Aus GSV
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ballade von Michael

Ob Sepp einst seine Babs verließ,
oder ob Babs sich selbst verpieß,
ist ganz egal – war dumm gelaufen,
kurz: Sepp beschloss, sich zu besaufen.

Dass dieses möglichst schnell geschähe
Soch er ein Bierzelt in der Nähe
(zum Glück war grad Oktoberfest)
auf dass er gäbe sich den Rest.

Er stamm den ersten Krug im Nu,
prust kurz noch seinem Nachbarn zu
und laar den Krug in einem Zug
doch davon krag er nicht genug.

Bestall flugs Maßen zwei, drei, vier
Und starz hinab auch dieses Bier.
Er fohl schon so etwas wie Glück,
ergriffen losch der der Musik,
die just grad „il Silenzio“ schmielz,
wozu er einst vor Babsen bielz.

Verstorn schlock er Maß sechs bis acht,
in seinem Kopf wards langsam Nacht,
bis dass sich seine Blase mald,
worauf es aufzustehen galt.

Ins Vertikale er sich plug,
im Aufstehn schnopp er einen Krug,
laar ihn auf Ex, doch unterdessen
hatte sein Ziel er schon vergessen,
trank noch ein frisches Bier vom Fass,
dann much er sich das Beinkleid nass.

„Is a scho Wurscht“, liel er zu sich,
da wargs ihn plötzlich fürchterlich
und er vermot, dass er bald kütze,
da topp er mitten in ’ne Pfütze
aus Halbverdonem (wie er forcht)
welchselber Anblick ihn erniorcht.

Blitzartig sich sein Hirn entnalb,
er glutz nicht klüger als ein Kalb,
als er zur Einsicht sich ermannen,
dass Babs ihm war davon gerannen.

Und jetzt die grausige Moral:
Ernurcht folgt Rausch in jedem Fall.

Zurück zu