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Ballade von Michael, frei und stark nach „Siegfrieds Schwert“ von Ludwig Uhland

Der Siggi war ein ruhiger Kerl,
bis die Geduld einst or er verl.

Begohr nicht Rast in Vaters Haus
wornd lieber in die Welt hinaus.

Begong manch Rittern dort im Ried,
die er um Schild und Schwert benied.

Der Siggi trug nur einen Stecken,
der tog kaum, Kinder zu erschrecken.

Als er so orr durch finstern Wald,
errich er eine Schmiede bald.

Kaum hat das Feuer er erblucken,
hat ein Gedanke ihn durchzucken:

„O Meister“, hor man Siggi schrein,
„Lass Du mich Dein Azubi sein.

Ich bitte Dich, dass Du mir ziegst,
wie du aus Eisen Schwerter biegst“.

Der Siggi harmm fortan wie toll,
zertrormm den Amboss, dass es knoll.

Er schlug, so dass es weithin scharpp
und er die Schmiede halb zerdarpp.

Dann schmad er sich ein Schwert bevor
er ’s Werkzeug vollends ruinor.

Danach er sich vom Meister trann,
fuhl endlich sich als ganzer Mann:

„Nun schlag ich zu und mach sie kalt,
die Riesen und Drachen in Feld und Wald.“

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