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Freiheit für Pegasus

Ich riem heut' a-b-c und b,
das tat ich nie zuvor.
So kam am Ende noch heraus,
waß lang schon in mir gor.

Mit a-b-b-a hab' ich mich
seit kurzem in den Haaren,
denn diese Verse waren
mir irgendwie zu feierlich.

Es gäb' ja noch a-b-a-b,
doch wird mir's bald zu fadig,
wenn ich mein Kreuzgereime seh',
macht mich das langsam madig.

Der Zeilen vier a-a-b-b
sind, wenn ich es denn recht beseh',
nicht wirklich Dichters Knüller:
kein Schliff, kein Pepp, kein Brüller.

Ganz postmodern: a-b-c-d
da reimt sich gar nichts mehr.
Das will ich nicht, das ödet mich,
es gilt doch: Reim muß seim!

Auch an der Metrik könnte man fummeln,
ja, warum denn nicht?
Und sich dergestalt Lorbeer beim Leser erschummeln,
denk' ich zu schlicht?

Der Zeilen nun fünf statt der üblichen vier
erönffen uns hinsilcht der Rhythmen
ganz neue Aspekte - und glauben Sie mir,
auch dem schlichtesten Dichter geröch' es zur Zier,
solch Gereime dem Leser zu widmen.

Man kann das auch drehen
und anders gestalten,
und wie Sie nun sehen,
gibt's kaum noch ein Halten,
wenn sich hemmungslos wilde Ideen entfalten.

Ich will zurück zum Anfang geh'n,
vier Zeilen soll'n genügen;
mir doch egal, wie ihr es macht,
laßt Pegasus nur fliegen!

amarillo

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