Aus GSV
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Genitivus partitivus (Kollektionsfarbe))
(+ zunächst)
 
(102 dazwischenliegende Versionen von 10 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Das Engagement der Gesellschaft zur Stärkung der Verben beschränkt sich nicht auf das Verbenstärken. Denn nicht nur starke Stammformen, sondern auch ganze grammatische Fälle sind vom Aussterben bedroht und schreien nach Rettung. Am deutlichsten zeigt sich das in der verbreiteten Unsitte, Präposition wie „wegen“ oder „während“ zunehmend mit dem Dativ zu benutzen:
+
Das Engagement der Gesellschaft zur Stärkung der Verben beschränkt sich nicht auf das Verbenstärken. Denn nicht nur starke Stammformen, sondern auch ganze grammatische Fälle sind vom Aussterben bedroht und schreien nach Rettung. Am deutlichsten zeigt sich das in der verbreiteten Unsitte, Präpositionen wie „wegen“ oder „während“ zunehmend mit dem Dativ (sich langsam ausbreitend auch mit dem '''Akkusativ''') zu benutzen:
  
'''Falsch:''' ''Das ist alles nur wegen dem Unfall passiert.''<br />'''Richtig:''' ''Das ist alles nur wegen des Unfalls passiert.''
+
'''Falsch:''' ''Das ist alles nur wegen dem Unfall passiert.''<br />'''Noch fälscher:''' ''Das ist alles nur wegen '''den''' Unfall passiert.''<br />'''Richtig:''' ''Das ist alles nur wegen des Unfalls passiert.''
  
Der Spruch „Man gewöhnt sich an allem, sogar am Dativ.“ greift hier nicht. Wir zeigen, wie’s richtig geht - denn es ist des hominis sapientis unwürdig, „würdig“ mit Dativ zu konstruieren.
+
Der Spruch „Man gewöhnt sich an allem, sogar am Dativ.“ greift hier nicht. Wir zeigen, wie’s richtig geht denn es ist des hominis sapientis unwürdig, „würdig“ mit Dativ zu konstruieren.
  
== Standard ==
+
== Die Liste ==
  
Die derzeit umfangreichste im Netz zu findende Auswahl von Präpositionen, Adjektiven, Adverbien, Verben und Wendungen, die mit Genitiv verwendet werden müssen oder zumindest dürfen. Beispielsätze machen die Liste auch literarisch zum Hochgenuss.
+
Dies ist die derzeit umfangreichste im Netz zu findende Auswahl von Präpositionen, Adjektiven, Adverbien, Verben und Wendungen, die mit Genitiv verwendet wurden, werden müssen, sollten oder &ndash; namhaften Vorbildern folgend &ndash; zumindest dürfen. Beispielsätze machen die Liste auch literarisch zu einem Hochgenuss.
  
 
{| {{prettytable}}
 
{| {{prettytable}}
Zeile 27: Zeile 27:
 
! abwärts
 
! abwärts
 
| Einige sprangen vor und bückten sich nach abwärts des Flusses, woher das Geheul erscholl.<br />''Karl May, Der Sohn des Bärenjägers''
 
| Einige sprangen vor und bückten sich nach abwärts des Flusses, woher das Geheul erscholl.<br />''Karl May, Der Sohn des Bärenjägers''
 +
|-
 +
! abzüglich
 +
| Unsere Einnahmen betragen abzüglich der Steuer 5 Millionen Dollar.
 
|-
 
|-
 
! achten
 
! achten
Zeile 40: Zeile 43:
 
| Noch befand sich der Feind in unserem Kielwasser, achtern des Schiffes.
 
| Noch befand sich der Feind in unserem Kielwasser, achtern des Schiffes.
 
|-
 
|-
! abzüglich
+
! achthaben
| Unsere Einnahmen betragen abzüglich der Steuer 5 Millionen Dollar.
+
| Der Musikant geht spät nach Haus. / Begegnet ihm ein Wolf, o Graus. / Der hätt&rsquo; ihn sicher umgebracht. / Doch hatt&rsquo; er fein des Spielens acht.<br />''Aus der Sage &bdquo;Der Musiker in der Wolfsgrube am Badersberg&ldquo; aus Berga a.d. Elster''
 
|-
 
|-
 
! in Anbetracht
 
! in Anbetracht
Zeile 53: Zeile 56:
 
|-
 
|-
 
! angelegentlich
 
! angelegentlich
| Mit dem strafprozessualen Adhäsionsverfahren eröffnet der Staat die Möglichkeit, angelegentlich des Strafverfahrens auch eine zivilrechtliche Verurteilung der Straftäter „in einem Zuge“ auszusprechen, (...)<br />''§ 405 StPO''
+
| Mit dem strafprozessualen Adhäsionsverfahren eröffnet der Staat die Möglichkeit, angelegentlich des Strafverfahrens auch eine zivilrechtliche Verurteilung der Straftäter „in einem Zuge“ auszusprechen, ()<br />''§ 405 StPO''
 
|-
 
|-
 
! im Angesicht
 
! im Angesicht
Zeile 72: Zeile 75:
 
! sich annehmen
 
! sich annehmen
 
| Sie nahm sich des Kindes liebevoll an.
 
| Sie nahm sich des Kindes liebevoll an.
 +
|-
 +
! in Ansehung
 +
| Von den Pflichten des Lebens in Ansehung des Zustandes desselben.<br />''Kant, Gesammelte Schriften, Bd. 27, Berlin 1978''
 
|-
 
|-
 
! ansichtig
 
! ansichtig
Zeile 77: Zeile 83:
 
|-
 
|-
 
! ansichtlich
 
! ansichtlich
| Ansichtlich des Bahnanschlusses auf der Landesgrenze ist in der am 16. November 1864 zwischen der vormaligen Königlich hannoverschen und der Königlich niederländischen Regierung abgeschlossenen Übereinkunft verabredet worden, daß...<br />''Dt. RGBl., Band 1875, Nr. 10, Seite 101 ff., Übereinkunft zwischen dem Deutschen Reich und den Niederlanden, betreffend die Herstellung einer Eisenbahn von Ihrhove nach Nieuwe Schans''
+
| Ansichtlich des Bahnanschlusses auf der Landesgrenze ist in der am 16. November 1864 zwischen der vormaligen Königlich hannoverschen und der Königlich niederländischen Regierung abgeschlossenen Übereinkunft verabredet worden, daß…<br />''Dt. RGBl., Band 1875, Nr. 10, Seite 101 ff., Übereinkunft zwischen dem Deutschen Reich und den Niederlanden, betreffend die Herstellung einer Eisenbahn von Ihrhove nach Nieuwe Schans''
 
|-
 
|-
 
! anstatt
 
! anstatt
Zeile 87: Zeile 93:
 
! antwortlich
 
! antwortlich
 
| Antwortlich Ihres Schreibens teile ich Ihnen mit, dass wir Ihrem Antrag entsprechen.
 
| Antwortlich Ihres Schreibens teile ich Ihnen mit, dass wir Ihrem Antrag entsprechen.
 +
|-
 +
! anziehen
 +
| desselben knechts er sich an zogen hab ''(seinetwegen Klage geführt)''<br/>''Monumenta Habsburgica''
 
|-
 
|-
 
! apikal
 
! apikal
Zeile 111: Zeile 120:
 
! ausschließlich
 
! ausschließlich
 
| Alle wurden zum Feste eingeladen, ausschließlich der bösen Fee.
 
| Alle wurden zum Feste eingeladen, ausschließlich der bösen Fee.
|-
 
! außer
 
| Er hielt sich außer der Reihe und außer der Zeit außer Landes auf.<br />''Außer dieser Wendungen meist mit Dativ oder Akkusativ.''
 
 
|-
 
|-
 
! außerhalb
 
! außerhalb
 
| Sie hielten sich außerhalb des Gebäudes auf.
 
| Sie hielten sich außerhalb des Gebäudes auf.
 +
|-
 +
! auswärts
 +
| Sie hielt vor einem Haus auswärts des Ortes.
 
|-
 
|-
 
! ausweislich
 
! ausweislich
Zeile 133: Zeile 142:
 
| Das Stammhirn liegt basal des Großhirnes.
 
| Das Stammhirn liegt basal des Großhirnes.
 
|-
 
|-
! bedenken
+
! sich bedenken
 
| Ich habe mich zweier Wege bedacht, diesen Wunsch desto eher zu erreichen.<br />''Lessing''
 
| Ich habe mich zweier Wege bedacht, diesen Wunsch desto eher zu erreichen.<br />''Lessing''
 
|-
 
|-
Zeile 144: Zeile 153:
 
! bedürftig
 
! bedürftig
 
| Der Genitiv ist des Rettens bedürftiger denn der Dativ.
 
| Der Genitiv ist des Rettens bedürftiger denn der Dativ.
 +
|-
 +
! befinden
 +
| Ich hab befunden des schweren Lastes der Sünden.<br />''Keisersberg''
 
|-
 
|-
 
! sich befleißen
 
! sich befleißen
Zeile 150: Zeile 162:
 
! sich befleißigen
 
! sich befleißigen
 
| Sie befleißigt sich einer gehobenen Ausdrucksweise.
 
| Sie befleißigt sich einer gehobenen Ausdrucksweise.
 +
|-
 +
! befreien
 +
| Ich war der Wankelmut des Glückes ganz befreit.
 +
|-
 +
! sich befreunden
 +
| Ich [...] habe mich der Geognosie befreundet, veranlaßt durch den Flözbergbau.<br />''Goethe, in: Die Entstehung von Goethes Werken in Dokumenten, Berlin 2006''
 
|-
 
|-
 
! sich begeben
 
! sich begeben
 
| Ich begebe mich freiwillig meiner Touristen-Immunität.
 
| Ich begebe mich freiwillig meiner Touristen-Immunität.
 +
|-
 +
! begehren
 +
| Sie begehrte in Unehren seiner.
 
|-
 
|-
 
! begierig
 
! begierig
Zeile 160: Zeile 181:
 
| o gnedigster herr und fürst, ich hoff ir wöllen mir des leibes begnaden.<br />''Eulenspiegel''
 
| o gnedigster herr und fürst, ich hoff ir wöllen mir des leibes begnaden.<br />''Eulenspiegel''
 
|-
 
|-
! behelfs
+
! sich begnügen
 +
| Das Volk begnügte sich nicht müßigen Zuschauens.<br />''Beckers (siehe [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GB02587 Deutsches Wörterbuch])''
 +
|-
 +
! sich behelfen
 +
| Sich des Eides behelfen.<br />''Erklärung des Landfriedens von 1522''
 +
|-
 +
! behelfs
 
| Der Boxer hieb seinen Gegner behelfs eines beherzten Faustschlages in die Ecke des Rings.
 
| Der Boxer hieb seinen Gegner behelfs eines beherzten Faustschlages in die Ecke des Rings.
 +
|-
 +
! behilflich
 +
| Ein Kaiser soll jedem seines Rechten behülflich sein.<br />''Zinkgref''
 
|-
 
|-
 
! behufs
 
! behufs
Zeile 171: Zeile 201:
 
! beiderseits
 
! beiderseits
 
| Beiderseits des Brunnens hielten finstere Gesellen Wache.
 
| Beiderseits des Brunnens hielten finstere Gesellen Wache.
 +
|-
 +
! beidseitig
 +
| Bologna liegt beidseitig des Ärmelkanals.
 
|-
 
|-
 
! beidseits
 
! beidseits
 
| Beidseits des Flusses sah man viele Ausflügler.
 
| Beidseits des Flusses sah man viele Ausflügler.
 +
|-
 +
! sich bekennen
 +
| Seine Söhne schämten sich seiner, in feigem Kreise umfingen sie das Haus, damit sie seiner nicht gewahr würden und sich nicht müßten seines Blutes bekennen vor den andern.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 +
|-
 +
! bekommen
 +
| daz die keiserin lang nie mocht bechomen eines chindes<br/>''Gesta Romanorum''
 
|-
 
|-
 
! belehren
 
! belehren
Zeile 183: Zeile 222:
 
! sich bemeistern
 
! sich bemeistern
 
| Ich bemeisterte mich meines Zornes und hub an ruhig zu sprechen.
 
| Ich bemeisterte mich meines Zornes und hub an ruhig zu sprechen.
 +
|-
 +
! benebst
 +
| Wahre eigentliche Abbildung Der Belagerung vor Peter-Waradein: Benebst des Türckischen Auffbruchs und schändlichen Flucht alldar.<br/>''Bildbetitelung von 1694 (http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2007/7685/)''
 
|-
 
|-
 
! benötigt
 
! benötigt
Zeile 193: Zeile 235:
 
| Bergseits der Straße wird seitens des Bauamtes keine weitere Baustelle zugelassen.
 
| Bergseits der Straße wird seitens des Bauamtes keine weitere Baustelle zugelassen.
 
|-
 
|-
! berühmen
+
! berichtet
 +
| Die Steuerleute aber wissen sich<br /> Für großer Furcht nicht Rat und sind des Fahrens<br /> Nicht wohl berichtet''<br /> Schiller, Wilhelm Tell''
 +
|-
 +
! sich berühmen
 
| Ich fürchte, meine Aktion kann sich keiner großen Erfolge berühmen.''<br /> Lisa Simpson''
 
| Ich fürchte, meine Aktion kann sich keiner großen Erfolge berühmen.''<br /> Lisa Simpson''
 
|-
 
|-
 
! beschämen
 
! beschämen
| Diese Sache beschämt mich meines Bruders.
+
| Diese Sache beschämt mich meines Bruders.<br/>''Auch mit der Präposition ''für'', allerdings nicht wesentlich verbrittener.''
 
|-
 
|-
 
! beschuldigen
 
! beschuldigen
| Er wurde der Untreue beschuldigt.
+
| In der Theologie hingegen muß ich mich des Rückschreitens beschuldigen ... <br />''Heinrich Heine, Nachwort zum Romanzero, 1851''
 
|-
 
|-
 
! sich besinnen
 
! sich besinnen
| Als aber auch seine Jahre erfüllt waren [...], besann sich keiner im Volke mehr dessen, den das Land einst gerühmt mit den vier Namen der Tugend.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''<br />''mit Genitiv noch verbreitet in der Wendung:<br />''sich eines Besseren besinnen
+
| Als aber auch seine Jahre erfüllt waren (…), besann sich keiner im Volke mehr dessen, den das Land einst gerühmt mit den vier Namen der Tugend.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''<br />''mit Genitiv noch verbreitet in der Wendung:<br />''sich eines Besseren besinnen
 
|-
 
|-
 
! betreffs
 
! betreffs
 
| Betreffs unseres Anliegens haben wir von Ihnen noch keine Reaktion.
 
| Betreffs unseres Anliegens haben wir von Ihnen noch keine Reaktion.
 +
|-
 +
! bewegen
 +
| got, der antlitzes sich bewac nâch menschen antlitze<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
 
|-
 
|-
 
! bewusst
 
! bewusst
Zeile 213: Zeile 261:
 
! bezichtigen
 
! bezichtigen
 
| Er ward des Mordes an seiner Frau bezichtigt.
 
| Er ward des Mordes an seiner Frau bezichtigt.
 +
|-
 +
! beziehentlich
 +
| Beziehentlich des Volkstribuns Tiberius Gracchus, zur Zeit und bei Gelegenheit seiner Ermordung auf dem Capitol, lauten des Asellio Worte folgendermaßen (…)<br/>''Aulus Gellius, Attische Nächte, II. Buch, 13. Kapitel''<br/>''
 
|-
 
|-
 
! bezüglich
 
! bezüglich
 
| Bezüglich der weiteren Transaktionen gelten die vertraglichen Vereinbarungen.
 
| Bezüglich der weiteren Transaktionen gelten die vertraglichen Vereinbarungen.
 
|-
 
|-
! binnen
+
! bitten
| Sie muss sich binnen dreier Tage auf dem Amt melden.<br />''(auch mit Dativ)''
+
| ich endarf in niht mêr heiles biten<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
 +
|-
 +
! bloß
 +
| aller vriuntschaft stâst du blôჳ<br/>''Bonerius, Der Edel Stein''
 +
|-
 +
! borgen
 +
| daჳ ich der rede gegen ir sô lange borge<br/>''Jakob von Warte''
 +
|-
 +
! brauchen
 +
| ''(„bedürfen“)'' Ich bin ein Landmann, brauche nicht des Helms.<br />''Schiller, Jungfrau von Orleans''<br />''(„Gebrauch machen von“)'' Wie, wenn wir sein jetzt brauchten in der Not?<br />''Schiller, Wilhelm Tell''
 +
|-
 +
! brechen
 +
| des brôtes si sament prâchen<br/>''Wiener Genesis''
 +
|-
 +
! breit
 +
| Sag ihm, dass ich mich nicht eines Fingers breit von dem Herrn Jesus hinwegbegeben werde.<br />''Leo Perutz, Nachts unter der steinernen Brücke''
 
|-
 
|-
 
! sich brüsten
 
! sich brüsten
Zeile 227: Zeile 293:
 
|-
 
|-
 
! cranial
 
! cranial
| Die Augenhöhle liegt lateral der Siebbeinzellen und cranial der Kieferhöhle.
+
| Die Augenhöhle liegt cranial der Kieferhöhle.
 
|-
 
|-
! (dank)
+
! danken
| Dank seines Einsatzes konnten wir einen großen Erfolg verzeichnen.<br />''(besser mit Dativ)''
+
| Des wollen wir Gott danken.
 
|-
 
|-
! diesseits
+
! dauern
| Diesseits der Grenze grünt und blüht ’s.
+
| Ach wie dauert mich der Zeit!<br/>''Günther (siehe [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GD00951 Deutsches Wörterbuch])''
 
|-
 
|-
! distal
+
! denken
 +
| Aber er achtete ihrer nicht, und so verliefen sie sich bald und dachten seiner nicht mehr.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 +
|-
 +
! dick
 +
| durch ein pfort stark und grosz, / wol dreier klafter dick. <br />''Hans Sachs''
 +
|-
 +
! diesseits
 +
| Nach der Juliusrevolution ließ man jenseits wie diesseits des Rheines die Maske fallen. <br />''Heinrich Heine, Nachwort zum Romanzero, 1851''
 +
|-
 +
! distal
 
| Bei einem Großteil derartig verletzter Patienten lassen sich noch Pulse distal einer Aortenverletzung nachweisen.
 
| Bei einem Großteil derartig verletzter Patienten lassen sich noch Pulse distal einer Aortenverletzung nachweisen.
 
|-
 
|-
 
! dorsal
 
! dorsal
 
| Dorsal der Chorda der Seescheiden befindet sich das Neuralrohr.
 
| Dorsal der Chorda der Seescheiden befindet sich das Neuralrohr.
 +
|-
 +
! dürsten
 +
| Zuvor reizte mich des Fremden Gold, nun dürstet mich seines Blutes.<br />''Felix Dahn, Walther und Hildgund''
 +
|-
 +
! ehren
 +
| Wo man solchen Sang nun thut, des sind die Falschen geehret.<br />''Wolfram von Eschenbach, Parzifal''
 +
|-
 +
! eilen
 +
| Er eilte seines Weges.
 
|-
 
|-
 
! eingangs
 
! eingangs
Zeile 255: Zeile 339:
 
! einschließlich
 
! einschließlich
 
| Die Wertsachen werden auf den Tisch gelegt, einschließlich aller Uhren!
 
| Die Wertsachen werden auf den Tisch gelegt, einschließlich aller Uhren!
 +
|-
 +
! einwärts
 +
| Der Straßenverkehr einwärts des Ortsbezirkes muss beruhigt werden.
 +
|-
 +
! ende
 +
| Den Schuster finden Sie ende der Straße.
 
|-
 
|-
 
! sich entäußern
 
! sich entäußern
Zeile 279: Zeile 369:
 
! enterben
 
! enterben
 
| Er enterbte ihn seines Anteils.
 
| Er enterbte ihn seines Anteils.
 +
|-
 +
! entfremden
 +
| Träumend begegnet sich das Ich seiner entfremdet und von seiner Umwelt isoliert, als ein Wesen ohne eigene Identität, ohne die eigenen vier Wände.<br />''Irmela von der Lühe, Träume vom Terror, in: Dichterisch denken - Hannah Arendt und die Künste, Göttingen 2007''
 
|-
 
|-
 
! sich enthalten
 
! sich enthalten
Zeile 287: Zeile 380:
 
|-
 
|-
 
! entkleiden
 
! entkleiden
| (...), eine Geheimzahl, die ich nicht hinschreiben kann, sonst würde ich sie ihres geheimen Charakters entkleiden und vernichten.<br />''Axel Hacke, Das Geheimzahlengrab''
+
| (), eine Geheimzahl, die ich nicht hinschreiben kann, sonst würde ich sie ihres geheimen Charakters entkleiden und vernichten.<br />''Axel Hacke, Das Geheimzahlengrab''
 +
|-
 +
! entladen
 +
| Sie entluden das Schiff seiner Last.
 
|-
 
|-
 
! entlang
 
! entlang
 
| Entlang des Weges wuchs blauer Enzian.
 
| Entlang des Weges wuchs blauer Enzian.
 
|-
 
|-
! entledigen
+
! entlassen
| Er entledigte sich seiner Lasten.
+
| Sie wurde des Dienstes entlassen.
 +
|-
 +
! sich entlasten
 +
| Er entlastete sich seiner Sorgen und weinte sich aus.
 +
|-
 +
! entledigen
 +
| Er entledigte sich seiner Lasten.
 +
|-
 +
! entleeren
 +
| In dem Augenblick (...) nahm der Herr sein grünes Agrarierhütchen vom Kopf und entleerte es seines Wassers auf Diederichs Frackhemd.<br />''Heinrich Mann, Der Untertan''
 
|-
 
|-
 
! entraten
 
! entraten
 
| Die Psychologen unter den Lesern sollten hier der Analyse entraten.
 
| Die Psychologen unter den Lesern sollten hier der Analyse entraten.
 +
|-
 +
! sich entsagen
 +
| Wem das Lieben will behagen,<br /> muss des Lebens sich entsagen.<br />''Friedrich von Logau''
 +
|-
 +
! entschädigen
 +
| Entschädigt sie des Leides, das ihr ihr habt gethan. <br />''Karl Simrock (Übers.), Nibelungenlied, Vers 1253''
 
|-
 
|-
 
! sich entschlagen
 
! sich entschlagen
| Das ist es, weshalb ich mich des Wohlwollens für sie, helf Gott, nicht ganz entschlagen kann.
+
| Das ist es, weshalb ich mich des Wohlwollens für sie, helf Gott, nicht ganz entschlagen kann.<br/>''aus: Thomas Mann, Der Erwählte''
 +
|-
 +
! sich entschuldigen
 +
| Sie entschuldigte sich ihrer Tränen.<br />''Inge Scholl, Die weiße Rose''
 
|-
 
|-
 
! entsetzen
 
! entsetzen
| (''„verlustig gehen“'') Da ist mir’s wie einem, der aller seiner Ehren und Würden entsetzt.
+
| ''(„verlustig gehen“)'' Da ist mir wie einem, der aller seiner Ehren und Würden entsetzt, und dem der Degen genommen wird.<br />''Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Leipzig 1825''
 
|-
 
|-
 
! sich entsinnen
 
! sich entsinnen
Zeile 308: Zeile 422:
 
|-
 
|-
 
! sich entwöhnen
 
! sich entwöhnen
| Entwöhne dich schleunigst dieser Unsitte!
+
| Die Kriege führte man fast nur mit Söldnern, und der Bürger entwöhnte sich des Waffendienstes.<br/>''Handbuch der klassischen Alterthums-Wissenschaft, Bd. 4, Die griechischen Staats- und Rechtsaltertümer, München 1892''
 +
|-
 +
! sich entziehen
 +
| daჳ si des landes sich entziehe<br/>''Hartmann von Aue, Gregorius''
 
|-
 
|-
 
! sich erbarmen
 
! sich erbarmen
| Und dieses Schuftes erbarmst du dich?
+
| Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du nimmst hinweg die Sünde der Welt: erbarme dich unser (...).<br/>''Gloria in excelsis Deo''
 
|-
 
|-
 
! sich erdreisten
 
! sich erdreisten
Zeile 320: Zeile 437:
 
|-
 
|-
 
! sich erfrechen
 
! sich erfrechen
| Er erfrechte sich eines ungehörigen Tones.
+
| Ein Schüler erfrechte sich, ihn, (...) den Verfasser der "Lateinischen Grammatik für den Schulgebrauch, mit besonderer Rücksicht auf die oberen Klassen" (...), von der geweihten Höhe seines eigenen Katheders aus lächerlich zu machen!<br />''Ernst Eckstein, Gesammelte Schulhumoresken, 1910''
 
|-
 
|-
 
! sich erfreuen
 
! sich erfreuen
| Sie erfreut sich besonderer Privilegien.
+
| Dann vollzog er mit ihr die Ehe und erfreute sich ihrer lange in Liebe, ohne daß sie oder ein anderer je bemerkt hätte, daß ein anderer als Gisippus bei ihr läge.<br />''Giovanni Boccaccio, Il Decamerone''
 
|-
 
|-
 
! sich ergetzen / ergötzen
 
! sich ergetzen / ergötzen
 
| Ich will gehn, heizen und zusetzen,<br /> Dann meines Unmuts mich ergetzen<br />''Hans Sachs, Das Kälberbrüten''
 
| Ich will gehn, heizen und zusetzen,<br /> Dann meines Unmuts mich ergetzen<br />''Hans Sachs, Das Kälberbrüten''
 +
|-
 +
! sich erholen
 +
| Sie kamen in seine Höhle, um sich über vielerlei Dinge (...) Rats zu erholen. <br />''Alfred Döblin, Die drei Sprünge des Wang-Lun''
 
|-
 
|-
 
! erinnerlich
 
! erinnerlich
Zeile 336: Zeile 456:
 
! sich erkühnen
 
! sich erkühnen
 
| Wenn man sich eines innerhalb des Genres sondernden Geschmackes erkühnt, sind manche Leute böse.
 
| Wenn man sich eines innerhalb des Genres sondernden Geschmackes erkühnt, sind manche Leute böse.
 +
|-
 +
! erlösen
 +
| er wirt mit swacher buoჳe grôჳer sünde erlôst<br/>''Walther von der Vogelweide''
 
|-
 
|-
 
! sich ermächtigen
 
! sich ermächtigen
| Und ich hörte viel und oft erzählen von dem groszen Inselvolk ... und dasz sie schon die grosze Stadt Paris inn hätten, und des Reiches sich ermächtigt.<br />''Schiller''
+
| Und ich hörte viel und oft erzählen von dem groszen Inselvolk und dasz sie schon die grosze Stadt Paris inn hätten, und des Reiches sich ermächtigt.<br />''Schiller''
 
|-
 
|-
 
! ermangeln
 
! ermangeln
 
| Er ermangelt der Übung.
 
| Er ermangelt der Übung.
 +
|-
 +
! sich erretten
 +
| Sich der Feinden erretten.<br />''Plutarch''
 
|-
 
|-
 
! sich erwägen
 
! sich erwägen
| ...der mag sich seines Glücks erwegen.<br />''Luther''
+
| …der mag sich seines Glücks erwegen.<br />''Luther''
 
|-
 
|-
! sich erwehren
+
! erwähnen
| Sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren.
+
| Erst Plinius erwähnt des Feuerzeichens, (…)<br />''L. A. Veitmeyer, Der Pharos zu Alexandrien (1900)''
 +
|-
 +
! erwarten
 +
| In Padua, wo seine Studien ihn fesselten, erwartete Fernando des frohen Augenblickes nur, der ihm vergönnen sollte u. s. w.<br />''Schiller''
 +
|-
 +
! sich erwehren
 +
| Sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren.
 
|-
 
|-
 
! exklusive
 
! exklusive
Zeile 360: Zeile 492:
 
! im Falle
 
! im Falle
 
| Im Falle eines Misserfolges darf er sich auf seine Köpfung freuen.
 
| Im Falle eines Misserfolges darf er sich auf seine Köpfung freuen.
 +
|-
 +
! fehlen
 +
| darumb so haben wir des rechten weges gefeilet.<br />''Lutherbibel, Die Weisheit Salomonis V, 6 (1545)''
 
|-
 
|-
 
! fernab
 
! fernab
Zeile 368: Zeile 503:
 
|-
 
|-
 
! findig
 
! findig
| Ich habe z.B. noch ein großes Konvolut Jugendgedichte, die ich nie in den normalen Müll geben mochte, weil ich befürchte, daß ein Herr von der Stadtreinigung ihrer findig werden und sie veröffentlichen könnte, um in Talkshows als Müllmann der Lyrik gefeiert zu werden.<br />''Max Goldt, Das Diskretionsteufelchen und der Motivationsfisch''
+
| Ich habe z.B. noch ein großes Konvolut Jugendgedichte, die ich nie in den normalen Müll geben mochte, weil ich befürchte, daß ein Herr von der Stadtreinigung ihrer findig werden und sie veröffentlichen könnte, um in Talkshows als Müllmann der Lyrik gefeiert zu werden.<br />''Max Goldt, Das Diskretionsteufelchen und der Motivationsfisch (in: Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau)''
 +
|-
 +
! fliehen
 +
| Und er floh des Weges zum blachen Felde.<br />''Lutherbibel, 2 Könige 25, 4''
 +
|-
 +
! fluchen
 +
| ob sie des wütrichs flucht und seinen tod doch hasset<br/>''Lessing 3, 348''
 +
|-
 +
! folgen
 +
| &bdquo;des volge ich&ldquo;, sprach Liddamus.<br/>''Wolfram von Eschenbach, Iwein''
 +
|-
 +
! fragen
 +
| Doch ich frage dich nicht deines Weges.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
|-
 
! frei
 
! frei
Zeile 378: Zeile 525:
 
! sich freuen
 
! sich freuen
 
| Die Enten freuen sich des Regens, während die Hühner, denen Trockenheit lieber ist, dröpsteertig herum steigen.<br />''in: Brief von Wilhelm Busch an Grete Meyer vom 20.10.1900''
 
| Die Enten freuen sich des Regens, während die Hühner, denen Trockenheit lieber ist, dröpsteertig herum steigen.<br />''in: Brief von Wilhelm Busch an Grete Meyer vom 20.10.1900''
 +
|-
 +
! frönen
 +
| Kempowski nahm sich stets davor in Acht, wortschweifig des Weiten und Breiten zu frönen, er fasste sich kurz.<br />''Ludwig Harig, Alles unter Dach und Fach (Die Zeit 42/2007)''
 +
|-
 +
! froh
 +
| Einzig dessen bin ich froh und dafür danke ich Gott, dass ich wenigstens Dich von sehr vielen Mühen befreit weiß.<br />''Petrarca, Familiaria 2,5, An den Domikinaner Giovanni Colonna''
 
|-
 
|-
 
! fündig
 
! fündig
| Endlich wurde sie ihrer Traumwohnung fündig.
+
| Auch die Wirsich Agnes von Oberlüftenegg wird auf ihrem Feld zweimal eines Eies fündig.<br/>[http://books.google.com/books?id=PS2Fvv9omEUC&lpg=PA36&ots=mdJEtLT7Jc&dq=%22eines%20*%20f%C3%BCndig%22&hl=de&pg=PA36#v=onepage&q=%22eines%20*%20f%C3%BCndig%22&f=false ''Reinhard Haller, Frauenauer Sagen: Erzählen im Bayerischen Wald'']
 
|-
 
|-
! sich gebrauchen
+
! fürchten
| Darauf gebrauche dich deiner Wörter, und sprich: Hocus Pocus, bey meiner Gewalt und Erfahrenheit gebiete ich, daß dieß zerschnittene Band wieder ganz werde.<br />''Hocus Pocus, oder der kurzweilige Taschen-Spieler''
+
| Dass ich nit gerne sehe die Ketzer vorbrennen, spricht er, ich furcht der Haut.<br />''Luther, Von den neuen Eckischen Bullen und Lügen (1520)''
 +
|-
 +
! sich gebrauchen
 +
| Darauf gebrauche dich deiner Wörter, und sprich: Hocus Pocus, bey meiner Gewalt und Erfahrenheit gebiete ich, daß dieß zerschnittene Band wieder ganz werde.<br />''Hocus Pocus, oder der kurzweilige Taschen-Spieler''
 +
|-
 +
! gebrauchen
 +
| Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen.<br />''Goethe, Faust''
 +
|-
 +
! gebrechen
 +
| Das ganze Kinderwäschegezücht:<br /> Es an den Staden der Rosen gebricht!<br />''Cemal Tarik Sedde, Es an den Staden der Rosen gebricht<br /> (eigentlich mit an + Dativ)''
 
|-
 
|-
 
! gedenk
 
! gedenk
Zeile 390: Zeile 552:
 
! gedenken
 
! gedenken
 
| Wir wollen der Toten gedenken.
 
| Wir wollen der Toten gedenken.
 +
|-
 +
! im Gegensatz zu
 +
| &bdquo;Mein Gott&ldquo; dachte ich, &bdquo;der Mann muß der Menschheit außerordentlich wichtige Dienste geleistet haben, daß die großen Herren und Damen, ganz im Gegensatz zu ihres heutzutage so weitverbreiteten Geizes, ihn so mit Geschenken, die es zu sein schienen, überhäuft haben.&ldquo;<br/>''Gottfried August Bürger, Münchhausen, Viertes Seeabenteuer, Rastatt 1977''
 +
|-
 +
! gegenwarts
 +
| Wer gegenwarts der Frau die Dienerinnen schilt, der Gebiet'rin Hausrecht tastet er vermessen an … <br />''Goethe, Faust II, 3. Akt''
 
|-
 
|-
 
! gehen
 
! gehen
Zeile 397: Zeile 565:
 
| Gelegentlich eines Besuches im Züricher Zoo sahen wir den Affen beim Lausen zu.
 
| Gelegentlich eines Besuches im Züricher Zoo sahen wir den Affen beim Lausen zu.
 
|-
 
|-
! geschweigen
+
! gelüsten
| Schon deshalb, andrer Gründe zu geschweigen, lese ich lieber in jeder anderen Sprache, als Deutsch.<br />''Arthur Schopenhauer, Über die Verhunzung der Deutschen Sprache''
+
| Es gelüstet mich eines großen Schokoladeneisbechers.
 
|-
 
|-
! sich getrauen
+
! genesen
| Es mehrten sich die Werbungen um ihre Hand von stolzen Fürsten der Kristenheit, die sich des Antrags wohl getrauen durften.<br />''Thomas Mann, Der Erwählte''
+
| Sie genas eines gesunden Knaben.<br />Er wird seiner Krankheit nicht mehr genesen.
 
|-
 
|-
! sich getrösten
+
! genießen
 +
| Will sie sich der Welt wiedmen, so bleibe ich zu hause, bin fleisig und geniese des Glücks ihrer Nähe erst wenn der Hof sie entlässt.<br />''Goethe am 24. Oktober 1784 an Frau von Stein''
 +
|-
 +
! gereuen
 +
| Gereut es dich nicht deiner Missetaten?
 +
|-
 +
! geschweigen
 +
| Schon deshalb, andrer Gründe zu geschweigen, lese ich lieber in jeder anderen Sprache, als Deutsch.<br />''Arthur Schopenhauer, Über die Verhunzung der Deutschen Sprache''
 +
|-
 +
! geständig
 +
| Er war seiner Tat geständig.
 +
|-
 +
! sich getrauen
 +
| Es mehrten sich die Werbungen um ihre Hand von stolzen Fürsten der Kristenheit, die sich des Antrags wohl getrauen durften.<br />''Thomas Mann, Der Erwählte''
 +
|-
 +
! sich getrösten
 
| Sie getröstete sich anderer Gelegenheiten.
 
| Sie getröstete sich anderer Gelegenheiten.
 
|-
 
|-
Zeile 411: Zeile 594:
 
! gewahren
 
! gewahren
 
| Er gewahrte der Gefallenen und weinte bitterlich.
 
| Er gewahrte der Gefallenen und weinte bitterlich.
 +
|-
 +
! gewähren
 +
| Der Dichter mochte damit den Wunsch ausdrücken, baldmöglich von dem Landgrafen beschenkt [...] zu werden. In einem weiteren Liede finden wir ihn dieses Wunsches gewährt.<br/>''Ludwig Uhland, Walther von der Vogelweide, ein altdeutscher Dichter, Stuttgart 1822''
 
|-
 
|-
 
! gewärtig
 
! gewärtig
Zeile 416: Zeile 602:
 
|-
 
|-
 
! gewärtigen
 
! gewärtigen
| (...) Diederich, der Majestät gewärtigt, auf vorgestreckter Brust den Kronenorden vierter Klasse.<br />''Heinrich Mann, Der Untertan''
+
| () Diederich, der Majestät gewärtigt, auf vorgestreckter Brust den Kronenorden vierter Klasse.<br />''Heinrich Mann, Der Untertan''
 +
|-
 +
! gewinnen
 +
| des gewinne ich schaden<br/>''Wirnt von Grafenberg, Wigalois''
 
|-
 
|-
 
! gewiss
 
! gewiss
 
| Sie können sich großen Beifalls gewiss sein.
 
| Sie können sich großen Beifalls gewiss sein.
 
|-
 
|-
! habhaft
+
! gewohnt
| Die Polizei konnte des Trickbetrügers habhaft werden.
+
| Die meisten sind des Lügens gewohnt.
 
|-
 
|-
! halben
+
! gönnen
| Zum dritten haben sie St. Valentin der fallenden Sucht zum Patron gesetzt, nun liest man ja nichts in seiner Legende, daß er mit dieser Krankheit zu thun gehabt; drum wollte ich schier wetten, St. Valentin komme zu der Ehre bloß des Namens halben, da sein Name und das deutsche Wort fallen gleich lauten.<br />''Luther''
+
| ich gan im sîner eren wol<br/>''Hartmann von Aue, Iwein''
 +
|-
 +
! sich grämen
 +
| Gräme dich nicht deiner Taten.
 +
|-
 +
! grauen
 +
| Ihre Augen starrten ihn an, dass es ihn seiner Tat graute.
 +
|-
 +
! gut
 +
| Schon gut der Witz’ und genug der Streich’!<br />''Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg''
 +
|-
 +
! habhaft
 +
| (...) außerdem kann man ihrer habhaft werden, indem man sie durch Nachahmen des Geschreies einer Maus oder des Piepens eines Vogels reizt.<br />''Brehm's Thierleben, Stichwort Wildkatze, 2. Aufl. 1876''
 +
|-
 +
! halben
 +
| Zum dritten haben sie St. Valentin der fallenden Sucht zum Patron gesetzt, nun liest man ja nichts in seiner Legende, daß er mit dieser Krankheit zu thun gehabt; drum wollte ich schier wetten, St. Valentin komme zu der Ehre bloß des Namens halben, da sein Name und das deutsche Wort fallen gleich lauten.<br />''Luther''
 
|-
 
|-
 
! halber
 
! halber
 
| Der Kinder halber verzichteten die Meiers dieses Jahr auf eine Auslandsreise.
 
| Der Kinder halber verzichteten die Meiers dieses Jahr auf eine Auslandsreise.
 +
|-
 +
! halbweg
 +
| Halbweg der Allee sieht man gegen die Fronte der etwas zurückliegenden Unterbarmer Kirche, sie ist das schönste Gebäude des Tals, im edelsten byzantinischen Stil sehr gut ausgeführt.<br/>''Friedrich Engels, Briefe aus dem Wuppertal, I''
 
|-
 
|-
 
! handwärts
 
! handwärts
Zeile 438: Zeile 645:
 
! harren
 
! harren
 
| Nun harren die Enkel unser.
 
| Nun harren die Enkel unser.
 +
|-
 +
! helfen
 +
| helfet mir der reise<br />''Nibelungenlied''
 
|-
 
|-
 
! Herr werden
 
! Herr werden
Zeile 451: Zeile 661:
 
| Hinsichts des Adels der Melodie kommt Spontini Gluck am nächsten.
 
| Hinsichts des Adels der Melodie kommt Spontini Gluck am nächsten.
 
|-
 
|-
! hüten
+
! hoch
| Wenn der Fuchs predigt (die Passion predigt), so hüte der Gänse.<br />''Hermann Schrader, Der Bilderschmuck der deutschen Sprache''
+
| Die alten moosbedeckten Eichen dort, / ich sah sie alle einer Lanze hoch.<br />''Wieland, Geron der Adeliche''
 
|-
 
|-
! infolge
+
! hoffen
| Infolge des Kurssturzes kam es zu hastigen Abstoßungen.
+
| Denn olympisch wird der Tag erstehen, dessen wir hoffen.<br />''Arndt''
 
|-
 
|-
! inklusive
+
! hören
 +
| wenn ihn jäher muth empört, er nicht mehr des freundes hört.<br/>''Friedrich Leopold zu Stolberg''
 +
|-
 +
! hungern
 +
| Mich hungert sein.<br />''Wagner, Siegfried''
 +
|-
 +
! hüten
 +
| Wenn der Fuchs predigt (die Passion predigt), so hüte der Gänse.<br />''Hermann Schrader, Der Bilderschmuck der deutschen Sprache''
 +
|-
 +
! infolge
 +
| Infolge des Kurssturzes kam es zu hastigen Abstoßungen.
 +
|-
 +
! inhalts
 +
| ... daß man solches an jhrem Leib und Güttern inhalts des Kayserlichen befelchs wider herfür bringen wirdt. <br />''Johann Carolus, Relation 132, 1609''
 +
|-
 +
! inklusive
 
| Das Grundstück kostet Sie eine halbe Million inklusive meiner Provision.
 
| Das Grundstück kostet Sie eine halbe Million inklusive meiner Provision.
 
|-
 
|-
Zeile 474: Zeile 699:
 
! innewerden
 
! innewerden
 
| Des Unheils innewerdend erstarrte er.
 
| Des Unheils innewerdend erstarrte er.
 +
|-
 +
! in puncto
 +
| Die Überregulierung des Arbeitsmarktes, beispielsweise in puncto des restriktiven Kündigungsschutzes, rundet den Ursachenkomplex ab.
 +
|-
 +
! inwärts
 +
| Kaspar: mit furchtsamen Geberden leichtet hinaus, sobald er inwärts der Thüre, hört man den Schlag wie von einer Maulschelle. Er taumelt mit ausgeblaßnen Lichtern herein. <br />''Karl v. Marinelli: Dom Juan oder Der steinerne Gast, Lustspiel in vier Aufzügen nach Moliere, dritter Aufzug''
 +
|-
 +
! irre
 +
| swer nu des rîches irre gê<br/>''Walther von der Vogelweide''
 
|-
 
|-
 
! irren
 
! irren
 
| Jeder der nit darzu kumpt [zur Beschneidung]<br /> der selbs ewigen Lebens irt.<br />''Haberer''
 
| Jeder der nit darzu kumpt [zur Beschneidung]<br /> der selbs ewigen Lebens irt.<br />''Haberer''
 +
|-
 +
! jammern
 +
| Da jammerte den Herrn desselben Knechts und er ließ ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch.<br/>''Matthäus 18,21-35''
 
|-
 
|-
 
! jenseits
 
! jenseits
Zeile 484: Zeile 721:
 
| Die intrapharyngeale Öffnung ist die Verbindung von Nasopharynx und den oralen und laryngealen Abschnitten des Pharynx und liegt kaudal des weichen Gaumens.
 
| Die intrapharyngeale Öffnung ist die Verbindung von Nasopharynx und den oralen und laryngealen Abschnitten des Pharynx und liegt kaudal des weichen Gaumens.
 
|-
 
|-
! kraft
+
! kennen
 +
| Ich kenne des Menschen nicht.<br />''Bach/Picander, Matthäuspassion''
 +
|-
 +
! kommen
 +
| Er kam des Weges von Osten.
 +
|-
 +
! kraft
 
| Kraft meines Amtes enthebe ich Sie des Ihren.
 
| Kraft meines Amtes enthebe ich Sie des Ihren.
 
|-
 
|-
 
! kundig
 
! kundig
 
| Er ist des Lesens kundig.
 
| Er ist des Lesens kundig.
 +
|-
 +
! künden
 +
| Ich liebe dich, des künden achtzehn roten Rosen!
 
|-
 
|-
 
! labial
 
! labial
 
| Parodontose findet sich meist labial der Zähne.
 
| Parodontose findet sich meist labial der Zähne.
 +
|-
 +
! lachen
 +
| Sie aber lachte sein und sprach: „Hat ja gar nicht wehgetan, war ja nur aus Marzipan!“
 +
|-
 +
! laden
 +
| des wære ein mûl geladen genuoc<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
 +
|-
 +
! lang
 +
| Darzwischenwachsen herauss ii. oder iii. glatter blosser Stengel einer Spannen lang<br />''J. T. Tabernaemontanus, Neu vollkommentlich Kreuterbuch (1588)''
 
|-
 
|-
 
! längs
 
! längs
Zeile 501: Zeile 756:
 
! lateral
 
! lateral
 
| Die Augenhöhle liegt lateral der Siebbeinzellen und cranial der Kieferhöhle.
 
| Die Augenhöhle liegt lateral der Siebbeinzellen und cranial der Kieferhöhle.
 +
|-
 +
! lauern
 +
| Unbekannte Krankheiten und wilde Tiere lauerten seiner im Urwald.
 
|-
 
|-
 
! laufen
 
! laufen
 
| Lauf deiner Wege!
 
| Lauf deiner Wege!
 
|-
 
|-
! laut
+
! leben
| Laut des Anschreibens soll diese Bestimmung ganz entfallen.
+
| Der ganz unwürdige Schreiber dieser Zeilen ist nämlich nicht nur davon überzeugt, daß so etwas wie die Tücke des Objekts in 
 +
Wahrheit vorhanden sei, sondern er lebt auch des Glaubens, daß es eine Weise gebe, ihr erfolgreich zu begegnen.<br>''Otto Ernst: 'Die Gemeinschaft der Brüder vom geruhigen Leben' (Leipzig: Verlag von L. Staackmann, 1903)''
 
|-
 
|-
 
! ledig
 
! ledig
Zeile 536: Zeile 795:
 
|-
 
|-
 
! lohnen
 
! lohnen
| Das lohnt sich der Mühe nicht.
+
| Das lohnt der Mühe nicht.
 
|-
 
|-
 
! longitudinal
 
! longitudinal
 
| Das Wasserschutzgebiet erstreckt sich hauptsächlich longitudinal des Flusses Nera und nimmt das enge Bergtal der Valnerina ein.
 
| Das Wasserschutzgebiet erstreckt sich hauptsächlich longitudinal des Flusses Nera und nimmt das enge Bergtal der Valnerina ein.
 +
|-
 +
! los
 +
| O wär ich nur deiner schon los!
 
|-
 
|-
 
! lossprechen
 
! lossprechen
 
| Er wurde der Verbrechen zu Unrecht losgesprochen.
 
| Er wurde der Verbrechen zu Unrecht losgesprochen.
 +
|-
 +
! lüsten
 +
| Schöner Jüngling, mich lüstet dein.<br />''Mechthild von Magdeburg''
 
|-
 
|-
 
! lustwandeln
 
! lustwandeln
Zeile 553: Zeile 818:
 
| Sie ist des Hexens mächtig.
 
| Sie ist des Hexens mächtig.
 
|-
 
|-
! mangels
+
! mahnen
 +
| Ich mahnte ihn seiner Beteuerungen.
 +
|-
 +
! mangels
 
| Sie wurde mangels Beweises freigesprochen.
 
| Sie wurde mangels Beweises freigesprochen.
 
|-
 
|-
 
! medial
 
! medial
 
| Der Nervus cutaneus antebrachii medialis beginnt medial der Arteria axillaris.
 
| Der Nervus cutaneus antebrachii medialis beginnt medial der Arteria axillaris.
 +
|-
 +
! meinen
 +
| Wenn ihr Hercules seid, so seid ihrs nicht gemeint.<br />''Der junge Goethe''
 
|-
 
|-
 
! mesial
 
! mesial
Zeile 564: Zeile 835:
 
! mithilfe
 
! mithilfe
 
| Mithilfe des Reiseführers fand Arthur seinen Weg durch die Galaxie.
 
| Mithilfe des Reiseführers fand Arthur seinen Weg durch die Galaxie.
 +
|-
 +
! mitsamt
 +
| Kuhn versucht umständlich, sich eine Zigarette anzuzünden, die er dann mitsamt des Feuerzeugs verschwinden lässt.<br/>''Focus''
 +
|-
 +
! mitte
 +
| Das Restaurant zum Königssaal, mitte der Stadt am Brühl gelegen, empfiehlt Dortmunder und Heßberger Lagerbier, gute Weine, reichhaltige Speisenkarte und hält sich einem geehrten Publikum bestens empfohlen.
 
|-
 
|-
 
! mittels
 
! mittels
| Er onff das Fenster mittels eines Brecheisens.
+
| Den Leib nach unten hängend, reichen sie mit ihren langen Armen nach den Aesten empor, haken sich hier mittels ihrer Krallen fest und schieben sich gemächlich weiter von Zweig zu Zweig, von Ast zu Ast.<br />''Brehm's Thierleben, Stichwort Faulthier, 2. Aufl. 1876''
 
|-
 
|-
 
! mittig
 
! mittig
Zeile 572: Zeile 849:
 
|-
 
|-
 
! mittschiffs
 
! mittschiffs
| Um 9.10 Uhr wird die &bdquo;USS Salt Lake City&ldquo; mittschiffs des Katapults erstmals von einer schweren Granate der &bdquo;Maya&ldquo; getroffen.  
+
| Um 9.10 Uhr wird die &bdquo;USS Salt Lake City&ldquo; mittschiffs des Katapults erstmals von einer schweren Granate der &bdquo;Maya&ldquo; getroffen.
 +
|-
 +
! modulo
 +
| Die Multiplikation findet modulo des irreduziblen Polynoms x8 + x4 + x3 + x + 1 statt.<br/>http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rijndael_MixColumns&oldid=66283187
 
|-
 
|-
 
! müde
 
! müde
 
| Er ist des Lebens müde.
 
| Er ist des Lebens müde.
 +
|-
 +
! nach
 +
| Seiner Form, seines Rhythmus, seines Tonfalls nach: ein Buch aus der Nacht der Zeiten.<br/>''Klaas Huizing, Der Büchertrinker''
 
|-
 
|-
 
! nachweislich
 
! nachweislich
 
| Die Antragsgegnerin hat nachweislich des Kartenmaterials übersehen, die Aufhebung der Ersatzfläche in die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung einzustellen. Hätte sie dieses Defizit bemerkt, hätte sie von der Aufhebung abgesehen.<br />''Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Aktenzeichen: 3 N 2585/01''
 
| Die Antragsgegnerin hat nachweislich des Kartenmaterials übersehen, die Aufhebung der Ersatzfläche in die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung einzustellen. Hätte sie dieses Defizit bemerkt, hätte sie von der Aufhebung abgesehen.<br />''Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Aktenzeichen: 3 N 2585/01''
 +
|-
 +
! nähe
 +
| Sein Grab befindet sich nähe des Friedhofstores.
 
|-
 
|-
 
! namens
 
! namens
Zeile 585: Zeile 871:
 
! nasal
 
! nasal
 
| Die nasal des vertikalen Netzhautmeridians entspringenden Axone der retinalen Ganglienzellen beider Augen kreuzen jeweils auf die Gegenseite, die in der temporalen Retinahälfte entspringenden Axone jedoch nicht.
 
| Die nasal des vertikalen Netzhautmeridians entspringenden Axone der retinalen Ganglienzellen beider Augen kreuzen jeweils auf die Gegenseite, die in der temporalen Retinahälfte entspringenden Axone jedoch nicht.
 +
|-
 +
! nebst
 +
| Dies erfolgte entweder durch Ausfüllen von Wettscheinen, die im Ladenlokal auslagen und nebst des Wetteinsatzes vom anwesenden Personal entgegen genommen wurden, oder mittels der bereitgestellten Terminals im Onlineverfahren, wobei der Angeschuldigte für den letztgenannten Fall auch spezielle Prepaid-Karten der Firma Cash-Point, mit denen der Wetteinsatz beglichen werden konnte, bereithielt und verkaufte.<br/>''[http://www.aufrecht.de/index.php?id=2761 AG Heidenheim: Beschluss vom 01. Dezember 2003, AZ.: 3 Ds 424/03 - In Österreich zugelassene Werbung für Sportwetten zulässig]''
 
|-
 
|-
 
! nördlich
 
! nördlich
Zeile 642: Zeile 931:
 
! parietal
 
! parietal
 
| Die Mantelkante liegt parietal des Kleinhirnes.
 
| Die Mantelkante liegt parietal des Kleinhirnes.
 +
|-
 +
! parallel
 +
| Die Alliierten, und zwar sämtliche, auch die Amerikaner, rücken in breiter Front vor, wie weit ist nicht bekannt, aber mindestens bis zu einer Linie, die durch Kassel parallel des Rheines läuft.<br />''Matthias Erzberger, Leiter der deutschen Waffenstillstandskommission, in seinen vertraulichen Aufzeichnungen vom 1. Juni 1919''
 
|-
 
|-
 
! pflegen
 
! pflegen
Zeile 648: Zeile 940:
 
! plantar
 
! plantar
 
| Die Fußsohle liegt plantar der Fußwurzelknochen.
 
| Die Fußsohle liegt plantar der Fußwurzelknochen.
 +
|-
 +
! prahlen
 +
| Die Feinde prahlten ihrer Menge.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
|-
 
! proximal
 
! proximal
Zeile 678: Zeile 973:
 
! reich
 
! reich
 
| Aller Freuden ward da reich<br /> Der stolze werte Gawan<br />''Parsival, Übertragung von Karl Simrock''
 
| Aller Freuden ward da reich<br /> Der stolze werte Gawan<br />''Parsival, Übertragung von Karl Simrock''
 +
|-
 +
! richtung
 +
| Die Scheune befindet sich richtung des Dorfausgangs.
 
|-
 
|-
 
! rittlings
 
! rittlings
| Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: (...) Südlich der Scarpe griffen die Engländer rittlings der Straße Arras-Cambrai an; sie wurden durch Feuer und im Nahkampf verlustreich abgewiesen. <br />''Erich Ludendorff, Deutscher Heeresbericht vom 27. April 1917, Westlicher Kriegsschauplatz''
+
| Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: () Südlich der Scarpe griffen die Engländer rittlings der Straße Arras-Cambrai an; sie wurden durch Feuer und im Nahkampf verlustreich abgewiesen. <br />''Erich Ludendorff, Deutscher Heeresbericht vom 27. April 1917, Westlicher Kriegsschauplatz''
 
|-
 
|-
 
! rostral
 
! rostral
Zeile 693: Zeile 991:
 
! rücksichtlich
 
! rücksichtlich
 
| Rücksichtlich Ihrer Krankheit stunden wir Ihnen Ihre Schulden.
 
| Rücksichtlich Ihrer Krankheit stunden wir Ihnen Ihre Schulden.
 +
|-
 +
! rücksichts
 +
| Rücksichts des Honorars hoffe ich mit Ew. Wohlgeboren mich sehr leicht zu einigen, da mir Ihre Gesinnungen bekannt sind. <br />''E.T.A. Hoffmann, Brief an Georg Reimer, 24. November 1815''
 +
|-
 +
! rückwärts
 +
| Glücklicherweise war der Boden so felsig, daß an eine erkennbare Fährte gar nicht gedacht werden konnte, und rückwärts des Cannons stand der Wald so dicht, daß es nicht schwer erschien, ein gutes Versteck zu finden.<br/>''Karl May, Der Sohn des Bärenjägers''
 +
|-
 +
! sich rühmen
 +
| Sie rühmte sich des Erfolges.
 
|-
 
|-
 
! in Sachen
 
! in Sachen
 
| Wer an Universitäten wäre in Sachen des Glaubens schon Meister?
 
| Wer an Universitäten wäre in Sachen des Glaubens schon Meister?
 +
|-
 +
! samt
 +
| Als der Thebaner Aktaion (…) in einem geweihten Hain ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen suchte, fand er (…) darin die Göttin Artemis samt ihrer Nymphen beim Bade.<br />''Michael Küttner, Der Geist aus der Flasche''
 +
|-
 +
! satt
 +
| Ich bin des trocknen Tons nun satt, / Muß wieder recht den Teufel spielen.<br />''Goethe, Faust''
 
|-
 
|-
 
! sich schämen
 
! sich schämen
 
| Ich schäme mich meines Bruders.
 
| Ich schäme mich meines Bruders.
 +
|-
 +
! schauen
 +
| Das sie die Fenster, welche gegen Babel der Welt schauen, eröffnen.<br />''Butschky''
 +
|-
 +
! sich schmeicheln
 +
| Ich schmeichle mir eines gepflegten Stils.
 +
|-
 +
! schonen
 +
| Schone dein, Kind!<br />''Thomas Mann, Der Erwählte<br /> Dieser Beispielsatz ist auch ein prima Beleg dafür, wie viel ein Komma an der rechten Stelle bedeutungsmäßig ausmachen kann.''
 
|-
 
|-
 
! schreiten
 
! schreiten
Zeile 705: Zeile 1.027:
 
! schuldig
 
! schuldig
 
| Sie wurde des Mordes an ihrem Mann für schuldig befunden.
 
| Sie wurde des Mordes an ihrem Mann für schuldig befunden.
 +
|-
 +
! schweigen
 +
| (…) Mit jrem eyffern Tag vnd Nacht,<br /> Des sie mit Ehrn wol het geschwiegen.<br />''Hans Sachs, Das heiß Eysen''
 +
|-
 +
! schwören
 +
| wenn einer swern wil oder sol, dem sol der vorsprech vor sagen wes er swern süll<br/>''Münchner Stadtrecht''
 
|-
 
|-
 
! seitab
 
! seitab
Zeile 712: Zeile 1.040:
 
| Seitwärts des Dschungelpfades wurde er eines Löwen ansichtig.
 
| Seitwärts des Dschungelpfades wurde er eines Löwen ansichtig.
 
|-
 
|-
! sich rühmen
+
! sichern
| Sie rühmte sich des Erfolges.
+
| Wohl, Tell! Des Lebens hab’ ich dich gesichert<br />''Schiller, Wilhelm Tell''
 
|-
 
|-
 
! seitens
 
! seitens
| Seitens des Vorstandes ergeht folgendes Dogma: ...
+
| Seitens des Vorstandes ergeht folgendes Dogma:
 
|-
 
|-
 
! seitlich
 
! seitlich
Zeile 723: Zeile 1.051:
 
! sicher
 
! sicher
 
| Ich bin mir seiner Schuld vollkommen sicher.
 
| Ich bin mir seiner Schuld vollkommen sicher.
 +
|-
 +
! sonder
 +
| Einstmals &ndash; ich glaub’, im Jahr des Heiles Eins &ndash; <br /> Sprach die Sibylle, trunken sonder Weins: …<br />''Nietzsche, Zarathustra''
 +
|-
 +
! sorgen
 +
| daჳ ir dâ minnet, daჳ minn ich:<br />des ir dâ sorget, des sorg ich.<br />''Hartmann, Iwein''
 +
|-
 +
! sparen
 +
| der ist zu unserm hauptman g&#367;t,<br/>der mit frevenlichem m&#367;t<br/>dem babst und keiser greifft in bart<br/>und sunst uff erden niemans spart.<br/>''MURNER lutherischer narr v. 2106''
 +
|-
 +
! spazieren
 +
| Waldtraud spazierte ihres Weges. Normalerweise pfiff sie dabei vor sich hin, aber heute nicht.<br />''Doris Wettstein, Waltraud von Armenia''
 
|-
 
|-
 
! spotten
 
! spotten
| Sie spotteten seiner.<br />''mit Genitiv noch verbreitet in der Wendung:<br />''etwas spottet jeder Beschreibung
+
| Kein Jongleur spottet jemals der Schwerkraft, doch die Schwerkraft spottet oft des Jongleurs.<br />''Sebstian Krämer, Die Welt braucht keine Jongleure''<br />''mit Genitiv noch verbreitet in der Wendung:<br />''etwas spottet jeder Beschreibung
 
|-
 
|-
 
! statt
 
! statt
 
| Sie nahm eine Banane statt des Apfels.
 
| Sie nahm eine Banane statt des Apfels.
 
|-
 
|-
! an ... statt
+
! an statt
 
| Er versicherte an Eides statt, dass er den Jungen einst an Kindes statt angenommen hatte.
 
| Er versicherte an Eides statt, dass er den Jungen einst an Kindes statt angenommen hatte.
 
|-
 
|-
Zeile 737: Zeile 1.077:
 
|-
 
|-
 
! steuerbords
 
! steuerbords
| (3) Von den Verboten der Absätze 1 und 2 gelten nicht [...] die Nummer 3 des Absatzes 1 für die Krabbenfischerei in den Fahrwassern Elbe-Weser-Wattfahrwasser, Neuwerker Loch und Elbe-Neuwerk-Fahrwasser in einem 100 m breiten Streifen steuerbords der zur Kennzeichnung der Wattfahrwasser ausgebrachten Bezeichnung der Backbordseite oder in einem 100 m breiten Streifen backbords der zur Kennzeichnung der Wattfahrwasser ausgebrachten Bezeichnung der Steuerbordseite sowie in dem in der anliegenden Karte rot-weiß gestreift dargestellten Gebiet der Zone I [...]<br />''Gesetz über den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer vom 9. April 1990''
+
| (3) Von den Verboten der Absätze 1 und 2 gelten nicht (…) die Nummer 3 des Absatzes 1 für die Krabbenfischerei in den Fahrwassern Elbe-Weser-Wattfahrwasser, Neuwerker Loch und Elbe-Neuwerk-Fahrwasser in einem 100 m breiten Streifen steuerbords der zur Kennzeichnung der Wattfahrwasser ausgebrachten Bezeichnung der Backbordseite oder in einem 100 m breiten Streifen backbords der zur Kennzeichnung der Wattfahrwasser ausgebrachten Bezeichnung der Steuerbordseite sowie in dem in der anliegenden Karte rot-weiß gestreift dargestellten Gebiet der Zone I (…)<br />''Gesetz über den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer vom 9. April 1990''
 +
|-
 +
! strafen
 +
| Seines Lebens aber sei er nicht gestraft, denn von den Göttern ist das Leben, und nicht darf der Mensch an Göttliches rühren.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 +
|-
 +
! streben
 +
| So wie ein Strom zum Meer strebt, wie eine Opernouvertüre zur ersten Szene, so strebte ich meines Weges, unaufhaltsam.<br />''Georg Kreisler, Letzte Lieder. Autobiografie, Hamburg 2009''
 +
|-
 +
! streiten
 +
| niemen darf des strîten, daჳ er beჳჳerჳ ie gesæhe<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
 
|-
 
|-
 
! südlich
 
! südlich
Zeile 768: Zeile 1.117:
 
! trotten
 
! trotten
 
| Adalbert Klinger trottete des Weges.<br />''Klabund, Das Lächeln der Margarete Andoux''
 
| Adalbert Klinger trottete des Weges.<br />''Klabund, Das Lächeln der Margarete Andoux''
|-
 
! (trotz)
 
| Trotz des Regens ging sie zu Fuß.<br />''(ursprünglich mit Dativ, heute meist mit Genitiv)''
 
 
|-
 
|-
 
! überdrüssig
 
! überdrüssig
Zeile 776: Zeile 1.122:
 
|-
 
|-
 
! überfinden
 
! überfinden
| Der soll ..., da er dessen durch die Geschwornen oder sonsten überfunden, der Obrigkeit 100 Gülden Straffe verfallen seyn.<br />''Chomel''
+
| Der soll , da er dessen durch die Geschwornen oder sonsten überfunden, der Obrigkeit 100 Gülden Straffe verfallen seyn.<br />''Chomel''
 
|-
 
|-
 
! überfließen
 
! überfließen
| Selig sind im Geist die Armen,<br /> die zu ihres nächsten Füszen ...<br /> fremden Fehles sich erbarmen,<br /> fremden Glückes überflieszen.<br />''Droste-Hülshoff''
+
| Selig sind im Geist die Armen,<br /> die zu ihres nächsten Füszen <br /> fremden Fehles sich erbarmen,<br /> fremden Glückes überflieszen.<br />''Droste-Hülshoff''
 
|-
 
|-
 
! überflüssig
 
! überflüssig
Zeile 786: Zeile 1.132:
 
! überführen
 
! überführen
 
| Er wurde des Mordes an seiner Frau überführt.
 
| Er wurde des Mordes an seiner Frau überführt.
 +
|-
 +
! überheben
 +
| Wir sind dieser Arbeit überhoben.
 +
|-
 +
! sich überheben
 +
| Er überhob sich seines Erfolges.
 +
|-
 +
! überladen
 +
| mîn herze ist leides überladen<br/>''Hartmann von Aue, Iwein''
 
|-
 
|-
 
! überweisen
 
! überweisen
 
| Für Kinder hingegen, welche die Aeltern ermorden, war eine ausgesuchte Strafe bestimmt. Wer dieses Verbrechens überwiesen war, der wurde, nachdem man ihm mit spitzigen Angelhaken fingerbreite Stücke vom Leibe gerissen, auf Dornen gelegt und lebendig verbrannt.<br />''Diodor, Bibliotheca Historica, cap. 77, Übers. unbekannt''
 
| Für Kinder hingegen, welche die Aeltern ermorden, war eine ausgesuchte Strafe bestimmt. Wer dieses Verbrechens überwiesen war, der wurde, nachdem man ihm mit spitzigen Angelhaken fingerbreite Stücke vom Leibe gerissen, auf Dornen gelegt und lebendig verbrannt.<br />''Diodor, Bibliotheca Historica, cap. 77, Übers. unbekannt''
 +
|-
 +
! überzeugen
 +
| Erlauben Sie mir, Sie der Vorteile dieses Feldzuges zu überzeugen.
 
|-
 
|-
 
! ulnar
 
! ulnar
Zeile 796: Zeile 1.154:
 
| ''(in der Bedeutung ''wegen'')<br />''Um deiner jungen Missetat<br /> hantier' ich jetzt mit Ahl und Draht<br />''Richard Wanger, Die Meistersinger von Nürnberg''
 
| ''(in der Bedeutung ''wegen'')<br />''Um deiner jungen Missetat<br /> hantier' ich jetzt mit Ahl und Draht<br />''Richard Wanger, Die Meistersinger von Nürnberg''
 
|-
 
|-
! um ... willen
+
! um willen
 
| Um des lieben Friedens willen haben wir nichts gesagt.
 
| Um des lieben Friedens willen haben wir nichts gesagt.
 
|-
 
|-
Zeile 804: Zeile 1.162:
 
! unachtsam
 
! unachtsam
 
| &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Er findt alsbald ihn,<br/>Wie er den Feind verfehlt; sein altes Schwert<br/>Gehorcht nicht seinem Arm, liegt, wo es fällt,<br/>Unachtsam des Befehls.<br/>''Shakespeare, Hamlet, übersetzt von August Wilhelm von Schlegel (nachbearbeitet durch O.Lesch)''
 
| &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Er findt alsbald ihn,<br/>Wie er den Feind verfehlt; sein altes Schwert<br/>Gehorcht nicht seinem Arm, liegt, wo es fällt,<br/>Unachtsam des Befehls.<br/>''Shakespeare, Hamlet, übersetzt von August Wilhelm von Schlegel (nachbearbeitet durch O.Lesch)''
 +
|-
 +
! unbeleckt
 +
| Sie schafft zwar nicht aus dem „Nichts“, sozusagen unbeleckt aller kultureller Prägung, aber aus dem „Alles“ ihrer „Gefühlswucht“, deren Ergebnisse sich dem Einsortieren in Kunstschubladen widersetzen.<br />''Pirmasenser Zeitung, 1997-05-06''
 
|-
 
|-
 
! (unbenommen)
 
! (unbenommen)
Zeile 810: Zeile 1.171:
 
! unbeschadet
 
! unbeschadet
 
| Unbeschadet seiner Pflichten als Gemeindepfarrer engagiert er sich auch auf Kirchenkreisebene.
 
| Unbeschadet seiner Pflichten als Gemeindepfarrer engagiert er sich auch auf Kirchenkreisebene.
 +
|-
 +
! unbewegt
 +
| …auch der Abt war des verständigen Wortes nicht unbewegt…<br />''Joseph Victor von Scheffel, Ekkehard''
 +
|-
 +
! uneingedenk
 +
| Ihr kommt wohl, Euren trägen Sohn zu schelten, / Weil er in Leidenschaft die Zeit vergeudet, / Uneingedenk des wichtigen Geschäfts, / Das Ihr ihm anbefahlt, nicht wahr?<br />''Shakespeare, Hamlet''
 
|-
 
|-
 
! unerachtet
 
! unerachtet
Zeile 825: Zeile 1.192:
 
! ungeachtet
 
! ungeachtet
 
| Ungeachtet des Polizeiwagens überfuhr sie die rote Ampel.
 
| Ungeachtet des Polizeiwagens überfuhr sie die rote Ampel.
 +
|-
 +
! ungeahnt
 +
| Ungeahnt des enormen Aufwandes und der anstehenden Probleme machte er sich unverdrossen an die Arbeit.
 
|-
 
|-
 
! ungedenk
 
! ungedenk
Zeile 837: Zeile 1.207:
 
! ungewiss
 
! ungewiss
 
| Schon wiegend uns in den gemess’nen Rhythmen,<br /> Zieh’n wir entschlossen rasch den Vorhang weg,<br /> Doch sorgerfüllt auch, weil wir fremd euch sind<br /> Und ungewiß des Beifalls eurer Augen.<br />''Gofid Letterkerl, Prolog zu einer Theatereröffnung''
 
| Schon wiegend uns in den gemess’nen Rhythmen,<br /> Zieh’n wir entschlossen rasch den Vorhang weg,<br /> Doch sorgerfüllt auch, weil wir fremd euch sind<br /> Und ungewiß des Beifalls eurer Augen.<br />''Gofid Letterkerl, Prolog zu einer Theatereröffnung''
 +
|-
 +
! ungewohnt
 +
| Und sein Aug&rsquo; zuckt, ungewohnt des<br/>Langentbehrten Tagesscheins,<br/>Also schreitet der Genesne<br/>Wieder ins gesunde Leben.<br/>''Viktor von Scheffel, Der Trompeter von Säckingen (Zwölftes Stück &ndash; Jung Werner und Margareta)''
 
|-
 
|-
 
! unkund
 
! unkund
| [...] unkund der Formen des eigenen Wesens im Dunkel [...]<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
+
| (…) unkund der Formen des eigenen Wesens im Dunkel (…)<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
|-
 
! unkundig
 
! unkundig
 
| Des Schreibens gänzlich unkundig, vermochte der Autor sein Buch nicht zu signieren.
 
| Des Schreibens gänzlich unkundig, vermochte der Autor sein Buch nicht zu signieren.
 +
|-
 +
! unreif
 +
| Unreif sind sie des Glücks<br />''aus: Das Wunder der Heliane, Libretto von Hans Müller nach Hans Kaltneker''
 
|-
 
|-
 
! unteilhaft
 
! unteilhaft
 
| Sie fühlte sich unteilhaft jeder Schuld.
 
| Sie fühlte sich unteilhaft jeder Schuld.
 +
|-
 +
! unteilhaftig
 +
| Ganz unteilhaftig des Guten sind sie aber keineswegs, insofern sie nämlich ein Sein haben, leben, erkennen und überhaupt irgendwelche Bewegung des Begehrens besitzen.<br />''Dionysius Areopagita, De divinis nominibus, Kap. 4, § 23''
 
|-
 
|-
 
! sich unterfangen
 
! sich unterfangen
Zeile 860: Zeile 1.239:
 
|-
 
|-
 
! unterwärts
 
! unterwärts
| (...), das Schlagen der Uhren aus dem Städtchen unterwärts des Flusses, der verzweifelnde Blick auf das Morgengrauen...<br />''Karl Friedrich Gutzkow, Die Ritter vom Geiste''
+
| (), das Schlagen der Uhren aus dem Städtchen unterwärts des Flusses, der verzweifelnde Blick auf das Morgengrauen…<br />''Karl Friedrich Gutzkow, Die Ritter vom Geiste''
 +
|-
 +
! unterweisen
 +
| …er unterwies sie des Lateins…<br />''Joseph Victor von Scheffel, Ekkehard''
 
|-
 
|-
 
! sich unterwinden
 
! sich unterwinden
 
| Wir müssen uns des Findelkindes unterwinden.
 
| Wir müssen uns des Findelkindes unterwinden.
 +
|-
 +
! sich unterziehen
 +
| vil maniges si sich underzugen dâ si sich selbe mit betrugen<br/>''HAHN, Das Anegenge''
 
|-
 
|-
 
! unverdächtig
 
! unverdächtig
Zeile 885: Zeile 1.270:
 
! ventral
 
! ventral
 
| Ventral des Verdauungstraktes verläuft das Bauchmark.
 
| Ventral des Verdauungstraktes verläuft das Bauchmark.
 +
|-
 +
! sich verbürgen
 +
| Ich verbürge mich des Gelingens.
 
|-
 
|-
 
! verdächtig
 
! verdächtig
Zeile 900: Zeile 1.288:
 
! verdrießen
 
! verdrießen
 
| Wer wolte sich der mühe verdrüszen lassen, die mit einem segen belohnt wird?<br />''Butschky''
 
| Wer wolte sich der mühe verdrüszen lassen, die mit einem segen belohnt wird?<br />''Butschky''
 +
|-
 +
! verfallen
 +
| darnach fragt man, wes ainer schuldig und verfallen wäre, der ain urbargut entlidet
 +
|-
 +
! verfehlen
 +
| Zu weit getrieben / Verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks<br />''Schiller, Wilhelm Tell''
 +
|-
 +
! vergessen
 +
| Nur die Hunde heulten zwei Tage und zwei Nächte lang, dann vergaßen auch sie Viratas, (...).<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
|-
 
! sich vergewissern
 
! sich vergewissern
| Er vergeworß sich der Anwesenheit seiner Gattin.
+
| Ich blieb auf der Freitreppe stehen und vergewisserte mich meiner Schlüssel: zur Haustür, zur Wohnungstür, zum Schreibtisch; (...).<br />''Heinrich Böll, Ansichten eines Clowns''
 +
|-
 +
! verhindern
 +
| Das gott der vater beraubet ist seines reichs in uns und der ein herr in allen dingen ist und sein sol, allein durch uns solcher seiner gewalt und titel verhindert ist.<br />''Luther''
 
|-
 
|-
 
! verlustig
 
! verlustig
Zeile 911: Zeile 1.311:
 
|-
 
|-
 
! vermittels
 
! vermittels
| Er öffnete die Tür vermittels eines Dietrichs.
+
| Nicht innere, sondern äußere Erfahrung ist eigentlich "unmittelbar", denn nur vermittels ihrer ist die Bestimmung unserer eigenen Existenz in der Zeit (...) möglich.<br />''Rudolf Eisler, Kant-Lexikon, Berlin 1930''
 
|-
 
|-
 
! vermittelst
 
! vermittelst
Zeile 918: Zeile 1.318:
 
! vermöge
 
! vermöge
 
| Ich benötige eine Erfindung, vermöge derer die Autobahn quasi über Nacht gebaut werden kann.<br />''Der Bürgermeister von Entenhausen''
 
| Ich benötige eine Erfindung, vermöge derer die Autobahn quasi über Nacht gebaut werden kann.<br />''Der Bürgermeister von Entenhausen''
 +
|-
 +
! verschonen
 +
| Denn wer hat schon gehört, daß Saladin / je eines Tempelherrn verschont?<br />''Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise''
 
|-
 
|-
 
! sich versehen
 
! sich versehen
Zeile 924: Zeile 1.327:
 
! sich versichern
 
! sich versichern
 
| Er kam jeden Tag, um sich des Wohlergehens seines Söhnchens zu versichern.
 
| Er kam jeden Tag, um sich des Wohlergehens seines Söhnchens zu versichern.
 +
|-
 +
! vertrösten
 +
| Sie vertröstete mich eines späteren Zeitpunktes.
 +
|-
 +
! sich verweigern
 +
| Sich unerwünschter Gespräche einigermaßen anstrengungslos verweigern zu lernen, das sollte Schulfach sein.<br />''Dieter Steinmann, zit. nach Max Goldt''
 
|-
 
|-
 
! verweisen
 
! verweisen
Zeile 930: Zeile 1.339:
 
! sich verwundern
 
! sich verwundern
 
| Am meisten erstaunt über unsere Erzeugnisse waren unsere lieben Düsseldorfer Mitbürger, die sich unserer großen Erfolge auf der Ausstellung verwunderten.<br />''Max Jagenberg, Erinnerungen''
 
| Am meisten erstaunt über unsere Erzeugnisse waren unsere lieben Düsseldorfer Mitbürger, die sich unserer großen Erfolge auf der Ausstellung verwunderten.<br />''Max Jagenberg, Erinnerungen''
 +
|-
 +
! sich verzeihen
 +
| So ists besser doch göttlich und seliglich leben und sich der guten Tage verzeihen, so die haben, die kein Weib berüren, und sich in die bösen Tage erwegen, umb Sünd willen zu meiden.<br />''Luther''
 
|-
 
|-
 
! vestibulär
 
! vestibulär
 
| Die Schnittführung erfolgt unter Schonung der marginalen Parodontien noch vorhandener Zähne knapp vestibulär des Kieferkamms.
 
| Die Schnittführung erfolgt unter Schonung der marginalen Parodontien noch vorhandener Zähne knapp vestibulär des Kieferkamms.
 +
|-
 +
! viel
 +
| Es kamen der Feinde nicht mehr.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
|-
 
! volar
 
! volar
Zeile 939: Zeile 1.354:
 
! voll
 
! voll
 
| Sie ist des Lobes voll über deine Leistungen.
 
| Sie ist des Lobes voll über deine Leistungen.
 +
|-
 +
! voller
 +
| Kleine fiese hinterhältige Nationen und Ethiken schlugen sich voller Hasses gegenseitig die Schädel ein.
 +
|-
 +
! vollziehen
 +
| des volzôch frou Hilte<br/>''Gudrunlieder''
 +
|-
 +
! von Seiten / vonseiten
 +
| Und nur von Seiten ihrer Gründe nicht. / Denn gründen alle sich nicht auf Geschichte? <br />''Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise, Siebenter Auftritt''
 
|-
 
|-
 
! vorbehaltlich
 
! vorbehaltlich
Zeile 945: Zeile 1.369:
 
! vorderseits
 
! vorderseits
 
| Die Festung Ehrenbreitstein wurde nach dem Ersten Weltkrieg von der im Versailler Vertrag für alle deutschen Festungsanlagen in einer Zone von 50 km vorderseits des Rheins festgelegten Schleifung ausgenommen.
 
| Die Festung Ehrenbreitstein wurde nach dem Ersten Weltkrieg von der im Versailler Vertrag für alle deutschen Festungsanlagen in einer Zone von 50 km vorderseits des Rheins festgelegten Schleifung ausgenommen.
 +
|-
 +
! vorwärts
 +
| Da zeigte sich plötzlich der Vortrab des preuß. vierten Corps (das die Franzosen anfänglich für das von Grouchy hielten), unter dem Befehle des Generals Bülow, vorwärts des Waldes von Frichemont in der rechten Flanke und dem Rücken des Feindes.<br/>''aus: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1837; Stichwort &bdquo;Waterloo (Schlacht bei)&ldquo;''
 +
|-
 +
! wachen
 +
| …und mit Lachen<br /> versetzt’ Isold’: ich will hier wachen<br /> des Schiffs.<br />''K. L. Immermann, Tristan und Isolde''
 +
|-
 +
! wahren
 +
| Des Ritters will ich wahren, er soll mein Streiter sein!<br />''Wagner, Lohengrin''
 
|-
 
|-
 
! während
 
! während
 
| Während des Spiels trank er zwölf Flaschen Bier.
 
| Während des Spiels trank er zwölf Flaschen Bier.
 +
|-
 +
! wahrnehmen
 +
| Sie nahm nie gekannter Düfte wahr.
 
|-
 
|-
 
! walten
 
! walten
Zeile 954: Zeile 1.390:
 
! wandeln
 
! wandeln
 
| Der heilige Franziskus aber wandelte fromm seines Weges, unbekümmert ob derer, die seiner spotteten.
 
| Der heilige Franziskus aber wandelte fromm seines Weges, unbekümmert ob derer, die seiner spotteten.
 +
|-
 +
! warten
 +
| Wir gehen in den Garten und woll’n des Sommers warten.
 
|-
 
|-
 
! watscheln
 
! watscheln
Zeile 964: Zeile 1.403:
 
| Die Stadt wehrte sich des Ansturms tapfer.
 
| Die Stadt wehrte sich des Ansturms tapfer.
 
|-
 
|-
! weitab
+
! sich weigern
 +
| Er weigerte sich des verbotenen Nachdruckes mit Nachdruck.
 +
|-
 +
! weinen
 +
| (…); sie selbst in die Mitte gesetzet<br /> Weinte des Sohns Schicksal, (…)<br />''Homer, Ilias, Übers. nach J. H. Voß''
 +
|-
 +
! weitab
 
| Der nächste Brunnen liegt weitab meiner Behausung.
 
| Der nächste Brunnen liegt weitab meiner Behausung.
 
|-
 
|-
Zeile 975: Zeile 1.420:
 
! westwärts
 
! westwärts
 
| Westwärts des Rheins kocht man besser als bei uns.
 
| Westwärts des Rheins kocht man besser als bei uns.
 +
|-
 +
! wiederbringen
 +
| ich dich dîner schulde widerbringe an gotes hulde<br/>''W.Wackernagel, Altdeutsches Lesebuch''
 
|-
 
|-
 
! windabwärts
 
! windabwärts
Zeile 981: Zeile 1.429:
 
! windwärts
 
! windwärts
 
| Das bedeutet, daß ein Großteil des horizontalen Impulses, den die Luft windwärts der Gebirge besaß, über und direkt leeseits der Gebirge in eine Vielzahl turbulenter Klein-Scale-Wirbel übergeht.
 
| Das bedeutet, daß ein Großteil des horizontalen Impulses, den die Luft windwärts der Gebirge besaß, über und direkt leeseits der Gebirge in eine Vielzahl turbulenter Klein-Scale-Wirbel übergeht.
 +
|-
 +
! sich wundern
 +
| Sie wunderte sich seiner Narben, sagte aber nichts.
 +
|-
 +
! wünschen
 +
| Swer mir schade an mîner frouwen,<br /> dem wünsch ich des rîses,<br /> dar an die diebe nement ir ende.<br /> Swer mîn dar an schône in trouwen,<br /> dem wünsch ich des paradîses<br /> unde valde im mîne hende.<br />''Heinrich von Veldeke, Warnung und Wunsch''
 
|-
 
|-
 
! würdig
 
! würdig
Zeile 1.000: Zeile 1.454:
 
| So ziehe deiner Wege.
 
| So ziehe deiner Wege.
 
|-
 
|-
! zufolge
+
! zieren
| Zufolge eines falschen Befehls gingen die Soldaten in die Irre.<br />''(auch mit Dativ)''
+
| Als wolten sie Gott also betriegen,<br /> all Chur- und Fürsten reformiren,<br /> ires Flaccianischen Glauben zieren.<br />''Nic. Frischlin''
 
|-
 
|-
 
! zugunsten
 
! zugunsten
 
| Das Gericht entschied zugunsten des Beklagten.
 
| Das Gericht entschied zugunsten des Beklagten.
 +
|-
 +
! zu Händen
 +
| Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung zu Händen des Geschäftsführers.
 
|-
 
|-
 
! zuhanden
 
! zuhanden
Zeile 1.011: Zeile 1.468:
 
! zulasten
 
! zulasten
 
| Die Kosten des Verfahrens gehen zulasten des Staates.
 
| Die Kosten des Verfahrens gehen zulasten des Staates.
 +
|-
 +
! zunächst
 +
| „Als die, welche zunächst der Tür saßen, K. und den Gerichtsdiener erblickten, erhoben sie sich zum Gruß“ (Franz Kafka, Der Proceß)
 
|-
 
|-
 
! zuoberst
 
! zuoberst
Zeile 1.029: Zeile 1.489:
 
! zwecks
 
! zwecks
 
| Zwecks Erbauung der Gäste ließ er Gaukler kommen.
 
| Zwecks Erbauung der Gäste ließ er Gaukler kommen.
 +
|-
 +
! zweifeln
 +
| So rein und edel ist sein Wesen,<br/>so tugendreich der hehre Mann,<br/>dass nie des Unheils soll genesen,<br/>wer seiner Sendung zweifeln kann!<br/>''Wagner, Lohengrin''
 +
|-
 +
! zwingen
 +
| der mac niht wiჳჳen, waჳ mich leides twinget<br/>''Des Minnesangs Frühling''
 +
|-
 +
! zwischen
 +
| und liessen ain vrid machen zwischen ir und des purggraven<br/>''Sächsische Weltchronik''
 
|}
 
|}
  
== Eigenart (graue Kollektion) ==
+
== Genitivus partitivus (grüne Kollektion) ==
  
Wörter und Ausdrucksweisen, bei denen der Genitiv unüblich, veraltet oder vielleicht gänzlich der künstlerischen Freiheit alter Meister gescholden ist, sind hier separat erfossen, aber um nichts weniger zur Nachahmung empfohlen.
+
Im ''genitivus partitivus'' (Genitiv des geteilten Ganzen) stehen in manchen Mengenangaben die Wörter, die das Ganze bezeichnen, von dem ein gewisser Teil bezinchen wird. Hinsichtlich obiger Liste surg dies häufig für Zweifelsfälle: Sind es bestimmte mengenangebende Adverbien, die zum Gebrauch des Wesfalls ermutigen, oder wird dieser stets unabhängig gewählt wie in folgendem Satz ohne nähere Mengenangabe? &bdquo;Auf dem Jahrmarkt erwarb er verrückten Schnickschnacks.&ldquo; Solche Zweifelsfälle sammeln wir nun hier.
  
{| border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; background: #F0F0F0; {{{1| }}}"
+
{| border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; background: #F0FFF0; {{{1| }}}"
! width="15%" | achthaben
+
! width="15%" | allerhand
| width="85%" | Der Musikant geht spät nach Haus. / Begegnet ihm ein Wolf, o Graus. / Der hätt&rsquo; ihn sicher umgebracht. / Doch hatt&rsquo; er fein des Spielens acht.<br />''Aus der Sage &bdquo;Der Musiker in der Wolfsgrube am Badersberg&ldquo; aus Berga a.d. Elster''
+
| width="85%" | Die Buben trieben allerhand Unfugs auch während des Unterrichts.
 
|-
 
|-
! anziehen
+
! allerlei
| desselben knechts er sich an zogen hab ''(seinetwegen Klage geführt)''<br/>''Monumenta Habsburgica''
+
| Auf der Kirchweih erwarb es allerlei verrückten Schnickschnacks.
 
|-
 
|-
! auswärts
+
! genug
| Sie hielt vor einem Haus auswärts des Ortes.
+
| Sind wir beide ihm nicht Manns genug,<br /> daß er, besorgt, uns den Gehilfen sendet?<br />''Shakespeare, Macbeth''
 +
 
 +
Der Worte sind genug gewechselt,<br /> lasst mich auch endlich Taten sehen!<br />''Goethe, Faust''
 
|-
 
|-
! befinden
+
! haben
| Ich hab befunden des schweren Lastes der Sünden.<br />''Keisersberg''
+
| Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.<br />''Paulus, 1. Korintherbrief''
 
|-
 
|-
! befreien
+
! kaum
| Ich war der Wankelmut des Glückes ganz befreit.
+
| Er besaß kaum des Geldes um sich ein auskömmlich Leben zu gewähren.
 
|-
 
|-
! begehren
+
! reichlich
| Sie begehrte in Unehren seiner.
+
| Wir tranken reichlich roten Weins.
 
|-
 
|-
! sich begnügen
+
! viel
| Das Volk begnügte sich nicht müßigen Zuschauens.<br />''Beckers (siehe [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GB02587 Deutsches Wörterbuch])''
+
| Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zu viel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken.<br />''Nietzsche, Also sprach Zarathustra''
 
|-
 
|-
! sich behelfen
+
! zuviel
| Sich des Eides behelfen.<br />''Erklärung des Landfriedens von 1522''
+
| Meine Forderung daher: Nicht zuviel des Guten, lasst das Jod im Kochsalz und verzichtet auf die Jod-Anreicherung von Functional Foods!
 
|-
 
|-
! behilflich
+
! zuwenig
| Ein Kaiser soll jedem seines Rechten behülflich sein.<br />''Zinkgref''
+
| Zuviel des Guten, zuwenig des Nötigen.<br />''Erich Franzke, Die Balance von Ich-Stärkung und Ich-Stützung in der Psychotherapie''<br />
 
|-
 
|-
! sich bekennen
+
! (Zahlen und Mengenangaben)
| Seine Söhne schämten sich seiner, in feigem Kreise umfingen sie das Haus, damit sie seiner nicht gewahr würden und sich nicht müßten seines Blutes bekennen vor den andern.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
+
| Ein Liter roten Weins.<br />Aller guten Dinge sind drei. (Oft gehört: "Alle guten ...")<br />Tausende aufgeregter Menschen sommen die Straße.
 +
|}
 +
 
 +
== Genitivus absolutus (adverbialer Genitiv) ==
 +
 
 +
Dieser Abschnitt ist auf [[Genitivus absolutus|eine eigene Seite]] umgezogen.
 +
 
 +
== Gebrauch mit Genitiv und Dativ (blaue Kollektion) ==
 +
 
 +
Einige Präpositionen sorgen regelmäßig für Verwurr, ob sie nun des Genitivs oder des Dativs bedürfen. Die einschlägigen Nachschlagewerke (Duden, Wahrig) bieten beide Möglichkeiten, wenngleich die Tendenz im alltäglichen Sprachgebrauch verstärkt zur Anwendung des Genitivs zu gehen scheint. Nachfolgend sei für die fraglichen Wörter je ein Beispiel für den Gebrauch mit dem Dativ und dem Genitiv gegeben.
 +
 
 +
{| {{prettytable}}
 +
! width="16%" |
 +
! width="42%" bgcolor="#99B2E5" | Mit Genitiv:
 +
! width="42%" bgcolor="#99B2E5" | Mit Dativ:
 
|-
 
|-
! bekommen
+
 
| daz die keiserin lang nie mocht bechomen eines chindes<br/>''Gesta Romanorum''
+
! außer
 +
| bgcolor="#99B2E5" | Er hielt sich außer der Reihe und außer der Zeit außer Landes auf.
 +
| bgcolor="#99B2E5" | Außer ihm weiß niemand darüber Bescheid.
 
|-
 
|-
! benebst
+
! binnen
| Wahre eigentliche Abbildung Der Belagerung vor Peter-Waradein: Benebst des Türckischen Auffbruchs und schändlichen Flucht alldar.<br/>''Bildbetitelung von 1694 (http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2007/7685/)''
+
| bgcolor="#99B2E5" | Binnen dreier Tage erwarten wir seine Antwort.
 +
| bgcolor="#99B2E5" | Binnen kurzem war er völlig durchnässt.
 
|-
 
|-
! berichtet
+
! dank
| Die Steuerleute aber wissen sich<br /> Für großer Furcht nicht Rat und sind des Fahrens<br /> Nicht wohl berichtet''<br /> Schiller, Wilhelm Tell''
+
| bgcolor="#99B2E5" | Dank eures guten Willens haben wir das Plansoll erfüllt.
 +
| bgcolor="#99B2E5" | Dank meinem Fleiße wurde ich reich.
 
|-
 
|-
! bewegen
+
! laut
| got, der antlitzes sich bewac nâch menschen antlitze<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
+
| bgcolor="#99B2E5" | Laut amtlichen Nachweises ist er arbeitslos.
 +
| bgcolor="#99B2E5" | Laut unserem Schreiben sind sie fristlos entlassen.
 
|-
 
|-
! bitten
+
! trotz
| ich endarf in niht mêr heiles biten<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
+
| bgcolor="#99B2E5" | Trotz des Regens ging er ohne Schirm spazieren.
 +
| bgcolor="#99B2E5" | Trotz alledem änderte er seine Meinung nicht.
 
|-
 
|-
! bloß
+
! zufolge
| aller vriuntschaft stâst du blôჳ<br/>''Bonerius, Der Edel Stein''
+
| bgcolor="#99B2E5" | Zufolge der Anweisung müssen wir hier entlang.
 +
| bgcolor="#99B2E5" | Dem Befehl zufolge setzte sich die Armee in Marsch.
 +
|}
 +
 
 +
== Falscher Gebrauch des Genitivs (rote Kollektion) ==
 +
 
 +
In einigen Fällen scheint der Genitiv des Rettens doch nicht so bedürftig zu sein, wie es oft den Anschein hat. So gibt es etliche Präpositionen, die zunehmend mit dem zweiten Fall verwandt werden, obwohl sie den dritten oder vierten verlangen. Noch besteht also Hoffnung für den Genitiv! Gleichwohl sei hier keinesfalls dazu aufgerufen, diesen schönen Fall wahllos und regelwidrig zu verwenden. Amüsant sind die nachfolgenden Beispiele dennoch.
 +
 
 +
{| {{prettytable}}
 +
! width="16%" |
 +
! width="42%" bgcolor="#FFBBAA" | Mit Genitiv (falsch):
 +
! width="42%" | Mit Dativ bzw. Akkusativ (korrekt):
 
|-
 
|-
! borgen
+
! entgegen
| daჳ ich der rede gegen ir sô lange borge<br/>''Jakob von Warte''
+
| bgcolor="#FFBBAA" | Entgegen des weitverbreiteten Klischees reden Männer und Frauen gleich viel.
 +
| Entgegen dem weitverbreiteten Klischee reden Männer und Frauen gleich viel.
 
|-
 
|-
! brauchen
+
! entsprechend
| ''(„bedürfen“)'' Ich bin ein Landmann, brauche nicht des Helms.<br />''Schiller, Jungfrau von Orleans''<br />''(„Gebrauch machen von“)'' Wie, wenn wir sein jetzt brauchten in der Not?<br />''Schiller, Wilhelm Tell''
+
| bgcolor="#FFBBAA" | Bescheinigung über die Kosten der Unterkunft entsprechend des Mietvertrages.
 +
| Bescheinigung über die Kosten der Unterkunft entsprechend dem Mietvertrag.
 
|-
 
|-
! brechen
+
! fern
| des brôtes si sament prâchen<br/>''Wiener Genesis''
+
| bgcolor="#FFBBAA" | Sie wurden fern des Elternhauses im Wald ausgesetzt.
|-
 
! breit
 
| Sag ihm, dass ich mich nicht eines Fingers breit von dem Herrn Jesus hinwegbegeben werde.<br />''Leo Perutz, Nachts unter der steinernen Brücke''
 
|-
 
! danken
 
| Des wollen wir Gott danken.
 
|-
 
! dauern
 
| Ach wie dauert mich der Zeit!<br/>''Günther (siehe [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GD00951 Deutsches Wörterbuch])''
 
|-
 
! denken
 
| Aber er achtete ihrer nicht, und so verliefen sie sich bald und dachten seiner nicht mehr.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
! dürsten
 
| Zuvor reizte mich des Fremden Gold, nun dürstet mich seines Blutes.<br />''Felix Dahn, Walther und Hildgund''
 
|-
 
! einwärts
 
| Der Straßenverkehr einwärts des Ortsbezirkes muss beruhigt werden.
 
|-
 
! ende
 
| Den Schuster finden Sie ende der Straße.
 
|-
 
! entladen
 
| Sie entluden das Schiff seiner Last.
 
|-
 
! entlassen
 
| Sie wurde des Dienstes entlassen.
 
|-
 
! sich entlasten
 
| Er entlastete sich seiner Sorgen und weinte sich aus.
 
|-
 
! sich entsagen
 
| Wem das Lieben will behagen,<br /> muss des Lebens sich entsagen.<br />''Logau''
 
|-
 
! sich entschuldigen
 
| Sie entschuldigte sich ihrer Tränen.<br />''Inge Scholl, Die weiße Rose''
 
|-
 
! sich entziehen
 
| daჳ si des landes sich entziehe<br/>''Hartmann von Aue, Gregorius''
 
|-
 
! sich erholen
 
| Ihr wisset nicht, wo mich der Schuch noch trücket, es ist was anderst in der Fläschen, dessen ich gern Bescheid, und mich Rechts erholen wolte.<br />''Philander 2, 784 (787)''
 
|-
 
! erlösen
 
| er wirt mit swacher buoჳe grôჳer sünde erlôst<br/>''Walther von der Vogelweide''
 
|-
 
! sich erretten
 
| Sich der Feinden erretten.<br />''Plutarch''
 
|-
 
! erwähnen
 
| Erst Plinius erwähnt des Feuerzeichens, (...)<br />''L. A. Veitmeyer, Der Pharos zu Alexandrien (1900)''
 
|-
 
! erwarten
 
| In Padua, wo seine Studien ihn fesselten, erwartete Fernando des frohen Augenblickes nur, der ihm vergönnen sollte u. s. w.<br />''Schiller''
 
|-
 
! fehlen
 
| darumb so haben wir des rechten weges gefeilet.<br />''Luther''
 
|-
 
! fliehen
 
| Und er floh des Weges zum blachen Felde.<br />''Lutherbibel, 2 Könige 25,4''
 
|-
 
! fluchen
 
| ob sie des wütrichs flucht und seinen tod doch hasset<br/>''Lessing 3, 348''
 
|-
 
! folgen
 
| &bdquo;des volge ich&ldquo;, sprach Liddamus.<br/>''Wolfram von Eschenbach, Iwein''
 
|-
 
! fragen
 
| Doch ich frage dich nicht deines Weges.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
! frönen
 
| Kempowski nahm sich stets davor in Acht, wortschweifig des Weiten und Breiten zu frönen, er fasste sich kurz.<br />''Ludwig Harig, Alles unter Dach und Fach (Die Zeit 42/2007)''
 
|-
 
! froh
 
| Des bin ich froh.
 
|-
 
! fürchten
 
| Dass ich nit gerne sehe die Ketzer vorbrennen, spricht er, ich furcht der Haut.<br />''Luther, Von den neuen Eckischen Bullen und Lügen (1520)''
 
|-
 
! gebrauchen
 
| Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen.<br />''Goethe, Faust''
 
|-
 
! gebrechen
 
| Das ganze Kinderwäschegezücht:<br /> Es an den Staden der Rosen gebricht!<br />''Cemal Tarik Sedde, Es an den Staden der Rosen gebricht<br /> (eigentlich mit an + Dativ)''
 
|-
 
! im Gegensatz zu
 
| &bdquo;Mein Gott&ldquo; dachte ich, &bdquo;der Mann muß der Menschheit außerordentlich wichtige Dienste geleistet haben, daß die großen Herren und Damen, ganz im Gegensatz zu ihres heutzutage so weitverbreiteten Geizes, ihn so mit Geschenken, die es zu sein schienen, überhäuft haben.&ldquo;<br/>''Gottfried August Bürger, Münchhausen, Viertes Seeabenteuer, Rastatt 1977''
 
|-
 
! gelüsten
 
| Es gelüstet mich eines großen Schokoladeneisbechers.
 
|-
 
! genesen
 
| Sie genas eines gesunden Knaben.<br />Er wird seiner Krankheit nicht mehr genesen.
 
|-
 
! genießen
 
| Will sie sich der Welt wiedmen, so bleibe ich zu hause, bin fleisig und geniese des Glücks ihrer Nähe erst wenn der Hof sie entlässt.<br />''Goethe am 24. Oktober 1784 an Frau von Stein''
 
|-
 
! gereuen
 
| Gereut es dich nicht deiner Missetaten?
 
|-
 
! geständig
 
| Er war seiner Tat geständig.
 
|-
 
! gewinnen
 
| des gewinne ich schaden<br/>''Wirnt von Grafenberg, Wigalois''
 
|-
 
! gewohnt
 
| Die meisten sind des Lügens gewohnt.
 
|-
 
! gönnen
 
| ich gan im sîner eren wol<br/>''Hartmann von Aue, Iwein''
 
|-
 
! sich grämen
 
| Gräme dich nicht deiner Taten.
 
|-
 
! grauen
 
| Ihre Augen starrten ihn an, dass es ihn seiner Tat graute.
 
|-
 
! gut
 
| Schon gut der Witz’ und genug der Streich’!<br />''Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg''
 
|-
 
! helfen
 
| helfet mir der reise<br />''Nibelungenlied''
 
|-
 
! hoffen
 
| Denn olympisch wird der Tag erstehen, dessen wir hoffen.<br />''Arndt''
 
|-
 
! hören
 
| wenn ihn jäher muth empört, er nicht mehr des freundes hört.<br/>''Friedrich Leopold zu Stolberg''
 
|-
 
! hungern
 
| Mich hungert sein.<br />''Wagner, Siegfried''
 
|-
 
! in puncto
 
| Die Überregulierung des Arbeitsmarktes, beispielsweise in puncto des restriktiven Kündigungsschutzes, rundet den Ursachenkomplex ab.
 
|-
 
! inwärts
 
| Kaspar: mit furchtsamen Geberden leichtet hinaus, sobald er inwärts der Thüre, hört man den Schlag wie von einer Maulschelle. Er taumelt mit ausgeblaßnen Lichtern herein. <br />''Karl v. Marinelli: Dom Juan oder Der steinerne Gast, Lustspiel in vier Aufzügen nach Moliere, dritter Aufzug''
 
|-
 
! irre
 
| swer nu des rîches irre gê<br/>''Walther von der Vogelweide''
 
|-
 
! jammern
 
| Da jammerte den Herrn desselben Knechts und er ließ ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch.<br/>''Matthäus 18,21-35''
 
|-
 
! kennen
 
| Ich kenne des Menschen nicht.<br />''Bach/Picander, Matthäuspassion''
 
|-
 
! kommen
 
| Er kam des Weges von Osten.
 
|-
 
! lachen
 
| Sie aber lachte sein und sprach: „Hat ja gar nicht wehgetan, war ja nur aus Marzipan!“
 
|-
 
! laden
 
| des wære ein mûl geladen genuoc<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
 
|-
 
! lang
 
| Darzwischenwachsen herauss ii. oder iii. glatter blosser Stengel einer Spannen lang<br />''J. T. Tabernaemontanus, Neu vollkommentlich Kreuterbuch (1588)''
 
|-
 
! lauern
 
| Unbekannte Krankheiten und wilde Tiere lauerten seiner im Urwald.
 
|-
 
! los
 
| O wär ich nur deiner schon los!
 
|-
 
! mahnen
 
| Ich mahnte ihn seiner Beteuerungen.
 
|-
 
! meinen
 
| Wenn ihr Hercules seid, so seid ihrs nicht gemeint.<br />''Der junge Goethe''
 
|-
 
! mitsamt
 
| Kuhn versucht umständlich, sich eine Zigarette anzuzünden, die er dann mitsamt des Feuerzeugs verschwinden lässt.<br/>''Focus''
 
|-
 
! mitte
 
| Das Restaurant zum Königssaal, mitte der Stadt am Brühl gelegen, empfiehlt Dortmunder und Heßberger Lagerbier, gute Weine, reichhaltige Speisenkarte und hält sich einem geehrten Publikum bestens empfohlen.
 
|-
 
! nach
 
| Seiner Form, seines Rhythmus, seines Tonfalls nach: ein Buch aus der Nacht der Zeiten.<br/>''Klaas Huizing, Der Büchertrinker''
 
|-
 
! nähe
 
| Sein Grab befindet sich nähe des Friedhofstores.
 
|-
 
! nebst
 
| Dies erfolgte entweder durch Ausfüllen von Wettscheinen, die im Ladenlokal auslagen und nebst des Wetteinsatzes vom anwesenden Personal entgegen genommen wurden, oder mittels der bereitgestellten Terminals im Onlineverfahren, wobei der Angeschuldigte für den letztgenannten Fall auch spezielle Prepaid-Karten der Firma Cash-Point, mit denen der Wetteinsatz beglichen werden konnte, bereithielt und verkaufte.<br/>''[http://www.aufrecht.de/index.php?id=2761 AG Heidenheim: Beschluss vom 01. Dezember 2003, AZ.: 3 Ds 424/03 - In Österreich zugelassene Werbung für Sportwetten zulässig]''
 
|-
 
! parallel
 
| Die Alliierten, und zwar sämtliche, auch die Amerikaner, rücken in breiter Front vor, wie weit ist nicht bekannt, aber mindestens bis zu einer Linie, die durch Kassel parallel des Rheines läuft.<br />''Matthias Erzberger, Leiter der deutschen Waffenstillstandskommission, in seinen vertraulichen Aufzeichnungen vom 1. Juni 1919''
 
|-
 
! prahlen
 
| Die Feinde prahlten ihrer Menge.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
! richtung
 
| Die Scheune befindet sich richtung des Dorfausgangs.
 
|-
 
! rückwärts
 
| Glücklicherweise war der Boden so felsig, daß an eine erkennbare Fährte gar nicht gedacht werden konnte, und rückwärts des Cannons stand der Wald so dicht, daß es nicht schwer erschien, ein gutes Versteck zu finden.<br/>''aus: Karl May, Der Sohn des Bärenjägers''
 
|-
 
! samt
 
| Als der Thebaner Aktaion [...] in einem geweihten Hain ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen suchte, fand er [...] darin die Göttin Artemis samt ihrer Nymphen beim Bade.<br />''Michael Küttner, Der Geist aus der Flasche''
 
|-
 
! satt
 
| Ich bin des trocknen Tons nun satt, / Muß wieder recht den Teufel spielen.<br />''Goethe, Faust''
 
|-
 
! schonen
 
| Schone dein, Kind!<br />''Thomas Mann, Der Erwählte<br /> Dieser Beispielsatz ist auch ein prima Beleg dafür, wie viel ein Komma an der rechten Stelle bedeutungsmäßig ausmachen kann.''
 
|-
 
! schauen
 
| Das sie die Fenster, welche gegen Babel der Welt schauen, eröffnen.<br />''Butschky''
 
|-
 
! sich schmeicheln
 
| Ich schmeichle mir eines gepflegten Stils.
 
|-
 
! schweigen
 
| (...) Mit jrem eyffern Tag vnd Nacht,<br /> Des sie mit Ehrn wol het geschwiegen.<br />''Hans Sachs, Das heiß Eysen''
 
|-
 
! schwören
 
| wenn einer swern wil oder sol, dem sol der vorsprech vor sagen wes er swern süll<br/>''Münchner Stadtrecht''
 
|-
 
! sichern
 
| Wohl, Tell! Des Lebens hab’ ich dich gesichert<br />''Schiller, Wilhelm Tell''
 
|-
 
! sonder
 
| Einstmals &ndash; ich glaub’, im Jahr des Heiles Eins &ndash; <br /> Sprach die Sibylle, trunken sonder Weins: ...<br />''Nietzsche, Zarathustra''
 
|-
 
! sorgen
 
| daჳ ir dâ minnet, daჳ minn ich:<br />des ir dâ sorget, des sorg ich.<br />''Hartmann, Iwein''
 
|-
 
! sparen
 
| der ist zu unserm hauptman g&#367;t,<br/>der mit frevenlichem m&#367;t<br/>dem babst und keiser greifft in bart<br/>und sunst uff erden niemans spart.<br/>''MURNER lutherischer narr v. 2106''
 
|-
 
! streiten
 
| niemen darf des strîten, daჳ er beჳჳerჳ ie gesæhe<br/>''Wolfram von Eschenbach, Parzival''
 
|-
 
! strafen
 
| Seines Lebens aber sei er nicht gestraft, denn von den Göttern ist das Leben, und nicht darf der Mensch an Göttliches rühren.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
! überheben
 
| Wir sind dieser Arbeit überhoben.
 
|-
 
! sich überheben
 
| Er überhob sich seines Erfolges.
 
|-
 
! überladen
 
| mîn herze ist leides überladen<br/>''Hartmann von Aue, Iwein''
 
|-
 
! unbeleckt
 
| Sie schafft zwar nicht aus dem „Nichts“, sozusagen unbeleckt aller kultureller Prägung, aber aus dem „Alles“ ihrer „Gefühlswucht“, deren Ergebnisse sich dem Einsortieren in Kunstschubladen widersetzen.<br />''Pirmasenser Zeitung, 1997-05-06''
 
|-
 
! unbewegt
 
| ...auch der Abt war des verständigen Wortes nicht unbewegt...<br />''Joseph Victor von Scheffel, Ekkehard''
 
|-
 
! überzeugen
 
| Erlauben Sie mir, Sie der Vorteile dieses Feldzuges zu überzeugen.
 
|-
 
! ungewohnt
 
| Und sein Aug&rsquo; zuckt, ungewohnt des<br/>Langentbehrten Tagesscheins,<br/>Also schreitet der Genesne<br/>Wieder ins gesunde Leben.<br/>''Viktor von Scheffel, Der Trompeter von Säckingen (Zwölftes Stück &ndash; Jung Werner und Margareta)''
 
|-
 
! unreif
 
| Unreif sind sie des Glücks<br />''aus: Das Wunder der Heliane, Libretto von Hans Müller nach Hans Kaltneker''
 
|-
 
! unterweisen
 
| ...er unterwies sie des Lateins...<br />''Joseph Victor von Scheffel, Ekkehard''
 
|-
 
! sich unterziehen
 
| vil maniges si sich underzugen dâ si sich selbe mit betrugen<br/>''HAHN, Das Anegenge''
 
|-
 
! sich verbürgen
 
| Ich verbürge mich des Gelingens.
 
|-
 
! verfallen
 
| darnach fragt man, wes ainer schuldig und verfallen wäre, der ain urbargut entlidet
 
|-
 
! verfehlen
 
| Zu weit getrieben / Verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks<br />''Schiller, Wilhelm Tell''
 
|-
 
! vergessen
 
| Nur die Hunde heulten zwei Tage und zwei Nächte lang, dann vergaßen auch sie Viratas, [...].<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
! vertrösten
 
| Sie vertröstete mich eines späteren Zeitpunktes.
 
|-
 
! sich verweigern
 
| Sich unerwünschter Gespräche einigermaßen anstrengungslos verweigern zu lernen, das sollte Schulfach sein.<br />''Dieter Steinmann, zit. nach Max Goldt''
 
|-
 
! voller
 
| Kleine fiese hinterhältige Nationen und Ethiken schlugen sich voller Hasses gegenseitig die Schädel ein.
 
|-
 
! vollziehen
 
| des volzôch frou Hilte<br/>''Gudrunlieder''
 
|-
 
! vorbeikommen
 
| Ich kam eben der Sorbonne vorbei, und aus den Pforten stürzte ein Hund, (...)<br />''Heinrich Heine, Florentinische Nächte (könnte auch ein Druckfehler oder ein Dativ sein, aber erst mal beweisen)''
 
|-
 
! vorwärts
 
| Da zeigte sich plötzlich der Vortrab des preuß. vierten Corps (das die Franzosen anfänglich für das von Grouchy hielten), unter dem Befehle des Generals Bülow, vorwärts des Waldes von Frichemont in der rechten Flanke und dem Rücken des Feindes.<br/>''aus: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1837; Stichwort &bdquo;Waterloo (Schlacht bei)&ldquo;''
 
|-
 
! wachen
 
| ...und mit Lachen<br /> versetzt’ Isold’: ich will hier wachen<br /> des Schiffs.<br />''K. L. Immermann, Tristan und Isolde''
 
|-
 
! wahren
 
| Des Ritters will ich wahren, er soll mein Streiter sein!<br />''Wagner, Lohengrin''
 
|-
 
! sich verzeihen
 
| So ists besser doch göttlich und seliglich leben und sich der guten Tage verzeihen, so die haben, die kein Weib berüren, und sich in die bösen Tage erwegen, umb Sünd willen zu meiden.<br />''Luther''
 
|-
 
! viel
 
| Es kamen der Feinde nicht mehr.<br />''Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders''
 
|-
 
! wahrnehmen
 
| Sie nahm nie gekannter Düfte wahr.
 
|-
 
! sich weigern
 
| Er weigerte sich des verbotenen Nachdruckes mit Nachdruck.
 
|-
 
! weinen
 
| (...); sie selbst in die Mitte gesetzet<br /> Weinte des Sohns Schicksal, (...)<br />''Homer, Ilias, Übers. nach J. H. Voß''
 
|-
 
! sich wundern
 
| Sie wunderte sich seiner Narben, sagte aber nichts.
 
|-
 
! wünschen
 
| Swer mir schade an mîner frouwen,<br /> dem wünsch ich des rîses,<br /> dar an die diebe nement ir ende.<br /> Swer mîn dar an schône in trouwen,<br /> dem wünsch ich des paradîses<br /> unde valde im mîne hende.<br />''Heinrich von Veldeke, Warnung und Wunsch''
 
|-
 
! warten
 
| Wir gehen in den Garten und woll’n des Sommers warten.
 
|-
 
! wiederbringen
 
| ich dich dîner schulde widerbringe an gotes hulde<br/>''W.Wackernagel, Altdeutsches Lesebuch''
 
|-
 
! zieren
 
| Als wolten sie Gott also betriegen,<br /> all Chur- und Fürsten reformiren,<br /> ires Flaccianischen Glauben zieren.<br />''Nic. Frischlin''
 
|-
 
! zwingen
 
| der mac niht wiჳჳen, waჳ mich leides twinget<br/>''Des Minnesangs Frühling''
 
|-
 
! zwischen
 
| und liessen ain vrid machen zwischen ir und des purggraven<br/>''sächsische Weltchronik''
 
|}
 
 
 
== Genitivus partitivus (grüne Kollektion) ==
 
 
 
Im ''genitivus partitivus'' (Genitiv des geteilten Ganzen) stehen in manchen Mengenangaben die Wörter, die das Ganze bezeichnen, von dem ein gewisser Teil bezinchen wird. Hinsichtlich unserer obigen Listen surg dies häufig für Zweifelsfälle: Sind es bestimmte mengenangebende Adverbien, die zum Gebrauch des Wesfalls ermutigen, oder wird dieser stets unabhängig gewählt wie in folgendem Satz ohne nähere Mengenangabe? &bdquo;Auf dem Jahrmarkt erwarb er verrückten Schnickschnacks.&ldquo; Solche Zweifelsfälle sammeln wir nun hier.
 
 
 
{| border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; background: #F0FFF0; {{{1| }}}"
 
! width="15%" | allerhand
 
| width="85%" | Die Buben trieben allerhand Unfugs auch während des Unterrichts.
 
|-
 
! allerlei
 
| Auf der Kirchweih erwarb es allerlei verrückten Schnickschnacks.
 
|-
 
! genug
 
| Der Worte sind genug gewechselt,<br /> lasst mich auch endlich Taten stehen!<br />''Goethe, Faust''
 
|-
 
! haben
 
| Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.<br />''Paulus, 1. Korintherbrief''
 
|-
 
! kaum
 
| Er besaß kaum des Geldes um sich ein auskömmlich Leben zu gewähren.
 
|-
 
! reichlich
 
| Wir tranken reichlich roten Weins.
 
|-
 
! zuviel
 
| Meine Forderung daher: Nicht zuviel des Guten, lasst das Jod im Kochsalz und verzichtet auf die Jod-Anreicherung von Functional Foods!
 
|}
 
 
 
== Genitivus absolutus (adverbialer Genitiv) ==
 
 
 
Dieser Abschnitt ist auf [[Genitivus absolutus|eine eigene Seite]] umgezogen.
 
 
 
== Falscher Gebrauch des Genitivs (rote Kollektion) ==
 
 
 
In einigen Fällen scheint der Genitiv des Rettens doch nicht so bedürftig zu sein, wie es oft den Anschein hat. So gibt es einige Präpositionen, die zunehmend mit dem zweiten Fall verwandt werden, obwohl sie eigentlich den dritten verlangen. Noch besteht also Hoffnung für den Genitiv! Gleichwohl sei hier keinesfalls dazu aufgerufen, diesen schönen Fall wahllos und regelwidrig zu verwenden. Amüsant sind die nachfolgenden Beispiele dennoch.
 
 
 
{| {{prettytable}}
 
! width="16%" |
 
! width="42%" bgcolor="#FFBBAA" | Mit Genitiv (falsch):
 
! width="42%" | Mit Dativ (korrekt):
 
|-
 
! dank
 
| bgcolor="#FFBBAA" | Ich habe dank der Einheimischen eine neue Entdeckung gemacht.
 
| Ich habe dank den Einheimischen eine neue Entdeckung gemacht.
 
|-
 
! fern
 
| bgcolor="#FFBBAA" | Sie wurden fern des Elternhauses im Wald ausgesetzt.
 
 
| Sie wurden fern dem Elternhaus im Wald ausgesetzt.
 
| Sie wurden fern dem Elternhaus im Wald ausgesetzt.
 
|-
 
|-
Zeile 1.484: Zeile 1.601:
 
| bgcolor="#FFBBAA" | Die Hetzelgalerie befindet sich gegenüber des Bahnhofs und des Saalbaus.  
 
| bgcolor="#FFBBAA" | Die Hetzelgalerie befindet sich gegenüber des Bahnhofs und des Saalbaus.  
 
| Die Hetzelgalerie befindet sich gegenüber dem Bahnhof und dem Saalbau.  
 
| Die Hetzelgalerie befindet sich gegenüber dem Bahnhof und dem Saalbau.  
 +
|-
 +
! gemäß
 +
| bgcolor="#FFBBAA" | Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis gemäß des Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden (NHundG).
 +
| Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis gemäß dem Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden (NHundG).
 
|-
 
|-
 
! nah
 
! nah
Zeile 1.489: Zeile 1.610:
 
| Ich wohne nah dem Rathaus.
 
| Ich wohne nah dem Rathaus.
 
|-
 
|-
! trotz
+
! vis-à-vis
| bgcolor="#FFBBAA" | Trotz seiner 99 Jahre war sein Verstand hellwach.
+
| bgcolor="#FFBBAA" | Das Schlossgarten-Hotel liegt vis-a-vis des malerischen Parks von Sanssouci.
| Trotz seinen 99 Jahren war sein Verstand hellwach.
+
| Das Schlossgarten-Hotel liegt vis-a-vis dem malerischen Park von Sanssouci.
 +
|-
 +
! wider
 +
| bgcolor="#FFBBAA" | wider besseren Wissens
 +
| wider besseres Wissen
 
|-
 
|-
  
 
[[Kategorie:Nomina]]
 
[[Kategorie:Nomina]]

Aktuelle Version vom 3. Juni 2018, 21:06 Uhr

Das Engagement der Gesellschaft zur Stärkung der Verben beschränkt sich nicht auf das Verbenstärken. Denn nicht nur starke Stammformen, sondern auch ganze grammatische Fälle sind vom Aussterben bedroht und schreien nach Rettung. Am deutlichsten zeigt sich das in der verbreiteten Unsitte, Präpositionen wie „wegen“ oder „während“ zunehmend mit dem Dativ (sich langsam ausbreitend auch mit dem Akkusativ) zu benutzen:

Falsch: Das ist alles nur wegen dem Unfall passiert.
Noch fälscher: Das ist alles nur wegen den Unfall passiert.
Richtig: Das ist alles nur wegen des Unfalls passiert.

Der Spruch „Man gewöhnt sich an allem, sogar am Dativ.“ greift hier nicht. Wir zeigen, wie’s richtig geht – denn es ist des hominis sapientis unwürdig, „würdig“ mit Dativ zu konstruieren.

Die Liste

Dies ist die derzeit umfangreichste im Netz zu findende Auswahl von Präpositionen, Adjektiven, Adverbien, Verben und Wendungen, die mit Genitiv verwendet wurden, werden müssen, sollten oder – namhaften Vorbildern folgend – zumindest dürfen. Beispielsätze machen die Liste auch literarisch zu einem Hochgenuss.

-seitig Die Blutentnahme erfolgt beugeseitig des Ellenbogengelenkes.
abaxial Das abaxial des Hufkissens vorhandene gefäßführende Bindegewebe ist in den Hufen unterschiedlich stark entwickelt.
aboral Wie weit aboral des makroskopischen distalen Tumorrandes liegt die Durchtrennungsebene des Mesorektums?
abseiten Ich erwartete, über die entworfenen Beliebungen einen ausführlichen Bericht zu meiner Genehmigung zu erhalten, und würde, wenn eine gleiche abseiten eines wohllöblichen Magistrats erfolgt sein würde, darauf bestanden sein, daß das ganze Vorhaben einer Durchlauchtigsten Statthalterschaft einberichtet und höhere Sanktion erbeten worden wäre.
August von Hennings
abseits Er hielt sich zunächst etwas abseits des Trubels.
abwärts Einige sprangen vor und bückten sich nach abwärts des Flusses, woher das Geheul erscholl.
Karl May, Der Sohn des Bärenjägers
abzüglich Unsere Einnahmen betragen abzüglich der Steuer 5 Millionen Dollar.
achten Des Regens nicht achtend hängten wir die Wäsche an die Leine.
achteraus Wird ein klar achteraus liegendes Boot überlappendes Leeboot innerhalb eines Abstandes von zwei seiner Rumpflängen zu einem Luvboot mit Wind von der gleichen Seite, darf es solange die Überlappung innerhalb dieses Abstands bestehen bleibt, nicht höher als seinen richtigen Kurs segeln, es sei denn, es segelt dadurch unverzüglich achteraus des anderen Bootes.
Internationale Wettsegelbestimmungen (ISAF), Regel 17.1
achterlich Die Unterwanten, deren Püttings ebenfalls achterlich des Mastes montiert sind, ziehen den Mast im Salingabereich nach achtern.
achtern Noch befand sich der Feind in unserem Kielwasser, achtern des Schiffes.
achthaben Der Musikant geht spät nach Haus. / Begegnet ihm ein Wolf, o Graus. / Der hätt’ ihn sicher umgebracht. / Doch hatt’ er fein des Spielens acht.
Aus der Sage „Der Musiker in der Wolfsgrube am Badersberg“ aus Berga a.d. Elster
in Anbetracht Die „Erklärung in Anbetracht der Niederlage Deutschlands und der Übernahme der obersten Regierungsgewalt hinsichtlich Deutschlands“ wurde am 5. Juni 1945 von den Vertretern der Siegermächte unterzeichnet.
anbetrachtlich „Es war uns allen“, schreibt der Toskaner, „ausgenommen dem alten Herrn, wie ich anbetrachtlich des Funkelns in seinem Aug glaube, nicht gar mutig zu Sinne.“
Otto Julius Bierbaum, Samalio Pardulus
anfangs Anfangs des 20. Jahrhunderts wurden Dudens Regeln für alle deutschen Länder als verbindlich erklärt.
angelegentlich Mit dem strafprozessualen Adhäsionsverfahren eröffnet der Staat die Möglichkeit, angelegentlich des Strafverfahrens auch eine zivilrechtliche Verurteilung der Straftäter „in einem Zuge“ auszusprechen, (…)
§ 405 StPO
im Angesicht Als dem Vatermörder Paul Valence im Angesicht der Guillotine ein letztes Gläschen Schnaps angeboten wurde, lehnte er dankend ab: „Wenn ich getrunken habe, weiß ich nicht mehr, was ich tue.“
angesichts Angesichts des feindlichen Aufgebots befahl sie den taktischen Rückzug.
anhand Anhand dieser Blutproben können wir uns ein umfassendes Bild machen.
anklagen Er klagte mich des Scheckbetruges an.
anlässlich Anlässlich des 50. Jubiläums hielt der Kultursenator eine Ansprache.
sich annehmen Sie nahm sich des Kindes liebevoll an.
in Ansehung Von den Pflichten des Lebens in Ansehung des Zustandes desselben.
Kant, Gesammelte Schriften, Bd. 27, Berlin 1978
ansichtig Als der Minister der Bilanzen ansichtig wurde, erlitt er einen Herzinfarkt.
ansichtlich Ansichtlich des Bahnanschlusses auf der Landesgrenze ist in der am 16. November 1864 zwischen der vormaligen Königlich hannoverschen und der Königlich niederländischen Regierung abgeschlossenen Übereinkunft verabredet worden, daß…
Dt. RGBl., Band 1875, Nr. 10, Seite 101 ff., Übereinkunft zwischen dem Deutschen Reich und den Niederlanden, betreffend die Herstellung einer Eisenbahn von Ihrhove nach Nieuwe Schans
anstatt Anstatt meiner Mütze fand ich eine Himbeere auf meinem Kopfe vor.
anstelle Die saure Gurke wurde anstelle eines Vergasers verwandt.
antwortlich Antwortlich Ihres Schreibens teile ich Ihnen mit, dass wir Ihrem Antrag entsprechen.
anziehen desselben knechts er sich an zogen hab (seinetwegen Klage geführt)
Monumenta Habsburgica
apikal Es ist wichtig, den exakten Präparationsrand und einen Bereich apikal der Präparationsgrenze genau in der Abformung wiederzugeben.
arschlings Arschlings des Haupteinganges befand sich der Notausgang.
eine Art In der dritten Strophe soll eine Art mystischen Einverständnisses zwischen ihnen entstehen.
aufgrund Aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen musste das Projekt leider eingestellt werden.
aufseiten Er stand aufseiten der Revolutionäre.
aufwärts Jede Playte hieng noch außerdem an zwey Ankerthauen, sowohl aufwärts als unterwärts des Stroms, welche aber, je nachdem das Wasser mit der Fluth stieg, oder mit der Ebbe sank, nachgelassen und angezogen werden konnten.
Schiller, Belagerung von Antwerpen durch den Prinzen von Parma in den Jahren 1584 und 1585
ausgangs Ausgangs der letzten Kurve überholte er den Führenden und setzte sich an die Spitze des Feldes.
ausschließlich Alle wurden zum Feste eingeladen, ausschließlich der bösen Fee.
außerhalb Sie hielten sich außerhalb des Gebäudes auf.
auswärts Sie hielt vor einem Haus auswärts des Ortes.
ausweislich Ausweislich seiner Papiere ist er Deutscher.
axial Die Terminalvene zieht axial des Hufknorpels, erhält dort Äste des inneren venösen Plexus und wird als Vena digitalis lateralis bzw. medialis bezeichnet.
backbords Im Hafen Porto Pedro kann man auch backbords der Einfahrt ankern.
bar Kegeln ist etwas Gewöhnliches, bar jedes Stiles!
Daisy Duck
basal Das Stammhirn liegt basal des Großhirnes.
sich bedenken Ich habe mich zweier Wege bedacht, diesen Wunsch desto eher zu erreichen.
Lessing
sich bedienen Er bediente sich seines Schweizer Messers, um die Flasche zu öffnen.
bedürfen Das Projekt bedarf unseres aufopferungsvollen Einsatzes.
bedürftig Der Genitiv ist des Rettens bedürftiger denn der Dativ.
befinden Ich hab befunden des schweren Lastes der Sünden.
Keisersberg
sich befleißen Ich befliss mich der neuen Rechtschreibung, als ich dies schrieb.
sich befleißigen Sie befleißigt sich einer gehobenen Ausdrucksweise.
befreien Ich war der Wankelmut des Glückes ganz befreit.
sich befreunden Ich [...] habe mich der Geognosie befreundet, veranlaßt durch den Flözbergbau.
Goethe, in: Die Entstehung von Goethes Werken in Dokumenten, Berlin 2006
sich begeben Ich begebe mich freiwillig meiner Touristen-Immunität.
begehren Sie begehrte in Unehren seiner.
begierig Er war des Ruhmes begierig.
begnaden o gnedigster herr und fürst, ich hoff ir wöllen mir des leibes begnaden.
Eulenspiegel
sich begnügen Das Volk begnügte sich nicht müßigen Zuschauens.
Beckers (siehe Deutsches Wörterbuch)
sich behelfen Sich des Eides behelfen.
Erklärung des Landfriedens von 1522
behelfs Der Boxer hieb seinen Gegner behelfs eines beherzten Faustschlages in die Ecke des Rings.
behilflich Ein Kaiser soll jedem seines Rechten behülflich sein.
Zinkgref
behufs Die Konsuln wandten sich behufs der Abhülfe dieser Völkerrechtsverletzung an die Behörden.
beiderseitig Beiderseitig aller Gebäude befinden sich Hydranten.
beiderseits Beiderseits des Brunnens hielten finstere Gesellen Wache.
beidseitig Bologna liegt beidseitig des Ärmelkanals.
beidseits Beidseits des Flusses sah man viele Ausflügler.
sich bekennen Seine Söhne schämten sich seiner, in feigem Kreise umfingen sie das Haus, damit sie seiner nicht gewahr würden und sich nicht müßten seines Blutes bekennen vor den andern.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
bekommen daz die keiserin lang nie mocht bechomen eines chindes
Gesta Romanorum
belehren Ich belehrte sie der Thesen Kants.
mit Genitiv noch verbreitet in der Wendung:
jemanden eines Besseren belehren
sich bemächtigen Er bemächtigte sich des Oberkommandos.
sich bemeistern Ich bemeisterte mich meines Zornes und hub an ruhig zu sprechen.
benebst Wahre eigentliche Abbildung Der Belagerung vor Peter-Waradein: Benebst des Türckischen Auffbruchs und schändlichen Flucht alldar.
Bildbetitelung von 1694 (http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2007/7685/)
benötigt Zuschauer wurden durch Betrug und Gaukelspiel um ihr Geld gebracht, dessen sie doch bei diesen mangelhaften Zeiten selbst höchst benötigt sind.
Eisleber Tageblatt, 1936
berauben Ich wollte sie nicht ihrer Träume berauben.
bergseits Bergseits der Straße wird seitens des Bauamtes keine weitere Baustelle zugelassen.
berichtet Die Steuerleute aber wissen sich
Für großer Furcht nicht Rat und sind des Fahrens
Nicht wohl berichtet
Schiller, Wilhelm Tell
sich berühmen Ich fürchte, meine Aktion kann sich keiner großen Erfolge berühmen.
Lisa Simpson
beschämen Diese Sache beschämt mich meines Bruders.
Auch mit der Präposition für, allerdings nicht wesentlich verbrittener.
beschuldigen In der Theologie hingegen muß ich mich des Rückschreitens beschuldigen ...
Heinrich Heine, Nachwort zum Romanzero, 1851
sich besinnen Als aber auch seine Jahre erfüllt waren (…), besann sich keiner im Volke mehr dessen, den das Land einst gerühmt mit den vier Namen der Tugend.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
mit Genitiv noch verbreitet in der Wendung:
sich eines Besseren besinnen
betreffs Betreffs unseres Anliegens haben wir von Ihnen noch keine Reaktion.
bewegen got, der antlitzes sich bewac nâch menschen antlitze
Wolfram von Eschenbach, Parzival
bewusst Sie ist sich der Schwierigkeiten durchaus bewusst.
bezichtigen Er ward des Mordes an seiner Frau bezichtigt.
beziehentlich Beziehentlich des Volkstribuns Tiberius Gracchus, zur Zeit und bei Gelegenheit seiner Ermordung auf dem Capitol, lauten des Asellio Worte folgendermaßen (…)
Aulus Gellius, Attische Nächte, II. Buch, 13. Kapitel
bezüglich Bezüglich der weiteren Transaktionen gelten die vertraglichen Vereinbarungen.
bitten ich endarf in niht mêr heiles biten
Wolfram von Eschenbach, Parzival
bloß aller vriuntschaft stâst du blôჳ
Bonerius, Der Edel Stein
borgen daჳ ich der rede gegen ir sô lange borge
Jakob von Warte
brauchen („bedürfen“) Ich bin ein Landmann, brauche nicht des Helms.
Schiller, Jungfrau von Orleans
(„Gebrauch machen von“) Wie, wenn wir sein jetzt brauchten in der Not?
Schiller, Wilhelm Tell
brechen des brôtes si sament prâchen
Wiener Genesis
breit Sag ihm, dass ich mich nicht eines Fingers breit von dem Herrn Jesus hinwegbegeben werde.
Leo Perutz, Nachts unter der steinernen Brücke
sich brüsten Er brüstete sich seiner Erfolge.
bukkal Die Ohrspeicheldrüse liegt bukkal der Zunge.
cranial Die Augenhöhle liegt cranial der Kieferhöhle.
danken Des wollen wir Gott danken.
dauern Ach wie dauert mich der Zeit!
Günther (siehe Deutsches Wörterbuch)
denken Aber er achtete ihrer nicht, und so verliefen sie sich bald und dachten seiner nicht mehr.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
dick durch ein pfort stark und grosz, / wol dreier klafter dick.
Hans Sachs
diesseits Nach der Juliusrevolution ließ man jenseits wie diesseits des Rheines die Maske fallen.
Heinrich Heine, Nachwort zum Romanzero, 1851
distal Bei einem Großteil derartig verletzter Patienten lassen sich noch Pulse distal einer Aortenverletzung nachweisen.
dorsal Dorsal der Chorda der Seescheiden befindet sich das Neuralrohr.
dürsten Zuvor reizte mich des Fremden Gold, nun dürstet mich seines Blutes.
Felix Dahn, Walther und Hildgund
ehren Wo man solchen Sang nun thut, des sind die Falschen geehret.
Wolfram von Eschenbach, Parzifal
eilen Er eilte seines Weges.
eingangs Die eingangs Ihrer Rede gemachten Äußerungen will ich überhört haben.
eingedenk Eingedenk seiner hohen Verdienste sah man von einem Disziplinarverfahren ab.
sich einig sein/werden Sie wurden sich des Kaufs einig.
sich eins sein/werden Sie wurden sich des Handels eins.
einschließlich Die Wertsachen werden auf den Tisch gelegt, einschließlich aller Uhren!
einwärts Der Straßenverkehr einwärts des Ortsbezirkes muss beruhigt werden.
ende Den Schuster finden Sie ende der Straße.
sich entäußern Die Schulbildung entäußerte sich des scheinbar Überflüssigen.
entbehren Dieses so genannte Konzept entbehrt jedes vernünftigen Ansatzes.
entbinden Sie wurde einer gesunden Tochter und aller dienstlichen Pflichten entbunden.
sich entblöden Drei Jahre lang entblödete er sich nicht der dümmsten Mutprobe.
sich entblößen und er ging usz in den hof und wolte sich seins wassers entplöszen.
Eulenspiegel
sich entbrechen Was Weise hat sie dann des Lebens sich entbrochen?
Opitz
entbürden hier hat meine seele rast, / hier ist sie der still ergeben / und entbürdet aller last.
LEUCOLEONS Galamelite 148
enterben Er enterbte ihn seines Anteils.
entfremden Träumend begegnet sich das Ich seiner entfremdet und von seiner Umwelt isoliert, als ein Wesen ohne eigene Identität, ohne die eigenen vier Wände.
Irmela von der Lühe, Träume vom Terror, in: Dichterisch denken - Hannah Arendt und die Künste, Göttingen 2007
sich enthalten Er enthielt sich der Stimme.
entheben Sie wurde aller Pflichten enthoben.
entkleiden (…), eine Geheimzahl, die ich nicht hinschreiben kann, sonst würde ich sie ihres geheimen Charakters entkleiden und vernichten.
Axel Hacke, Das Geheimzahlengrab
entladen Sie entluden das Schiff seiner Last.
entlang Entlang des Weges wuchs blauer Enzian.
entlassen Sie wurde des Dienstes entlassen.
sich entlasten Er entlastete sich seiner Sorgen und weinte sich aus.
entledigen Er entledigte sich seiner Lasten.
entleeren In dem Augenblick (...) nahm der Herr sein grünes Agrarierhütchen vom Kopf und entleerte es seines Wassers auf Diederichs Frackhemd.
Heinrich Mann, Der Untertan
entraten Die Psychologen unter den Lesern sollten hier der Analyse entraten.
sich entsagen Wem das Lieben will behagen,
muss des Lebens sich entsagen.
Friedrich von Logau
entschädigen Entschädigt sie des Leides, das ihr ihr habt gethan.
Karl Simrock (Übers.), Nibelungenlied, Vers 1253
sich entschlagen Das ist es, weshalb ich mich des Wohlwollens für sie, helf Gott, nicht ganz entschlagen kann.
aus: Thomas Mann, Der Erwählte
sich entschuldigen Sie entschuldigte sich ihrer Tränen.
Inge Scholl, Die weiße Rose
entsetzen („verlustig gehen“) Da ist mir wie einem, der aller seiner Ehren und Würden entsetzt, und dem der Degen genommen wird.
Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Leipzig 1825
sich entsinnen Noch entsann sie sich des verflossenen Jugendfreundes.
sich entwöhnen Die Kriege führte man fast nur mit Söldnern, und der Bürger entwöhnte sich des Waffendienstes.
Handbuch der klassischen Alterthums-Wissenschaft, Bd. 4, Die griechischen Staats- und Rechtsaltertümer, München 1892
sich entziehen daჳ si des landes sich entziehe
Hartmann von Aue, Gregorius
sich erbarmen Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du nimmst hinweg die Sünde der Welt: erbarme dich unser (...).
Gloria in excelsis Deo
sich erdreisten Er erdreistete sich einer falschen Anschuldigung.
erfahren denn es waren etlich sterker und erfarner der freiheit.
Melanchthon
sich erfrechen Ein Schüler erfrechte sich, ihn, (...) den Verfasser der "Lateinischen Grammatik für den Schulgebrauch, mit besonderer Rücksicht auf die oberen Klassen" (...), von der geweihten Höhe seines eigenen Katheders aus lächerlich zu machen!
Ernst Eckstein, Gesammelte Schulhumoresken, 1910
sich erfreuen Dann vollzog er mit ihr die Ehe und erfreute sich ihrer lange in Liebe, ohne daß sie oder ein anderer je bemerkt hätte, daß ein anderer als Gisippus bei ihr läge.
Giovanni Boccaccio, Il Decamerone
sich ergetzen / ergötzen Ich will gehn, heizen und zusetzen,
Dann meines Unmuts mich ergetzen
Hans Sachs, Das Kälberbrüten
sich erholen Sie kamen in seine Höhle, um sich über vielerlei Dinge (...) Rats zu erholen.
Alfred Döblin, Die drei Sprünge des Wang-Lun
erinnerlich Wenn Eure Majestäten dessen erinnerlich sein, die Welschen taten guten Dienst in einem Garten.
Shakespeare, Heinrich V., Übers.: A. W. v. Schlegel
erinnern Er kann sich meiner nicht mehr erinnern.
sich erkühnen Wenn man sich eines innerhalb des Genres sondernden Geschmackes erkühnt, sind manche Leute böse.
erlösen er wirt mit swacher buoჳe grôჳer sünde erlôst
Walther von der Vogelweide
sich ermächtigen Und ich hörte viel und oft erzählen von dem groszen Inselvolk … und dasz sie schon die grosze Stadt Paris inn hätten, und des Reiches sich ermächtigt.
Schiller
ermangeln Er ermangelt der Übung.
sich erretten Sich der Feinden erretten.
Plutarch
sich erwägen …der mag sich seines Glücks erwegen.
Luther
erwähnen Erst Plinius erwähnt des Feuerzeichens, (…)
L. A. Veitmeyer, Der Pharos zu Alexandrien (1900)
erwarten In Padua, wo seine Studien ihn fesselten, erwartete Fernando des frohen Augenblickes nur, der ihm vergönnen sollte u. s. w.
Schiller
sich erwehren Sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren.
exklusive Der Haarschnitt kostet 20 Euro exklusive des Trinkgeldes.
fähig Die drei sind keines Verbrechens fähig.
fahren Fahre ruhig deiner Wege.
im Falle Im Falle eines Misserfolges darf er sich auf seine Köpfung freuen.
fehlen darumb so haben wir des rechten weges gefeilet.
Lutherbibel, Die Weisheit Salomonis V, 6 (1545)
fernab Fernab des Lagers schlug er sein Zelt auf.
fibular Die Membran liegt fibular des Schienbeines.
findig Ich habe z.B. noch ein großes Konvolut Jugendgedichte, die ich nie in den normalen Müll geben mochte, weil ich befürchte, daß ein Herr von der Stadtreinigung ihrer findig werden und sie veröffentlichen könnte, um in Talkshows als Müllmann der Lyrik gefeiert zu werden.
Max Goldt, Das Diskretionsteufelchen und der Motivationsfisch (in: Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau)
fliehen Und er floh des Weges zum blachen Felde.
Lutherbibel, 2 Könige 25, 4
fluchen ob sie des wütrichs flucht und seinen tod doch hasset
Lessing 3, 348
folgen „des volge ich“, sprach Liddamus.
Wolfram von Eschenbach, Iwein
fragen Doch ich frage dich nicht deines Weges.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
frei Nunmehr frei jeglicher Schuld ging er frohgemut seines Weges.
freisprechen Er wurde der Anstiftung zum Morde freigesprochen.
sich freuen Die Enten freuen sich des Regens, während die Hühner, denen Trockenheit lieber ist, dröpsteertig herum steigen.
in: Brief von Wilhelm Busch an Grete Meyer vom 20.10.1900
frönen Kempowski nahm sich stets davor in Acht, wortschweifig des Weiten und Breiten zu frönen, er fasste sich kurz.
Ludwig Harig, Alles unter Dach und Fach (Die Zeit 42/2007)
froh Einzig dessen bin ich froh und dafür danke ich Gott, dass ich wenigstens Dich von sehr vielen Mühen befreit weiß.
Petrarca, Familiaria 2,5, An den Domikinaner Giovanni Colonna
fündig Auch die Wirsich Agnes von Oberlüftenegg wird auf ihrem Feld zweimal eines Eies fündig.
Reinhard Haller, Frauenauer Sagen: Erzählen im Bayerischen Wald
fürchten Dass ich nit gerne sehe die Ketzer vorbrennen, spricht er, ich furcht der Haut.
Luther, Von den neuen Eckischen Bullen und Lügen (1520)
sich gebrauchen Darauf gebrauche dich deiner Wörter, und sprich: Hocus Pocus, bey meiner Gewalt und Erfahrenheit gebiete ich, daß dieß zerschnittene Band wieder ganz werde.
Hocus Pocus, oder der kurzweilige Taschen-Spieler
gebrauchen Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen.
Goethe, Faust
gebrechen Das ganze Kinderwäschegezücht:
Es an den Staden der Rosen gebricht!
Cemal Tarik Sedde, Es an den Staden der Rosen gebricht
(eigentlich mit an + Dativ)
gedenk Er war in den Wald gegangen, wo du weiltest, um Gottes gedenk zu sein.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
gedenken Wir wollen der Toten gedenken.
im Gegensatz zu „Mein Gott“ dachte ich, „der Mann muß der Menschheit außerordentlich wichtige Dienste geleistet haben, daß die großen Herren und Damen, ganz im Gegensatz zu ihres heutzutage so weitverbreiteten Geizes, ihn so mit Geschenken, die es zu sein schienen, überhäuft haben.“
Gottfried August Bürger, Münchhausen, Viertes Seeabenteuer, Rastatt 1977
gegenwarts Wer gegenwarts der Frau die Dienerinnen schilt, der Gebiet'rin Hausrecht tastet er vermessen an …
Goethe, Faust II, 3. Akt
gehen Wir gehen ab heute getrennter Wege: Du gehst deines und ich meines Weges! (üblich nur in diesen Wendungen)
gelegentlich Gelegentlich eines Besuches im Züricher Zoo sahen wir den Affen beim Lausen zu.
gelüsten Es gelüstet mich eines großen Schokoladeneisbechers.
genesen Sie genas eines gesunden Knaben.
Er wird seiner Krankheit nicht mehr genesen.
genießen Will sie sich der Welt wiedmen, so bleibe ich zu hause, bin fleisig und geniese des Glücks ihrer Nähe erst wenn der Hof sie entlässt.
Goethe am 24. Oktober 1784 an Frau von Stein
gereuen Gereut es dich nicht deiner Missetaten?
geschweigen Schon deshalb, andrer Gründe zu geschweigen, lese ich lieber in jeder anderen Sprache, als Deutsch.
Arthur Schopenhauer, Über die Verhunzung der Deutschen Sprache
geständig Er war seiner Tat geständig.
sich getrauen Es mehrten sich die Werbungen um ihre Hand von stolzen Fürsten der Kristenheit, die sich des Antrags wohl getrauen durften.
Thomas Mann, Der Erwählte
sich getrösten Sie getröstete sich anderer Gelegenheiten.
gewahr Als der Räuber des lauernden Hundes gewahr wurde, erblich er.
gewahren Er gewahrte der Gefallenen und weinte bitterlich.
gewähren Der Dichter mochte damit den Wunsch ausdrücken, baldmöglich von dem Landgrafen beschenkt [...] zu werden. In einem weiteren Liede finden wir ihn dieses Wunsches gewährt.
Ludwig Uhland, Walther von der Vogelweide, ein altdeutscher Dichter, Stuttgart 1822
gewärtig Bist du des Probenplans gewärtig?
gewärtigen (…) Diederich, der Majestät gewärtigt, auf vorgestreckter Brust den Kronenorden vierter Klasse.
Heinrich Mann, Der Untertan
gewinnen des gewinne ich schaden
Wirnt von Grafenberg, Wigalois
gewiss Sie können sich großen Beifalls gewiss sein.
gewohnt Die meisten sind des Lügens gewohnt.
gönnen ich gan im sîner eren wol
Hartmann von Aue, Iwein
sich grämen Gräme dich nicht deiner Taten.
grauen Ihre Augen starrten ihn an, dass es ihn seiner Tat graute.
gut Schon gut der Witz’ und genug der Streich’!
Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg
habhaft (...) außerdem kann man ihrer habhaft werden, indem man sie durch Nachahmen des Geschreies einer Maus oder des Piepens eines Vogels reizt.
Brehm's Thierleben, Stichwort Wildkatze, 2. Aufl. 1876
halben Zum dritten haben sie St. Valentin der fallenden Sucht zum Patron gesetzt, nun liest man ja nichts in seiner Legende, daß er mit dieser Krankheit zu thun gehabt; drum wollte ich schier wetten, St. Valentin komme zu der Ehre bloß des Namens halben, da sein Name und das deutsche Wort fallen gleich lauten.
Luther
halber Der Kinder halber verzichteten die Meiers dieses Jahr auf eine Auslandsreise.
halbweg Halbweg der Allee sieht man gegen die Fronte der etwas zurückliegenden Unterbarmer Kirche, sie ist das schönste Gebäude des Tals, im edelsten byzantinischen Stil sehr gut ausgeführt.
Friedrich Engels, Briefe aus dem Wuppertal, I
handwärts (…) nach erfolgloser Punktion Stauung sofort lösen; erneuter Versuch möglichst am anderen Arm oder notfalls handwärts der Punktionsstelle.
hangseits Das Ferienhaus erreicht man über ein von Zypressen gesäumtes Sträßchen hangseits der Provinzstraße.
harren Nun harren die Enkel unser.
helfen helfet mir der reise
Nibelungenlied
Herr werden Feuerwehr und Polizei versuchen verzweifelt der Fluten Herr zu werden.
hilfs Er öffnete die Tür hilfs eines Schlüssels.
hinsichtlich Hinsichtlich des Tauschhandels wurde noch keine Einigung erzielt.
hinsichts Hinsichts des Adels der Melodie kommt Spontini Gluck am nächsten.
hoch Die alten moosbedeckten Eichen dort, / ich sah sie alle einer Lanze hoch.
Wieland, Geron der Adeliche
hoffen Denn olympisch wird der Tag erstehen, dessen wir hoffen.
Arndt
hören wenn ihn jäher muth empört, er nicht mehr des freundes hört.
Friedrich Leopold zu Stolberg
hungern Mich hungert sein.
Wagner, Siegfried
hüten Wenn der Fuchs predigt (die Passion predigt), so hüte der Gänse.
Hermann Schrader, Der Bilderschmuck der deutschen Sprache
infolge Infolge des Kurssturzes kam es zu hastigen Abstoßungen.
inhalts ... daß man solches an jhrem Leib und Güttern inhalts des Kayserlichen befelchs wider herfür bringen wirdt.
Johann Carolus, Relation 132, 1609
inklusive Das Grundstück kostet Sie eine halbe Million inklusive meiner Provision.
inmitten Sie saß inmitten wild verstreuter Papiere.
innerhalb Der Schatz musste innerhalb des Hauses versteckt sein.
innert Sprich ihn an, wenn er sich nicht innert einer Woche meldet.
inne sein So kam es, dass wir der schwierigen Lage bald inne waren.
innewerden Des Unheils innewerdend erstarrte er.
in puncto Die Überregulierung des Arbeitsmarktes, beispielsweise in puncto des restriktiven Kündigungsschutzes, rundet den Ursachenkomplex ab.
inwärts Kaspar: mit furchtsamen Geberden leichtet hinaus, sobald er inwärts der Thüre, hört man den Schlag wie von einer Maulschelle. Er taumelt mit ausgeblaßnen Lichtern herein.
Karl v. Marinelli: Dom Juan oder Der steinerne Gast, Lustspiel in vier Aufzügen nach Moliere, dritter Aufzug
irre swer nu des rîches irre gê
Walther von der Vogelweide
irren Jeder der nit darzu kumpt [zur Beschneidung]
der selbs ewigen Lebens irt.
Haberer
jammern Da jammerte den Herrn desselben Knechts und er ließ ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch.
Matthäus 18,21-35
jenseits Jenseits des Grabens wächst nichts mehr.
kaudal Die intrapharyngeale Öffnung ist die Verbindung von Nasopharynx und den oralen und laryngealen Abschnitten des Pharynx und liegt kaudal des weichen Gaumens.
kennen Ich kenne des Menschen nicht.
Bach/Picander, Matthäuspassion
kommen Er kam des Weges von Osten.
kraft Kraft meines Amtes enthebe ich Sie des Ihren.
kundig Er ist des Lesens kundig.
künden Ich liebe dich, des künden achtzehn roten Rosen!
labial Parodontose findet sich meist labial der Zähne.
lachen Sie aber lachte sein und sprach: „Hat ja gar nicht wehgetan, war ja nur aus Marzipan!“
laden des wære ein mûl geladen genuoc
Wolfram von Eschenbach, Parzival
lang Darzwischenwachsen herauss ii. oder iii. glatter blosser Stengel einer Spannen lang
J. T. Tabernaemontanus, Neu vollkommentlich Kreuterbuch (1588)
längs Längs des Weges wuchs blauer Enzian.
längsseits Das Boot der Küstenwache legte längsseits unseres Dampfers an.
lateral Die Augenhöhle liegt lateral der Siebbeinzellen und cranial der Kieferhöhle.
lauern Unbekannte Krankheiten und wilde Tiere lauerten seiner im Urwald.
laufen Lauf deiner Wege!
leben Der ganz unwürdige Schreiber dieser Zeilen ist nämlich nicht nur davon überzeugt, daß so etwas wie die Tücke des Objekts in

Wahrheit vorhanden sei, sondern er lebt auch des Glaubens, daß es eine Weise gebe, ihr erfolgreich zu begegnen.
Otto Ernst: 'Die Gemeinschaft der Brüder vom geruhigen Leben' (Leipzig: Verlag von L. Staackmann, 1903)

ledig Ich will meines Amtes ledig sein.
leeseits Leeseits der Motu Araara besteht ein Riffdurchgang, der von Surfern zum Wellenreiten genutzt wird.
leid sein 1912 waren die Briten der Aufsässigkeit der aufgeklärten und urbanen Bengalen leid.
GEO 9/07
leider leider Gottes
Es ist zweifelhaft, aufgrund dieser Wendung leider in die Liste gehört – wählt es den Genitiv eines zu ergänzenden Nomens aus? Wir wollen davon ausgehen, bis belegt wird, dass die Wendung auf andere Weise entstanden ist.
lingual Der Speicheldrüsengang tritt lingual des Unterkiefers aus.
linkerhand Linkerhand der Straße sah der Knab ein Röslein steh’n.
linkerseits Linkerseits des Klosters führte ein verborgener Trampelpfad zur nahen Schenke.
links Sie wohnen links des Rheins.
linksseitig Blau blühte der Enzian linksseitig des Weges.
lohnen Das lohnt der Mühe nicht.
longitudinal Das Wasserschutzgebiet erstreckt sich hauptsächlich longitudinal des Flusses Nera und nimmt das enge Bergtal der Valnerina ein.
los O wär ich nur deiner schon los!
lossprechen Er wurde der Verbrechen zu Unrecht losgesprochen.
lüsten Schöner Jüngling, mich lüstet dein.
Mechthild von Magdeburg
lustwandeln Weihe dich lieber selbst dem alten Pfad und lustwandle freifliegend deiner Wege!
luvseits Einigen Piloten gelang nach geduldiger Kreiserei der Einstieg in die obere, wieder laminare Strömung, deren Steigzone sich deutlich luvseits des Scherungsrotors befand.
mächtig Sie ist des Hexens mächtig.
mahnen Ich mahnte ihn seiner Beteuerungen.
mangels Sie wurde mangels Beweises freigesprochen.
medial Der Nervus cutaneus antebrachii medialis beginnt medial der Arteria axillaris.
meinen Wenn ihr Hercules seid, so seid ihrs nicht gemeint.
Der junge Goethe
mesial Die Schneidezähne liegen mesial der Backenzähne.
mithilfe Mithilfe des Reiseführers fand Arthur seinen Weg durch die Galaxie.
mitsamt Kuhn versucht umständlich, sich eine Zigarette anzuzünden, die er dann mitsamt des Feuerzeugs verschwinden lässt.
Focus
mitte Das Restaurant zum Königssaal, mitte der Stadt am Brühl gelegen, empfiehlt Dortmunder und Heßberger Lagerbier, gute Weine, reichhaltige Speisenkarte und hält sich einem geehrten Publikum bestens empfohlen.
mittels Den Leib nach unten hängend, reichen sie mit ihren langen Armen nach den Aesten empor, haken sich hier mittels ihrer Krallen fest und schieben sich gemächlich weiter von Zweig zu Zweig, von Ast zu Ast.
Brehm's Thierleben, Stichwort Faulthier, 2. Aufl. 1876
mittig Das Steuerhaus bei den meisten Binnenfähren ist unterstromseitig (der Schiffmann steht mit dem Rücken zu Tal) mittig des Schiffes angeordnet.
mittschiffs Um 9.10 Uhr wird die „USS Salt Lake City“ mittschiffs des Katapults erstmals von einer schweren Granate der „Maya“ getroffen.
modulo Die Multiplikation findet modulo des irreduziblen Polynoms x8 + x4 + x3 + x + 1 statt.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rijndael_MixColumns&oldid=66283187
müde Er ist des Lebens müde.
nach Seiner Form, seines Rhythmus, seines Tonfalls nach: ein Buch aus der Nacht der Zeiten.
Klaas Huizing, Der Büchertrinker
nachweislich Die Antragsgegnerin hat nachweislich des Kartenmaterials übersehen, die Aufhebung der Ersatzfläche in die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung einzustellen. Hätte sie dieses Defizit bemerkt, hätte sie von der Aufhebung abgesehen.
Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Aktenzeichen: 3 N 2585/01
nähe Sein Grab befindet sich nähe des Friedhofstores.
namens Namens des Vorstandes hat sie die Verhandlungen begonnen.
nasal Die nasal des vertikalen Netzhautmeridians entspringenden Axone der retinalen Ganglienzellen beider Augen kreuzen jeweils auf die Gegenseite, die in der temporalen Retinahälfte entspringenden Axone jedoch nicht.
nebst Dies erfolgte entweder durch Ausfüllen von Wettscheinen, die im Ladenlokal auslagen und nebst des Wetteinsatzes vom anwesenden Personal entgegen genommen wurden, oder mittels der bereitgestellten Terminals im Onlineverfahren, wobei der Angeschuldigte für den letztgenannten Fall auch spezielle Prepaid-Karten der Firma Cash-Point, mit denen der Wetteinsatz beglichen werden konnte, bereithielt und verkaufte.
AG Heidenheim: Beschluss vom 01. Dezember 2003, AZ.: 3 Ds 424/03 - In Österreich zugelassene Werbung für Sportwetten zulässig
nördlich Liegt Stuttgart nördlich Heilbronns, oder war es umgekehrt?
nordöstlich Die Weide befindet sich nordöstlich des Dorfes.
nordwärts Ich weiß eine verborgene Grotte nordwärts der Bucht.
nordwestlich Die Truppen wurden nordwestlich der Demarkationslinie zusammengezogen.
ob (in der Bedeutung oberhalb)
Von der Grafenburg oberhalb der Tauber ist Rothenburgs Namenszusatz ob der Tauber abgeleitet.
ob (in der Bedeutung angesichts/wegen)
Ob des guten Wetters ging ich eine Runde nach draußen.
oberhalb Oberhalb des Dorfes erhob sich die mächtige Felswand des Vulkans.
oberseits Die Supralabialia von Orlovs Viper sind oberseits des Kopfes dunkel mit kleinen hellen Flecken.
oberstrom Die Fließzeit oberstrom des untersuchten Gewässerabschnitts kann ausreichend Wachstum von Phytoplankton ermöglichen.
oberwärts Oberwärts des Mauerwerks wurde noch ein Stockwerk von Holz auf den Glockenturm gesetzet.
okklusal Okklusal der Matrize sind Abflussöffnungen für den Kleber vorzusehen.
okzipital Die Mauthner-Zone ist eine okzipital des Stirnhirns gelegene Region des Mittel-Zwischenhirns, deren Schädigung Schlafsucht bzw. ein Korsakow-Syndrom auslöst.
oral Oral des Implantates sollte die Knochenlamelle noch mindestens einen Millimeter dick sein.
östlich Asien liegt östlich des Urals.
ostwärts Ostwärts der Villa steht die Hütte des Gärtners.
sich packen Was geht es dich an und was hast du mir zu befehlen? Den Augenblick packe dich deiner Wege, oder ich mache es dir gerade so wie jenem.
Deutsches Märchenbuch, Ludwig Bechstein (Hrsg.)
palatinal Palatinal der halbkreisförmigen Alveolarwälle befindet sich im Oberkiefer der Tektalwall.
palmar Die Handfläche liegt palmar der Handwurzelknochen.
parietal Die Mantelkante liegt parietal des Kleinhirnes.
parallel Die Alliierten, und zwar sämtliche, auch die Amerikaner, rücken in breiter Front vor, wie weit ist nicht bekannt, aber mindestens bis zu einer Linie, die durch Kassel parallel des Rheines läuft.
Matthias Erzberger, Leiter der deutschen Waffenstillstandskommission, in seinen vertraulichen Aufzeichnungen vom 1. Juni 1919
pflegen Wir wollen der Ruhe pflegen.
plantar Die Fußsohle liegt plantar der Fußwurzelknochen.
prahlen Die Feinde prahlten ihrer Menge.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
proximal Welcher Meridian liegt 0,1 Cun radial und proximal des Nagelfalzwinkels des kleinen Fingers?
qua (i. d. Bed. „mittels, durch“, wenn mit nicht allein stehendem Substantiv verwendet)
Der Humanist ist qua seiner historischen Kenntnisse Berater der Fürsten.
querab Anders als etwa die Britischen Inseln, liegen die Alpen während des überwiegenden Teiles des restlichen Jahres meist querab der atlantischen Westwindzone.
radial Welcher Meridian liegt 0,1 Cun radial und proximal des Nagelfalzwinkels des kleinen Fingers?
im Rahmen Aus Maßnahmen, welche die Rechtsträger im Rahmen dem Reiche obliegender Verwaltungsaufgaben trafen, entstanden Verbindlichkeiten.
Im Rahmen einer Google-Recherche zwecks der Feststellung, ob „im Rahmen“ von der Dativierung gefuhrden ist, stieß ich auf diesen wunderbar verwirrenden Beispielsatz. Stutzten auch Sie zunächst bei „dem“?
randlich Die sogenannte Scharmützelrinne wird vorrangig von pleistozänen Schmelzwassersanden randlich des Scharmützelsees eingenommen.
rechterhand Das Freudenhaus befindet sich gleich rechterhand der Polizeiwache.
rechts Sie gehen rechts des Rheins zur Schule.
rechtsseitig Die Tankstelle liegt von hier aus gesehen rechtsseitig der Autobahn.
reich Aller Freuden ward da reich
Der stolze werte Gawan
Parsival, Übertragung von Karl Simrock
richtung Die Scheune befindet sich richtung des Dorfausgangs.
rittlings Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: (…) Südlich der Scarpe griffen die Engländer rittlings der Straße Arras-Cambrai an; sie wurden durch Feuer und im Nahkampf verlustreich abgewiesen.
Erich Ludendorff, Deutscher Heeresbericht vom 27. April 1917, Westlicher Kriegsschauplatz
rostral Das Organum vasculosum laminae terminalis (OVLT) liegt rostral des Hypothalamus.
rückseitig Grund für das schlechte Wetter war die rückseitig des herrschenden Tiefdruckgebiets einfließende Polarluft, die die Temperaturen deutlich fallen ließ.
rückseits Das Denkmal liegt verborgen rückseits des Unteren Schlosses nahe der Martinikirche.
rücksichtlich Rücksichtlich Ihrer Krankheit stunden wir Ihnen Ihre Schulden.
rücksichts Rücksichts des Honorars hoffe ich mit Ew. Wohlgeboren mich sehr leicht zu einigen, da mir Ihre Gesinnungen bekannt sind.
E.T.A. Hoffmann, Brief an Georg Reimer, 24. November 1815
rückwärts Glücklicherweise war der Boden so felsig, daß an eine erkennbare Fährte gar nicht gedacht werden konnte, und rückwärts des Cannons stand der Wald so dicht, daß es nicht schwer erschien, ein gutes Versteck zu finden.
Karl May, Der Sohn des Bärenjägers
sich rühmen Sie rühmte sich des Erfolges.
in Sachen Wer an Universitäten wäre in Sachen des Glaubens schon Meister?
samt Als der Thebaner Aktaion (…) in einem geweihten Hain ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen suchte, fand er (…) darin die Göttin Artemis samt ihrer Nymphen beim Bade.
Michael Küttner, Der Geist aus der Flasche
satt Ich bin des trocknen Tons nun satt, / Muß wieder recht den Teufel spielen.
Goethe, Faust
sich schämen Ich schäme mich meines Bruders.
schauen Das sie die Fenster, welche gegen Babel der Welt schauen, eröffnen.
Butschky
sich schmeicheln Ich schmeichle mir eines gepflegten Stils.
schonen Schone dein, Kind!
Thomas Mann, Der Erwählte
Dieser Beispielsatz ist auch ein prima Beleg dafür, wie viel ein Komma an der rechten Stelle bedeutungsmäßig ausmachen kann.
schreiten Sie schritt ihres Weges in Richtung der Olivenhaine.
schuldig Sie wurde des Mordes an ihrem Mann für schuldig befunden.
schweigen (…) Mit jrem eyffern Tag vnd Nacht,
Des sie mit Ehrn wol het geschwiegen.
Hans Sachs, Das heiß Eysen
schwören wenn einer swern wil oder sol, dem sol der vorsprech vor sagen wes er swern süll
Münchner Stadtrecht
seitab Das Haus liegt seitab der Straße einsam im Walde.
seitwärts Seitwärts des Dschungelpfades wurde er eines Löwen ansichtig.
sichern Wohl, Tell! Des Lebens hab’ ich dich gesichert
Schiller, Wilhelm Tell
seitens Seitens des Vorstandes ergeht folgendes Dogma: …
seitlich Seitlich des Flusslaufes befindet sich begrüntes Deichvorland.
sicher Ich bin mir seiner Schuld vollkommen sicher.
sonder Einstmals – ich glaub’, im Jahr des Heiles Eins –
Sprach die Sibylle, trunken sonder Weins: …
Nietzsche, Zarathustra
sorgen daჳ ir dâ minnet, daჳ minn ich:
des ir dâ sorget, des sorg ich.
Hartmann, Iwein
sparen der ist zu unserm hauptman gůt,
der mit frevenlichem můt
dem babst und keiser greifft in bart
und sunst uff erden niemans spart.
MURNER lutherischer narr v. 2106
spazieren Waldtraud spazierte ihres Weges. Normalerweise pfiff sie dabei vor sich hin, aber heute nicht.
Doris Wettstein, Waltraud von Armenia
spotten Kein Jongleur spottet jemals der Schwerkraft, doch die Schwerkraft spottet oft des Jongleurs.
Sebstian Krämer, Die Welt braucht keine Jongleure
mit Genitiv noch verbreitet in der Wendung:
etwas spottet jeder Beschreibung
statt Sie nahm eine Banane statt des Apfels.
an … statt Er versicherte an Eides statt, dass er den Jungen einst an Kindes statt angenommen hatte.
sterben Kommt mit oder sterbt eines qualvollen Todes!
steuerbords (3) Von den Verboten der Absätze 1 und 2 gelten nicht (…) die Nummer 3 des Absatzes 1 für die Krabbenfischerei in den Fahrwassern Elbe-Weser-Wattfahrwasser, Neuwerker Loch und Elbe-Neuwerk-Fahrwasser in einem 100 m breiten Streifen steuerbords der zur Kennzeichnung der Wattfahrwasser ausgebrachten Bezeichnung der Backbordseite oder in einem 100 m breiten Streifen backbords der zur Kennzeichnung der Wattfahrwasser ausgebrachten Bezeichnung der Steuerbordseite sowie in dem in der anliegenden Karte rot-weiß gestreift dargestellten Gebiet der Zone I (…)
Gesetz über den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer vom 9. April 1990
strafen Seines Lebens aber sei er nicht gestraft, denn von den Göttern ist das Leben, und nicht darf der Mensch an Göttliches rühren.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
streben So wie ein Strom zum Meer strebt, wie eine Opernouvertüre zur ersten Szene, so strebte ich meines Weges, unaufhaltsam.
Georg Kreisler, Letzte Lieder. Autobiografie, Hamburg 2009
streiten niemen darf des strîten, daჳ er beჳჳerჳ ie gesæhe
Wolfram von Eschenbach, Parzival
südlich Der Kilimandscharo liegt südlich der kenianischen Grenze in Tansania.
südöstlich Südöstlich meiner Ranch beginnt das Stammesgebiet der Apachen.
südwärts Dort werden die Hygienestandards strenger eingehalten als südwärts der Grenze.
südwestlich Namibia liegt südwestlich Botswanas.
teilhaft Er ist einer schweren Schuld teilhaft.
teilhaftig Du bist eines großen Glückes teilhaftig geworden.
temporal Der Warzenfortsatz liegt temporal des Innenohres.
tibial Die Membran liegt tibial des Wadenbeines.
sich trollen Mendele aber gönnte sich einen Ferialtag und trollte sich seiner Wege.
Karl Emil Franzos: Der Pojaz - Eine Geschichte aus dem Osten, 1905
trotten Adalbert Klinger trottete des Weges.
Klabund, Das Lächeln der Margarete Andoux
überdrüssig Er ist des Wartens überdrüssig.
überfinden Der soll …, da er dessen durch die Geschwornen oder sonsten überfunden, der Obrigkeit 100 Gülden Straffe verfallen seyn.
Chomel
überfließen Selig sind im Geist die Armen,
die zu ihres nächsten Füszen …
fremden Fehles sich erbarmen,
fremden Glückes überflieszen.
Droste-Hülshoff
überflüssig dein munt ist überflüssig gewesen der boszheit
Psalm 49, 19 (vulgata: abundavit) erste deutsche bibel
überführen Er wurde des Mordes an seiner Frau überführt.
überheben Wir sind dieser Arbeit überhoben.
sich überheben Er überhob sich seines Erfolges.
überladen mîn herze ist leides überladen
Hartmann von Aue, Iwein
überweisen Für Kinder hingegen, welche die Aeltern ermorden, war eine ausgesuchte Strafe bestimmt. Wer dieses Verbrechens überwiesen war, der wurde, nachdem man ihm mit spitzigen Angelhaken fingerbreite Stücke vom Leibe gerissen, auf Dornen gelegt und lebendig verbrannt.
Diodor, Bibliotheca Historica, cap. 77, Übers. unbekannt
überzeugen Erlauben Sie mir, Sie der Vorteile dieses Feldzuges zu überzeugen.
ulnar Das Mondbein liegt ulnar des Kahnbeines.
um (in der Bedeutung wegen)
Um deiner jungen Missetat
hantier' ich jetzt mit Ahl und Draht
Richard Wanger, Die Meistersinger von Nürnberg
um … willen Um des lieben Friedens willen haben wir nichts gesagt.
unacht Nur dir zulieb, unacht des Zeitverlustes, fahr ich das Plätzchen an.
Thomas Mann, Der Erwählte
unachtsam                                 Er findt alsbald ihn,
Wie er den Feind verfehlt; sein altes Schwert
Gehorcht nicht seinem Arm, liegt, wo es fällt,
Unachtsam des Befehls.
Shakespeare, Hamlet, übersetzt von August Wilhelm von Schlegel (nachbearbeitet durch O.Lesch)
unbeleckt Sie schafft zwar nicht aus dem „Nichts“, sozusagen unbeleckt aller kultureller Prägung, aber aus dem „Alles“ ihrer „Gefühlswucht“, deren Ergebnisse sich dem Einsortieren in Kunstschubladen widersetzen.
Pirmasenser Zeitung, 1997-05-06
(unbenommen) *Unbenommen aller Hochachtung muss ich Ihnen jetzt kräftig in den Hintern treten.
Als Präp. m. Gen. einigermaßen verbreitet, aber wohl nicht offiziell korrekt. Wird wohl mit „unbeschadet“ verwolchsen.
unbeschadet Unbeschadet seiner Pflichten als Gemeindepfarrer engagiert er sich auch auf Kirchenkreisebene.
unbewegt …auch der Abt war des verständigen Wortes nicht unbewegt…
Joseph Victor von Scheffel, Ekkehard
uneingedenk Ihr kommt wohl, Euren trägen Sohn zu schelten, / Weil er in Leidenschaft die Zeit vergeudet, / Uneingedenk des wichtigen Geschäfts, / Das Ihr ihm anbefahlt, nicht wahr?
Shakespeare, Hamlet
unerachtet Unerachtet seiner offensichtlichen Unschuld wurde der Passant verhaftet.
unerfahren Er ist des Bergsteigens unerfahren.
unfähig Unfähig des Genusses einer gesetzmäßigen Freiheit, zerfielen alle von den Arabern gestifteten Reiche durch Anarchie und Bürgerkrieg, sobald die eisernen Bande des religiösen Despotismus aufgelöst waren, welche den Gehorsam der entfernten Befehlshaber an den Thron des Beherrschers der Gläubigen ketteten.
Karl Wilhelm Ferdinand v. Funck, Robert Guiscard Herzog von Apulien und Calabrien, in: Die Horen 9 (1797)
unfern Unfern des Hauses versteckte sich der ruchlose Dieb und harrte des Einbruchs der Dunkelheit.
ungeachtet Ungeachtet des Polizeiwagens überfuhr sie die rote Ampel.
ungeahnt Ungeahnt des enormen Aufwandes und der anstehenden Probleme machte er sich unverdrossen an die Arbeit.
ungedenk Ungedenk seiner guten Vorsätze frönte er weiter dem Tabakgenusse.
ungehindert Da müssen Sie jetzt durch:
§ 64 Zu Beförderung des Prozeß und Abschneidung aller unnotwendigen Weitläuftigkeiten solle hinfüro in Appellationssachen das weitschweifige artikulierte Libellieren ebenmäßig abgestellt sein und ein jeder Appellant hinfüro seine gravamina appellationis jedesmals summariter und punktenweis verfasset gleich mit der Supplikation pro processibus übergeben, darinnen, nach Inhalt des Anno 1575 ergangenen und Anno 95 durch die visitatores bestätigten gemeinen Bescheids, ungehindert des Deputationsabschieds de anno 1600, § 114, absonderlich: 1. worin er sich beschwert erachte, 2. was er besser zu beweisen oder 3. von neuem vorzubringen gedenke, anzeigen, und solche seine Gravamina oder Appellationsursachen den Appellaten in so viel beglaubten Kopien, wie hieroben vermeldet, als der Zitierten seind und in der Ladung mit gewissen numeris oder literis gezeichnet werden sollen, insinuieren lassen.
Der jüngste Reichsabschied von 1654: Abschied der Römisch Kaiserlichen Majestät und gemeiner Stände, welcher auf dem Reichstag zu Regensburg im Jahr Christi 1654 aufgerichtet ist / bearb. von Adolf Laufs , Bern: Lang, 1975
ungerührt BMW legte ungerührt des Rückrufs beim BMW-Mini um 2,3 Prozent auf 35,90 Euro zu.
Spiegel Online
ungewiss Schon wiegend uns in den gemess’nen Rhythmen,
Zieh’n wir entschlossen rasch den Vorhang weg,
Doch sorgerfüllt auch, weil wir fremd euch sind
Und ungewiß des Beifalls eurer Augen.
Gofid Letterkerl, Prolog zu einer Theatereröffnung
ungewohnt Und sein Aug’ zuckt, ungewohnt des
Langentbehrten Tagesscheins,
Also schreitet der Genesne
Wieder ins gesunde Leben.
Viktor von Scheffel, Der Trompeter von Säckingen (Zwölftes Stück – Jung Werner und Margareta)
unkund (…) unkund der Formen des eigenen Wesens im Dunkel (…)
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
unkundig Des Schreibens gänzlich unkundig, vermochte der Autor sein Buch nicht zu signieren.
unreif Unreif sind sie des Glücks
aus: Das Wunder der Heliane, Libretto von Hans Müller nach Hans Kaltneker
unteilhaft Sie fühlte sich unteilhaft jeder Schuld.
unteilhaftig Ganz unteilhaftig des Guten sind sie aber keineswegs, insofern sie nämlich ein Sein haben, leben, erkennen und überhaupt irgendwelche Bewegung des Begehrens besitzen.
Dionysius Areopagita, De divinis nominibus, Kap. 4, § 23
sich unterfangen Wart Ihr bei guten Sinnen, Ihr durftet Euch des Streiches nicht unterfangen.
unterhalb Unterhalb des Schildes befand sich eine rostige Konservenbüchse.
unterseits Pilze vermehren sich durch Sporen, die sich an den Lammellen oder Röhren unterseits des Hutes befinden.
unterstrom Die Donau tieft sich unterstrom des KW Freudenau mit ca. 3 cm/a stetig und zunehmend progressiv ein.
unterwärts (…), das Schlagen der Uhren aus dem Städtchen unterwärts des Flusses, der verzweifelnde Blick auf das Morgengrauen…
Karl Friedrich Gutzkow, Die Ritter vom Geiste
unterweisen …er unterwies sie des Lateins…
Joseph Victor von Scheffel, Ekkehard
sich unterwinden Wir müssen uns des Findelkindes unterwinden.
sich unterziehen vil maniges si sich underzugen dâ si sich selbe mit betrugen
HAHN, Das Anegenge
unverdächtig Der formale Wortlaut des Rhetorenedikts Kaiser Julians war der religiösen Parteinahme zunächst unverdächtig.
unweit Unweit der Stadtgrenze hatte sich eine Erdspalte aufgetan.
unwert Entartet Geschlecht, unwert der Ahnen!
Wagner, Tristan und Isolde
unwürdig Meiner Meinung nach war er all dieser Ehren unwürdig.
aus Ursachen Aus Ursachen des Sturmes wagte kein Schiff den Hafen zu verlassen.
ursächlich Wohl ursächlich des gegen ihn schwebenden gerichtlichen Verfahrens flüchtete der Angeklagte am 6.11.1933 über den Inn nach Deutschland.
Aus einer Urteilsbegründung des Volksgerichts beim Landesgericht Linz vom 1. August 1947
ventral Ventral des Verdauungstraktes verläuft das Bauchmark.
sich verbürgen Ich verbürge mich des Gelingens.
verdächtig Er hat sich dieses Mordes mehr als verdächtig gemacht.
verdächtigen Ich verdächtige Sie der Nichtbetrinkgeldung eines Taxifahrers.
verdenken Zuletzt hat sie Herodes des Ehebruchs verdacht.
Reißner
verdienstlich Was eitel unnütz und verkert ist, das ist nit allain nit verdienstlich des ewigen Lebens.
Melanchthon
verdrießen Wer wolte sich der mühe verdrüszen lassen, die mit einem segen belohnt wird?
Butschky
verfallen darnach fragt man, wes ainer schuldig und verfallen wäre, der ain urbargut entlidet
verfehlen Zu weit getrieben / Verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks
Schiller, Wilhelm Tell
vergessen Nur die Hunde heulten zwei Tage und zwei Nächte lang, dann vergaßen auch sie Viratas, (...).
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
sich vergewissern Ich blieb auf der Freitreppe stehen und vergewisserte mich meiner Schlüssel: zur Haustür, zur Wohnungstür, zum Schreibtisch; (...).
Heinrich Böll, Ansichten eines Clowns
verhindern Das gott der vater beraubet ist seines reichs in uns und der ein herr in allen dingen ist und sein sol, allein durch uns solcher seiner gewalt und titel verhindert ist.
Luther
verlustig Sie ist ihres Wahlrechts verlustig gegangen.
sich vermessen Sie vermaß sich ungeheuerlicher Behauptungen.
vermittels Nicht innere, sondern äußere Erfahrung ist eigentlich "unmittelbar", denn nur vermittels ihrer ist die Bestimmung unserer eigenen Existenz in der Zeit (...) möglich.
Rudolf Eisler, Kant-Lexikon, Berlin 1930
vermittelst Er wehrte sich dagegen vermittelst schroffen Auftretens, Betonung seiner männlichen Selbständigkeit und durch Kälte, sobald die Stimmung weich ward.
Heinrich Mann, Der Untertan
vermöge Ich benötige eine Erfindung, vermöge derer die Autobahn quasi über Nacht gebaut werden kann.
Der Bürgermeister von Entenhausen
verschonen Denn wer hat schon gehört, daß Saladin / je eines Tempelherrn verschont?
Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise
sich versehen In dieser Stadt lebt ein Geist, der auch Unternehmungen nicht scheut, wie man sich ihrer nicht jeden Tag versieht.
sich versichern Er kam jeden Tag, um sich des Wohlergehens seines Söhnchens zu versichern.
vertrösten Sie vertröstete mich eines späteren Zeitpunktes.
sich verweigern Sich unerwünschter Gespräche einigermaßen anstrengungslos verweigern zu lernen, das sollte Schulfach sein.
Dieter Steinmann, zit. nach Max Goldt
verweisen Er verwies die Gruppe des Saales.
sich verwundern Am meisten erstaunt über unsere Erzeugnisse waren unsere lieben Düsseldorfer Mitbürger, die sich unserer großen Erfolge auf der Ausstellung verwunderten.
Max Jagenberg, Erinnerungen
sich verzeihen So ists besser doch göttlich und seliglich leben und sich der guten Tage verzeihen, so die haben, die kein Weib berüren, und sich in die bösen Tage erwegen, umb Sünd willen zu meiden.
Luther
vestibulär Die Schnittführung erfolgt unter Schonung der marginalen Parodontien noch vorhandener Zähne knapp vestibulär des Kieferkamms.
viel Es kamen der Feinde nicht mehr.
Stefan Zweig, Die Augen des ewigen Bruders
volar Die Handfläche liegt volar der Handwurzelknochen.
voll Sie ist des Lobes voll über deine Leistungen.
voller Kleine fiese hinterhältige Nationen und Ethiken schlugen sich voller Hasses gegenseitig die Schädel ein.
vollziehen des volzôch frou Hilte
Gudrunlieder
von Seiten / vonseiten Und nur von Seiten ihrer Gründe nicht. / Denn gründen alle sich nicht auf Geschichte?
Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise, Siebenter Auftritt
vorbehaltlich Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden soll die Übernahme schon bald perfekt sein.
vorderseits Die Festung Ehrenbreitstein wurde nach dem Ersten Weltkrieg von der im Versailler Vertrag für alle deutschen Festungsanlagen in einer Zone von 50 km vorderseits des Rheins festgelegten Schleifung ausgenommen.
vorwärts Da zeigte sich plötzlich der Vortrab des preuß. vierten Corps (das die Franzosen anfänglich für das von Grouchy hielten), unter dem Befehle des Generals Bülow, vorwärts des Waldes von Frichemont in der rechten Flanke und dem Rücken des Feindes.
aus: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1837; Stichwort „Waterloo (Schlacht bei)“
wachen …und mit Lachen
versetzt’ Isold’: ich will hier wachen
des Schiffs.
K. L. Immermann, Tristan und Isolde
wahren Des Ritters will ich wahren, er soll mein Streiter sein!
Wagner, Lohengrin
während Während des Spiels trank er zwölf Flaschen Bier.
wahrnehmen Sie nahm nie gekannter Düfte wahr.
walten Ich muss jetzt meines Amtes walten.
wandeln Der heilige Franziskus aber wandelte fromm seines Weges, unbekümmert ob derer, die seiner spotteten.
warten Wir gehen in den Garten und woll’n des Sommers warten.
watscheln Du aber, Donald, watschelst stur Deiner Wege. Denn Deiner dauernden Dummheit trotzest Du mit glückhaften Siegen der tobenden Unvernunft!
Klaus Modick, Kurze Hymne auf Donald
wegen Und das alles nur wegen des Hausmeisters!
Auch mit dem Genitiv der Personalpronomina klingt wegen sehr schön: „Und das alles nur wegen deiner!“ Zu diesem Beispielsatz erreichen uns allerdings unausgesetzt Strombriefe, die bemängeln, es müsse „deinetwegen“ heißen. Also gut.
sich wehren Die Stadt wehrte sich des Ansturms tapfer.
sich weigern Er weigerte sich des verbotenen Nachdruckes mit Nachdruck.
weinen (…); sie selbst in die Mitte gesetzet
Weinte des Sohns Schicksal, (…)
Homer, Ilias, Übers. nach J. H. Voß
weitab Der nächste Brunnen liegt weitab meiner Behausung.
wert (im Sinne von „würdig“) Ich möchte in diesem Augenblick das Personal keiner Erwähnung wert halten.
Hofmannsthal, Der Unbestechliche
westlich Westlich der innerdeutschen Grenze lauerte der faulende, parasitäre Kapitalismus.
westwärts Westwärts des Rheins kocht man besser als bei uns.
wiederbringen ich dich dîner schulde widerbringe an gotes hulde
W.Wackernagel, Altdeutsches Lesebuch
windabwärts Die Studie ergab, daß sich durch die kurzzeitige örtliche Drosselung der Quellen (Industrie und Verkehr) selbst im unrealistisch hohen Ausmaß von 70 Prozent die Ozonbildung windabwärts des Linzer Ballungsraumes nur um ca. zehn Prozent verringern würde.
windwärts Das bedeutet, daß ein Großteil des horizontalen Impulses, den die Luft windwärts der Gebirge besaß, über und direkt leeseits der Gebirge in eine Vielzahl turbulenter Klein-Scale-Wirbel übergeht.
sich wundern Sie wunderte sich seiner Narben, sagte aber nichts.
wünschen Swer mir schade an mîner frouwen,
dem wünsch ich des rîses,
dar an die diebe nement ir ende.
Swer mîn dar an schône in trouwen,
dem wünsch ich des paradîses
unde valde im mîne hende.
Heinrich von Veldeke, Warnung und Wunsch
würdig Das ist eines Kaisers nicht würdig!
würdigen Sie würdigte ihn keines Blickes.
zeihen So legen sie einen Zahn Verantwortung zu und zeihen die Zweifler eines unverantwortlichen Leichtsinns, der dem Gespenst in die Hände arbeite.
zeit Er war zeit seines Lebens ein ehrlicher Kerl.
zervikal Bei den Seitenzähnen liegt der bukkale Schienenrand 1-2 mm zervikal des Äquators.
ziehen So ziehe deiner Wege.
zieren Als wolten sie Gott also betriegen,
all Chur- und Fürsten reformiren,
ires Flaccianischen Glauben zieren.
Nic. Frischlin
zugunsten Das Gericht entschied zugunsten des Beklagten.
zu Händen Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung zu Händen des Geschäftsführers.
zuhanden Eine zweite Akte verzeichnete eine Rentenauszahlung für Markus Tobler, geboren 1964 im unteren Stutz, Sohn des Hannes Tobler, genannt Stein-Hannes, zuhanden dessen sie auszuzahlen sei.
Urs Richle, Das Loch in der Decke der Stube, München, Piper, 1999
zulasten Die Kosten des Verfahrens gehen zulasten des Staates.
zunächst „Als die, welche zunächst der Tür saßen, K. und den Gerichtsdiener erblickten, erhoben sie sich zum Gruß“ (Franz Kafka, Der Proceß)
zuoberst Die Uhr zuoberst des Eingangstores wird angehalten; bis auf den heutigen Tag zeigt sie den damaligen Zeitpunkt an – 15:15 Uhr.
Brigitte Gensch, Andacht zum Gedenken der Befreiung des KZ Buchenwald in der Antoniterkirche am 11. April 2005
zuseiten Zuseiten seines Streites / stand, wie Türme stehen, ihr Gebet.
Rilke, „St. Georg“, aus: „Der neuen Gedichte anderer Teil“
zuungunsten Der Prozess ging zuungunsten des Klägers aus.
zuunterst Nun merkt wohl, da zuunterst des Erdhaufens geht ein Loch in denselben nach der Art eines Fuchsbaues bei euch; da seht recht genau hinein, und ihr werdet sobald etwas anderes erblicken.
Jakob Lorber: „Die geistige Sonne“, 19. Kapitel, Bietigheim-Bissingen 2000
zuzüglich Das Auto kostet 20.000 Euro zuzüglich der Mehrwertsteuer.
zwecks Zwecks Erbauung der Gäste ließ er Gaukler kommen.
zweifeln So rein und edel ist sein Wesen,
so tugendreich der hehre Mann,
dass nie des Unheils soll genesen,
wer seiner Sendung zweifeln kann!
Wagner, Lohengrin
zwingen der mac niht wiჳჳen, waჳ mich leides twinget
Des Minnesangs Frühling
zwischen und liessen ain vrid machen zwischen ir und des purggraven
Sächsische Weltchronik

Genitivus partitivus (grüne Kollektion)

Im genitivus partitivus (Genitiv des geteilten Ganzen) stehen in manchen Mengenangaben die Wörter, die das Ganze bezeichnen, von dem ein gewisser Teil bezinchen wird. Hinsichtlich obiger Liste surg dies häufig für Zweifelsfälle: Sind es bestimmte mengenangebende Adverbien, die zum Gebrauch des Wesfalls ermutigen, oder wird dieser stets unabhängig gewählt wie in folgendem Satz ohne nähere Mengenangabe? „Auf dem Jahrmarkt erwarb er verrückten Schnickschnacks.“ Solche Zweifelsfälle sammeln wir nun hier.

allerhand Die Buben trieben allerhand Unfugs auch während des Unterrichts.
allerlei Auf der Kirchweih erwarb es allerlei verrückten Schnickschnacks.
genug Sind wir beide ihm nicht Manns genug,
daß er, besorgt, uns den Gehilfen sendet?
Shakespeare, Macbeth

Der Worte sind genug gewechselt,
lasst mich auch endlich Taten sehen!
Goethe, Faust

haben Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.
Paulus, 1. Korintherbrief
kaum Er besaß kaum des Geldes um sich ein auskömmlich Leben zu gewähren.
reichlich Wir tranken reichlich roten Weins.
viel Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zu viel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken.
Nietzsche, Also sprach Zarathustra
zuviel Meine Forderung daher: Nicht zuviel des Guten, lasst das Jod im Kochsalz und verzichtet auf die Jod-Anreicherung von Functional Foods!
zuwenig Zuviel des Guten, zuwenig des Nötigen.
Erich Franzke, Die Balance von Ich-Stärkung und Ich-Stützung in der Psychotherapie
(Zahlen und Mengenangaben) Ein Liter roten Weins.
Aller guten Dinge sind drei. (Oft gehört: "Alle guten ...")
Tausende aufgeregter Menschen sommen die Straße.

Genitivus absolutus (adverbialer Genitiv)

Dieser Abschnitt ist auf eine eigene Seite umgezogen.

Gebrauch mit Genitiv und Dativ (blaue Kollektion)

Einige Präpositionen sorgen regelmäßig für Verwurr, ob sie nun des Genitivs oder des Dativs bedürfen. Die einschlägigen Nachschlagewerke (Duden, Wahrig) bieten beide Möglichkeiten, wenngleich die Tendenz im alltäglichen Sprachgebrauch verstärkt zur Anwendung des Genitivs zu gehen scheint. Nachfolgend sei für die fraglichen Wörter je ein Beispiel für den Gebrauch mit dem Dativ und dem Genitiv gegeben.

Mit Genitiv: Mit Dativ:
außer Er hielt sich außer der Reihe und außer der Zeit außer Landes auf. Außer ihm weiß niemand darüber Bescheid.
binnen Binnen dreier Tage erwarten wir seine Antwort. Binnen kurzem war er völlig durchnässt.
dank Dank eures guten Willens haben wir das Plansoll erfüllt. Dank meinem Fleiße wurde ich reich.
laut Laut amtlichen Nachweises ist er arbeitslos. Laut unserem Schreiben sind sie fristlos entlassen.
trotz Trotz des Regens ging er ohne Schirm spazieren. Trotz alledem änderte er seine Meinung nicht.
zufolge Zufolge der Anweisung müssen wir hier entlang. Dem Befehl zufolge setzte sich die Armee in Marsch.

Falscher Gebrauch des Genitivs (rote Kollektion)

In einigen Fällen scheint der Genitiv des Rettens doch nicht so bedürftig zu sein, wie es oft den Anschein hat. So gibt es etliche Präpositionen, die zunehmend mit dem zweiten Fall verwandt werden, obwohl sie den dritten oder vierten verlangen. Noch besteht also Hoffnung für den Genitiv! Gleichwohl sei hier keinesfalls dazu aufgerufen, diesen schönen Fall wahllos und regelwidrig zu verwenden. Amüsant sind die nachfolgenden Beispiele dennoch.

Mit Genitiv (falsch): Mit Dativ bzw. Akkusativ (korrekt):
entgegen Entgegen des weitverbreiteten Klischees reden Männer und Frauen gleich viel. Entgegen dem weitverbreiteten Klischee reden Männer und Frauen gleich viel.
entsprechend Bescheinigung über die Kosten der Unterkunft entsprechend des Mietvertrages. Bescheinigung über die Kosten der Unterkunft entsprechend dem Mietvertrag.
fern Sie wurden fern des Elternhauses im Wald ausgesetzt. Sie wurden fern dem Elternhaus im Wald ausgesetzt.
gegenüber Die Hetzelgalerie befindet sich gegenüber des Bahnhofs und des Saalbaus. Die Hetzelgalerie befindet sich gegenüber dem Bahnhof und dem Saalbau.
gemäß Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis gemäß des Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden (NHundG). Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis gemäß dem Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden (NHundG).
nah Ich wohne nah des Rathauses. Ich wohne nah dem Rathaus.
vis-à-vis Das Schlossgarten-Hotel liegt vis-a-vis des malerischen Parks von Sanssouci. Das Schlossgarten-Hotel liegt vis-a-vis dem malerischen Park von Sanssouci.
wider wider besseren Wissens wider besseres Wissen