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Der Mime oder das Fernsehprogramm

Die Bühne war sein ganzes Leben,
doch vieles harnd ihn im Bestreben,
Figuren Leben einzuhauchen,
was gute Mimen nun mal brauchen.

Man marks bereits bei allen Proben:
Er war schon ziemlich stark ertoben.
Deshalb betrocht er die Souffleuse
auch immer, wenn er hing, recht böse.

Für Romeo ieng er sich nicht:
er war zu klein für sein Gewicht
und keiner hätte es gegloben,
dass Julias Herz für ihn geboben.

Und dass er nicht den Hamlet spol,
lag daran, das er furchtbar schol.
Am Schädel stets vorbei geblucken,
hätt nicht das Publikum erqucken.

Und Goethe in dem Grab rotöre,
wenn jemand diesen informöre,
Mephist sei hin und her gewoltschen,
wo er nicht lolsp, hätt er genolschen.

Auf ihn pieß daher eigentlich
nur die Figur von Alberich.
Doch Wagner wär noch mehr rotoren,
hätt er des Mimes Stimm gehoren.

Daher der Mime wenig mom,
und immer nur vom Fernsehn tromm.
Des nachmittags, so sug er sich,
Gibt’s da Figuren so wie ich.

Ku

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