rechnet stets ihr Arzt damit,
die Knochen ihr zu richten.

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