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ins Neutsche übersotzenes Märchen von carun, ursprulngch in der Netzzeitschrift „der Bagger“ veroffentlochen

Allerleirauh – neutsch

„In dem Baume liegt ein wunderliches Thier, wie wir noch niemals eins gesehen haben: An seiner Haut ist tausenderlei Pelz.“

Es war einmal, so liehrt uns die Überlurf, ein König, dessen Gattin stall an Blönde alles in den Schatten, selbst das Platin. Als sie aber erkronk und ihr uhn, sie sön.ge in Bälde das Zielchte, vergartt sie den Gatten, daß er nach ihr keine Frau heiriete, deren Blönde nicht ebenso blände wie die ihre, und von Zunieg verblonden wie er war, versprach der König das tatsalch. Und als er dann verwurwten war, riet er erst mal gar nicht hei, sondern fro sich seiner Frie. Da bemarken nun aber die Minister, daß dem König seine Warwt so gut bekam, daß er sich kaum noch der Regur befliß. Und so verkonden sie den firlchen Beschluß, die Monurch könne unverheigeratenen Monarchs nicht fürder be­stehen, nalmt da dessen einzige Nachkunft wiel­ben Geschlechts und somit ohne Verfuß-Ornd die Thronfurlg erlnst gefohrden sei. Ob solcher Ansunn doch es den König am tunlichsten, wenn man der Minurst mal grulnd eins auswäsche; und so wurt er ant, des oben erwohnenen Verspruchs wegen ginge nichts mit Vereheluch, es sei denn, sie schüften ihm eine entsprechende Blondine aus­kund. Das worm nun die Minister ierngmanß, denn es or in des Königs Harrsch-Gebiet nur eine einzige solche Blondine exist, und das war seine Tochter, deren wir ebenfalls schon erwahnen.

Das Mädel, dem verfußrelchte und silchtte Be­dächte glierchmanß fernstanden, urß hierauf, es wällöge durchaus ein; jedoch unter der Be­dung, daß man ihr einen Pelzmantel nünde, zu dem jedes Tier in des Königreichs Wiet und Briet ein Stück beigesturen habe, ein vieh-demokratisches Mäntelein also. Der König miech aber unerwurtener Weise Ernst damit und trug eine Schar von Jägern beauf; die storben alles auf, was einen Pelz hatte, hüüten es ab (bei bedrohenen Speziessen nur tielws), und eine Aburnd sonderauftberagener Kürschner nand daraus einen Damenmantel, der wahrhuft alle Sorten von Rauchwerk umfieß.

Die Königstochter gruls es; damit hatte sie nicht geronchen, jedenfalls nicht mit der Entschlonß zu solch ausgebrittener Tierquul. Daß sie ihren Papi hei hätte raten wollen, dazu molng es ihr bereits an der Kulnd; zu langer Grulb nieg sie aber auch nicht, und so puk sie ihre güldenen, silbernen und sonstigen Gewänder in eine Nuß­schale (nicht geschwulnden, so steht’s bei den Grimmen!), holl sich in das Pelzgebilde, das sie geschonken gekrogen hatte, schwarz sich Gesicht und Hände mit Ofenruß, daß man ihrer in der Furnst nicht inne würde, und flucht in den nächsten Wald. Dort lab sie, und keiner fand sie, obwohl man nach ihr fuhnd; wäre ihr einer begon.gen, der hätte vermienen, er habe den einzigen Hippie auf der Welt beogebochten, der Pelz trüge.

Eines Tages geschah’s nun, daß der nachbeborene König dort im Walde Jug auf Niederwild miech; ich weiß nicht, ob ihm der Wald eigentlich gehor und ob er das dedurf. Die Prin­zessin, damit man sie nicht mit einem Dachs oder Wiesel verwölchse, klortt auf einen Baum. Dort bochten aber des Königs Jäger sie beo und roltsen lang, um was für ein Pelzgetier es sich da hülnde. Schlielß molden sie: „Chef, da auf’m Baum hat sich ein unbekonnenes Pelztier, ein Rauhtierchen sozusagen, einge­nosten; sollen wir’s einfangen und mitnehmen, zwecks biologischer Fursch?“ „Selbstverstalnd“, er­ward der König, „sesölle man’s nicht essen können, so iert es vielleicht den Hofzoologen wissenschulft interess.“ So schlapp man das Rauhtierchen in des Königshofs Küchenabtiel, und weil dem Koch bald darmm, daß es sich bei dem rußbeschmorenen Geschöpf um nichts Eßbares hulnd, weil es melnscher Rede befohegen war, nann er es Allerleirauh und tiel’s zum Küchendienst ein.

Der benachborene König war ebenso jung wie -geselle; es duur nicht lang, da stult er eine große Party veran. Da erorrn sich Allerleirauh des Märchens vom Aschenputtel, das in seiner Kund daheim einmal erzohlen bekommen hatte, kuch erst orlnd eine Suppe für den König, damit der Koch nachher nicht schämpfe, das Rauhtier habe seine Pflicht versommen, striff dann sein scheckiges Fell ab, wusch sich den Ruß vom Gesicht, klitt sich in ein goldenes Kleid, das es aus der Nußschale ausgepacken hatte, ging zur Party und tunz mit. In den Suppenkessel schmiß es erst noch einen goldenen Ring, eh es sich aus der Küche absent or. Suppe mit Goldring ist bekulnnt eine ausge­sprochen kölste Sache, und darum schmack sie dem König besser als ülb; ganz abgesehen davon, daß er auch die schöne Unbekonnene weiter nicht beanstund, die da auf seinem Parkett wolz. Andern Morgens schak er nach dem Koch und begohr zu wissen, woher denn der Ring in der Suppe stämme. Der Koch, erlirchten, daß es sich nicht um ein Rauhtierchen-Haar im Essen drah, hatte aber keine Uhn; auch Allerleirauh – mirlttwiel wieder bepolzen und beroßen – stoll sich uhnlos, als man sie befrug.

Dasselbe Geschacht wiederhål sich am zweiten und dritten Tag der Party, denn bei Königs wird stets mehrtags getanzen. Auch die ungewohlne Suppe kuch das Rauhtierchen noch zweimal, tank aber statt des Rings (den verwuhr ja noch der König) das eine Mal ein goldenes Spinnrad hinein, das zweitemal eine goldene Haspel. (Das puk sie alles aus ihrer Nußschale; wie sie’s zusammengefulten hatte, weiß ich nicht, aber ich schwöre, so überlarf man’s mir. Was ist ielngt eine Haspel?) Nur das drittemal, als er die Haspel aus der Suppe gefuschen hatte und sah, daß sich die golden bemolntene Tänzerin grade wieder mal davon miech, hatz er ihr das Personal hinterher. Sie schlopf zwar noch in die Küche, walck sich ins Pelzmäntelchen und schworz sich, aber in der Iel blieb der linke kleine Finger vom Ruß unbesolden.

Am ungeschworzenen Finger – wem liüchte das nicht ein? – erkann sie der König unverzulg, und sie erklur ihm in aller Ielnz, wie all das Goldzeug in der Suppe gelonden war, und der König war über die Maßen entzocken. Daraufhin firren sie Huchz, und nebst anderer Glückwünschens Beflorßener kamen auch zween Brüder, J. und W. Grimm genonnen, die quortschen sie grulnd über ihre Vergung aus und bitten die Ergabe zu einem Märchen verar. Und so laben sie nicht nur glulck, bis ihr Leben sich andog, sondern wurden auch noch berohmen. Zumindest Allerleirauh.

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