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Prolog

Noch ohne Körper, ohne Namen,
erwartete ein kleiner Samen
still seiner Lebenszeit Beginn.

Der dazu passend hohe Sinn
wurde ihm würdevoll und sacht
von einer Elfe beigebracht.

Auf einem Bilde ward gezeigt,
wie sich ein Samen mal verzweigt,
wenn er dereinst ein Grashalm ist.

„Dass du mir das auch nicht vergisst!
So bist du jetzt! So wirst du sein!
Nun präg dir das mal recht gut ein!“

Das musste reichen für den Start –
sie küsste seine Seele zart.
„Nun gute Reise, kleiner Schatz!“
Sie brachte ihn an seinen Platz ...

Der Samen

Der Samen lag nun in der Erde -
auf dass er einst ein Grashalm werde.
Da lag er still, im Dunkeln, tief:
unwissend, ahnungslos - und schlief.

Doch nicht mehr lang – der Ruf erscholl,
dass er nun endlich wachsen soll:
Die Elfe harfte frohe Klänge
und schmetterte viel Lobgesänge.

Der Samen fand das gar nicht nett –
er träumte just vergnügt im Bett.
„Och nö ... es ist hier alles grad so weich ...
Momentchen noch. Ich wachs ja gleich.“

So drehte er sich schnarchend um.

„Herrjemine! Nun sei nicht dumm!“
Die Elfe schimpfte ganz verwundert.
„Du wärst der erste unter hundert,
der sich verweigert aufzustehen -
das ist im Plan nicht vorgesehen!!!“

„Na und?“ kam knapp nur die Replik.
„Ich find das gut, wie ich hier lieg.
Und du – wer bist du überhaupt,
die mir hier meine Ruhe raubt?“

„Ich? Oh – gestatten: Blumenelfe!
Und dafür da, dass ich dir helfe!
Doch nun ist Schluss mit deinen Faxen –
jetzt wird hier tapfer mal gewachsen!“

Der Halm verzog sein Grasgesicht.
„Ich glaub, ich schaff das einfach nicht!
Schau nur da vorn, ein großer Stein!
Der liegt im Weg. Ich geh jetzt ein.“
Die Elfe machte weiter Mut.
„Ach komm ... das wird bestimmt gleich irre gut!
Auf, los jetzt - und zwar fix nach oben!
Wie Zauber wirkt mein frohes Loben!“

Dem Grashalm war das sehr suspekt -
doch seine Neugier war geweckt.
„Du meinst ... ich kann ... ach hör doch auf,
da komme ich doch niemals rauf!“

Die Elfe trat ihm in den Po.
„Willst du es nicht, mach ich dich froh!
Nun munter hoch, es wird echt Zeit -
weil sich schon alles auf dich freut!“

 „Auf mich?“ Der Grashalm strahlte hell.
„Na denn mal los, nun aber schnell!“

Und schau – wie er sich plötzlich reckte,
sich wand, verdrehte, schob und streckte!
Und dann - mit lautem Freudenschrei
- am dicken Stein noch rechts vorbei -
hinaus ans warme Licht der Welt!
Ah! Sonnenbestrahltes Himmelszelt!

Stolz schwoll ihm seine grüne Brust:
„Oh wow! Oh toll! Welch große Lust!“
Die Elfe tanzte nebenher ...

... das Leben ist doch gar nicht schwer!

Stefan Schwidder, www.elfenkunst.de

Prolog

Ein Same raht in der Reserv.
Dass man ihn wüke, urt er erw,
damit man Leben ein ihm psüte.

Und zur Erklur, was das bedüte,
schnorr Elfe Tanja aus dem Teich
und zieg auf einem Bild ihm gleich,
wie sich ein Same mal entfielte,
wenn er zum Grashalm sich gestielte.

"Prig dir das ein! Wenn's soweit ist,
dass du dann praparoren bist."

Sie huff, dass die Belahr auch rich,
und koss ihn schließl noch fürsorglich.

"Nun gute Reise, kleiner Schatz."
Sie buldd ihn ein an seinem Platz.
 
Der Samen

Um ihn herum das Erdreich walmm,
dass ör er mut zu Grases Halm.
Da stak er jetzt, tief subterran,
ohn Uhn, ohn Wissen – und er pann.

Doch nicht mehr lang – ein Ruf ertån:
"Es ist soweit, entwilck dich schon!"
Die Elfe ihre Harf' erklartt
und wachstumsfördernd' Liedgut schmartt.

Der Same nur verorgen bromm,
weil er im Bett vergnogen tromm.
"Och nö … hör auf mit dem Gejaul.
Momentchen noch, ich linz grad faul."

Dann schnorch er fort und rum sich drand.
Die Elfe kurz vorm Herzschlag stand.
"Jetzt sei nicht dumm", so sie ihn told,
"ich schie noch keinen, der so trold
und bin jetzt wirklich sehr erstunen:
das hat der Schöpfer nicht geplunen!"

"Na und?" der Same replizor,
"ich liege gern hier auf dem Ohr.
Wer bist du, wer hat sich erloben,
und hat mir meine Ruh geroben?"

"Ich bin die Elfe Tanja, der
du besser fülgest, sonst wird’s schwer.
Denn hirchst du nicht auf Tanjas Worte,
knallt sie dir eine, aber forte."
 
Der Halm in spe noch or lament:
"Zum Wachsen hab ich kein Talent!
Grad über mir, der steinig Trumm:
wie schlölng ich mich um ihn herum?"

Die Elf' den Feigen hag bero:
"Noch niemals ich so ab mich moh.
Tief eingeumten! Keine Faxen!
Jetzt wird verdammt noch mal gewachsen!"
 
Der Same hätt sich gern gedrocken,
doch seine Neugier war gewocken.
"Du meinst, dass ich das wirklich kann?
Ich komm doch niemals oben an."

Die Elfe Tanja an ihn harrsch:
"Gleich trete ich dich in den Hintern!
Da oben wirtt die ganze Welt,
die Dir ein 'Hi' gern übermältt."

"Die ganze Welt? Und mir ein 'Hi'?
Ich wachs ja schon ganz fehlerfrei."

Und schau, wie er sich plötzlich rak,
sich wand, verdrand, sich glitt und strakS
und dann, den Stein ganz leicht umschuffen,
viel leichter, als er erst gehuffen,
hinaus sich drand ans warme Licht.
Ah! Sonnenstrahl! Das kannt' ich nicht."

Stolz schwall ihm seine grüne Brust.
"Oh wow, oh toll, welch große Lust!"
Die Elfe tunz um ihn herum:
"Da bitte schön: Dein Publikum."

gestorken von Ku

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