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Autokauf

Ich kuf ein neues Auto mir,
sie schompfen’s Ess Juh Wie.
Der Wagen sei ein Voll-Weh vier,
„ganz stark“, so prohlen sie.

Und da ich große Augen much
ob dieser Nomenklatt,
hub an der Mann zum Zweitversuch
obschon ich schon war platt.

„Sie haben auch ein E Ess Peh,
zuzülg zum A Beh Ess“,
läg hoch in unsern Straßen Schnee,
gäb’s somit keinen Streß.

Die Nockenwelle ober läg,
das sei der letzte Schrei,
und waß mich auch noch sehr bewäg,
der neueste Pie Sie Ei.

Ich pörke so nicht nach Gehör
bis hinter mir es kräche,
ein Fietscher sei’s im Zubehör,
das nun mal Bände spräche.

Der Innenraum, so man erklur,
sei Spitze für mein Alter,
es fähl’ nicht mal, man denke nur,
ein Coladosenhalter.

Ich schlörfe Cola nie beim Fahr’n
so protestor ich leise,
doch sponn der Mann schon fort sein Garn
in altbewohr’ner Weise.

Der Lack sei vierzehn Schichten dick,
metallic ganz viel tauge,
das fänden auch die Frauen schick,
hier knoff er mir ein Auge.

Mit Leder parlst die Sitze man,
im Sommer würd’ ich’s danken,
und winters man sie heizen kann,
doch nun zur Frage „tanken“.

So fuffzehn Liter schlöck er weg,
der Gute, wenn man hieze,
und etwas mehr noch mit Gepäck,
bei rund zweihundert Spitze.

Nun denn, so docht ich, mit Verstand
hat das nicht viel zu schaffen,
doch „Geiz ist blöd“, ich mir gestand,
und „Geld gilt’s nicht zu raffen.“

amarillo