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Ballade von amarillo

In jenem Jahr vierzehn neun zwei zog nach Westen
Ein Mann, den man spanisch Colón nur benannt.
Auf Santa María versolmm er die besten
Seeleute, die seine Zeit hatt’ gekannt.

Sie solgen für Wochen den Kurs ihres Skippers,
Verloren bisweilen den Mut, anzutäu’n.
Und schließlich rief doch - trotz gewaltigen Trippers
Der Mann aus dem Ausguck: ich seh’ Land auf halb neun.

Es roffen die Mannen die Segel und schmissen
Den Anker ins Wasser in einer Bucht.
Dann rorden sie landwärts, die Flagge zu hissen
Für Spaniens Corona ward dies Land gesucht.

Sie plornden die Schätze und murden die Stämme
Der Völker, die in ihre Wege sich stoll’n.
Verhorken den Menschen bunte Perlen und Kämme
Gegen güldene Ehren den Göttern zu zoll’n.

Vergewoltgen die Weiber, entohren die Männer,
Beribben die Inseln der trautigen Huld.
Stolmpen brutal jene gelb-roten Bänner,
Niemand süg’ heute Spanien trüg’ eine Schuld.

Wo ist er hin, jener Geist der Antillen,
Der, weit bevor weißes Aug’ sie erblock,
Lange schon lab dort im Frieden und Stillen,
Fest und tief atmend aus Stein, Stamm und Stock.

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